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Jens Spahn reist in den Kosovo, um Pflegekräfte anzuwerben

Vereinbarung mit Balkanstaat  

Spahn reist in den Kosovo, um Pflegekräfte anzuwerben

15.07.2019, 12:25 Uhr | AFP

Jens Spahn reist in den Kosovo, um Pflegekräfte anzuwerben. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU): Im Kosovo und in Albanien sei die Pflegeausbildung besser als gedacht. (Quelle: Reuters/Hannibal Hanschke)

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU): Im Kosovo und in Albanien sei die Pflegeausbildung besser als gedacht. (Quelle: Hannibal Hanschke/Reuters)

In Deutschland sind 3,4 Millionen Menschen auf Pflege angewiesen, doch es fehlt an Fachpersonal. Das will Gesundheitsminister Spahn nun mit einer Reise in den Kosovo ändern.

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, begrüßt die Bemühungen von Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) um Pflegekräfte aus dem Kosovo. Spahn reist am Montag dorthin, um mit seinem Amtskollegen Uran Ismajli eine Vereinbarung zur Anwerbung von Pflegekräften zu unterzeichnen. In Deutschland fehlen Zehntausende Pflegekräfte, weshalb Spahn im Ausland Nachwuchs anwerben will.

Dass die Pflegekräfte dann womöglich im Kosovo fehlen, räumte Westerfellhaus am Montag im ZDF-"Morgenmagazin" ein – die Pflegekräfte könnten in Deutschland aber "womöglich Qualifikationen für die Zukunft des Kosovo" gewinnen.

Schnellere Visa-Vergabe gefordert

Westerfellhaus rief die Bundesregierung auf, schneller Visa für einwanderungswillige Pflegekräfte zu erteilen. Es sei "unerträglich, dass man innerhalb der deutschen Botschaften nicht alles daran wirft, die Visa zu beschleunigen", sagte er. Das Außenministerium solle auch prüfen, ob die Visavergabe nicht aus den Botschaften nach Deutschland verlagert werden könnte.

Ob die Pflegekräfte auch dauerhaft in Deutschland bleiben, hängt Westerfellhaus zufolge davon ab, ob die Kollegen sie hier wertschätzend empfangen und gut einarbeiten. Außerdem seien gute Sprachkenntnisse entscheidend für eine gelingende Integration.

3,4 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland

Die Anwerbung osteuropäischer Pflegekräfte sei aber nur ein Teil der "Konzertierten Aktion", mit der Spahn den Pflegenotstand in Deutschland lösen wolle. Dazu gehöre auch, die Arbeitsbedingungen in der Pflege allgemein attraktiver zu machen. So könnten auch gelernte Pflegekräfte, die nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten, zur Rückkehr in ihre alte Profession motiviert werden.

Besonders im Kosovo und in Albanien gebe es ein gutes Potenzial an jungen Fachkräften, sagte er kürzlich der "Bild am Sonntag". "Dort ist die Pflegeausbildung oft deutlich besser, als wir denken."

 

Laut Statistischem Bundesamt sind etwa 3,4 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig. Wegen der allgemeinen Alterung der Gesellschaft wird ihre Zahl weiter steigen – während die Pflegebranche mit Nachwuchsmangel zu kämpfen hat.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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