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Wieder Proteste gegen Corona-Politik

Von dpa
Aktualisiert am 23.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Zahlreiche Menschen demonstrieren vor dem Funkhaus des S├╝dwestrundfunks (SWR) gegen die staatlichen Corona-Regeln .
Zahlreiche Menschen demonstrieren vor dem Funkhaus des S├╝dwestrundfunks (SWR) gegen die staatlichen Corona-Regeln . (Quelle: Christoph Schmidt/dpa./dpa)
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Berlin/Br├╝ssel (dpa) - AAus Protest gegen die staatliche Corona-Politik sind am Wochenende erneut Tausende Menschen in Deutschland auf die Stra├če gegangen. Vielerorts stellten sich ihnen Gegendemonstranten entgegen. Dabei blieb es weitgehend friedlich.

In Erfurt setzte die Polizei am Samstag Pfefferspray ein, um einen Weitermarsch eines Protestzuges gegen die Corona-Politik in Richtung Landtag zu verhindern, wie das Lagezentrum mitteilte. In Stuttgart protestierten Demonstranten vor dem Geb├Ąude des S├╝dwestrundfunks (SWR) gegen die Berichterstattung der Medien ├╝ber die Pandemie.

"L├╝genpresse", "Wir sind das Volk"

In D├╝sseldorf zogen nach Sch├Ątzungen der Polizei am Samstag mehr als 7500 Gegner der Corona-Politik durch die Innenstadt, in Freiburg waren es laut Polizei rund 5500, die auf etwa 2000 Gegendemonstranten trafen. In Saarbr├╝cken demonstrierten am Sonntag nach Polizeiangaben rund 5000 Gegner der Corona-Ma├čnahmen. Kritiker gingen auch anderswo auf die Stra├čen, so etwa am Samstag in Hamburg, Schwerin, Offenbach, Chemnitz, Leipzig, Dresden, Regensburg und Ansbach. Vor dem SWR-Geb├Ąude in Stuttgart riefen Demonstranten immer wieder "L├╝genpresse" oder "Wir sind das Volk", wie ein Augenzeuge berichtete. Die Polizei forderte Teilnehmer auf, eine Maske zu tragen. Im schw├Ąbischen Herrenberg protestierten am Sonntag laut Polizei 400 Teilnehmer einer AfD-Corona-Demonstration - und rund 1000 bei einer der Initiative "Herrenberg bleibt bunt". Bei einer Antifa-Veranstaltung mit 350 Gegendemonstranten wurden 20 in Gewahrsam genommen, weil sie laut Polizei gegen Beamte vorgegangen waren.

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Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) warf den Demonstranten vor, das Prinzip der Pressefreiheit nicht verstanden zu haben. Wer "L├╝genpresse" rufe und behaupte, der SWR und andere Medien w├╝rden berichten, was ihnen "von oben" gesagt werde, der irre, erkl├Ąrte der DJV-Landesverband Baden-W├╝rttemberg vom Samstag. "Gleichzeitig zu fordern, Medien sollten in ihrem Sinne berichten, ist absurd. Das offenbart wenig Verst├Ąndnis daf├╝r, wie unabh├Ąngige Medien arbeiten und funktionieren", sage der DJV-Landesvorsitzende Markus Pfalzgraf.

Nouripour sucht das Gespr├Ąch

Ein Teil der Corona-Protestszene l├Ąsst sich nach Einsch├Ątzung des Gr├╝nen-Politikers Omid Nouripour mit Gespr├Ąchen und ├ťberzeugungsarbeit "zur├╝ckgewinnen". Nouripour, der sich gemeinsam mit Ricarda Lang um den Gr├╝nen-Parteivorsitz bewirbt, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Es gibt da einen harten, teilweise militanten Kern, f├╝r den ich kein Verst├Ąndnis habe, aber ich habe Empathie f├╝r viele, die da verunsichert mitlaufen."

Er habe Menschen besucht, die gegen die Covid-19-Impfungen seien, und habe solche Menschen auch in seinem Bekanntenkreis. In pers├Ânlichen Gespr├Ąchen merke er, "dass ihre individuellen Erfahrungen das Vertrauen in die Institutionen ersch├╝ttert haben". Anders sei der "harte Kern der Corona-Leugner" zu beurteilen. Das seien teilweise Menschen aus dem rechtsradikalen Milieu, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung grunds├Ątzlich infrage stellten: "Ich f├╝rchte, bei ihnen ist Hopfen und Malz verloren."

Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) sagte der dpa in Hannover: "Viele der Teilnehmer sind letztlich gegen alles, was der Staat ihnen vorschreibt, und dagegen wenden sie sich." Sie beobachte bei den Demonstrationen "eine bedenkliche Form von Demokratie- und Staatsverdrossenheit".

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