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Coronavirus: Angela Merkel gibt neue Regeln bekannt – "So retten wir Leben"

"So retten wir Leben"  

Merkel gibt neue Corona-Maßnahmen bekannt

23.03.2020, 14:03 Uhr | dpa, AFP, dru

"So retten wir Leben": Merkel verkündet neue Corona-Regeln

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat angesichts der Corona-Krise verschärfte Verhaltensregeln bekannt gegeben und an die Menschen in Deutschland appelliert, sich daran zu halten. (Quelle: Reuters)

Letzter öffentlicher Auftritt vor eigener Quarantäne: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist berührt und erklärt die neuen Maßnahmen in der Corona-Krise. (Quelle: Reuters)


Die Einschränkungen für den Alltag in Deutschland werden angesichts der Corona-Krise nochmals deutlich verschärft. Kanzlerin Angela Merkel hat in Berlin über die Pläne informiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in Berlin neue einschneidende Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus bekanntgegeben. Auf das Paket hatten sich der Bund und die Ministerpräsidenten der Länder bei einer Telefonkonferenz verständigt. Es umfasst ein bundesweites Kontaktverbot für zwei Wochen sowie die unverzügliche Schließung von Restaurants und Betrieben für die Körperpflege. Die Maßnahmen im Einzelnen hier oder im Video:

"Erstens: Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.

Zweitens: In der Öffentlichkeit ist, wo immer möglich, zu anderen als den unter Erstens genannten Personen ein Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten.

Drittens: Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.

Viertens: Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben selbstverständlich weiter möglich.

Fünftens: Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind angesichts der ernsten Lage in unserem Land inakzeptabel. Verstöße gegen die Kontakt-Beschränkungen sollen von den Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht und bei Zuwiderhandlungen sanktioniert werden.

Sechstens: Gastronomiebetriebe werden geschlossen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause.

Siebtens: Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben weiter möglich.

Achtens: In allen Betrieben und insbesondere solchen mit Publikumsverkehr ist es wichtig, die Hygienevorschriften einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Besucher umzusetzen.

Neuntens: Diese Maßnahmen sollen eine Geltungsdauer von mindestens zwei Wochen haben."

Die Kanzlerin ermahnte die Bürger eindringlich zur Einhaltung der Beschlüsse. "Bitte ziehen Sie alle mit", sagte Merkel. "Zeigen Sie Vernunft und Herz."

Sie wandte sich in ihrem Statement zugleich an jene, die sich schon jetzt an die Empfehlungen der deutschen Behörden halten. "Ich danke Ihnen dafür", sagte Merkel. "Ich weiß, dass es Verzicht und Opfer bedeutet, wenn Geschäfte schließen, man Freunde und Angehörige nicht mehr treffen darf." Dass sich so viele daran hielten, bewege sie sehr. "So retten wir Leben."


Die Telefonkonferenz hatte am frühen Nachmittag begonnen. Neben Kanzlerin Merkel und den Ministerpräsidenten nahmen auch die für den Kampf gegen die Ausbreitung und die Folgen des Coronavirus wichtigsten Minister teil. So sollten neben Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz auch Innenminister Horst Seehofer, Außenminister Heiko Maas, Gesundheitsminister Jens Spahn und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer dabei sein.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP

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