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125 Mitarbeiter der katholischen Kirche outen sich als queer

Von dpa
Aktualisiert am 24.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Kann die katholische Kirche toleranter werden?.
Kann die katholische Kirche toleranter werden?. (Quelle: Oliver Berg/dpa./dpa)
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Berlin/Hamm (dpa) - In einer bisher beispiellosen Aktion haben sich 125 Priester und andere BeschÀftigte der katholischen Kirche als queer geoutet und ein Reform des Arbeitsrechts gefordert.

"Die Gemeindereferentin, die ihre Freundin heiraten will, verliert ihren Job", sagte Pfarrer Bernd MönkebĂŒscher aus Hamm der Deutschen Presse-Agentur. Das könne im Jahr 2022 unmöglich so bleiben.

Als queer bezeichnen sich Menschen, die nicht heterosexuell sind oder sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und SexualitÀt identifizieren.

"FĂŒr eine Kirche ohne Angst"

Die Aktion mit dem Namen "#OutInChurch FĂŒr eine Kirche ohne Angst" fand am Montag viel Zustimmung. "Was fĂŒr ein Mut!", twitterte Sven Lehmann (GrĂŒne), der Beauftragte der Bundesregierung fĂŒr die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Carolin Kebekus zeigte sich ebenfalls begeistert: "Diese tolle Initiative hat mich so ins Herz getroffen", sagte die Komikerin, die sich in ihren Sendungen oft mit der Kirche beschĂ€ftigt, der Deutschen Presse-Agentur. "Wie viele Menschen fĂŒr die Kirche tĂ€tig sind und in stĂ€ndiger Angst leben mĂŒssen, von ihr sanktioniert zu werden, lĂ€sst einen erneut fassungslos zurĂŒck." Die Initiative zeige aber auch, dass es mittlerweile innerkirchliche Institutionen gebe, "die absolut bereit sind fĂŒr eine Modernisierung, Reformen wollen und dies auch öffentlich kundtun."

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"Wie viele Menschen fĂŒr die Kirche tĂ€tig sind und in stĂ€ndiger Angst leben mĂŒssen, von ihr sanktioniert zu werden, lĂ€sst einen erneut fassungslos zurĂŒck. Sie zeigt aber auch: Es gibt mittlerweile innerkirchliche Institutionen, die absolut bereit sind fĂŒr eine Modernisierung, Reformen wollen und dies auch öffentlich kundtun."

Auch einzelne Bischöfe stellten sich hinter die Aktion. "Eine Kirche, in der man sich wegen seiner sexuellen Orientierung verstecken muss, kann nach meinem DafĂŒrhalten nicht im Sinne Jesu sein", sagte der Hamburger Erzbischof Stefan Heße.

Der als Reformer bekannte Bischof von Aachen, Helmut Dieser, forderte als erster katholischer Oberhirte ein Schuldbekenntnis seiner Kirche gegenĂŒber Homosexuellen: Sie seien durch die Kirche "abgewertet und kriminalisiert" worden. "Hier ist auch ein Schuldbekenntnis fĂ€llig", sagte Dieser der "Kölnischen Rundschau". "Daran arbeiten wir."

Katholisches Arbeitsrecht wird ĂŒberarbeitet

Der Kirchenrechtler Thomas SchĂŒller sagte der Deutschen Presse-Agentur, das kirchliche Arbeitsrecht könnten die deutschen Bischöfe eigenverantwortlich Ă€ndern, ohne dass dafĂŒr der Vatikan seine Zustimmung geben mĂŒsse. TatsĂ€chlich werde das katholische Arbeitsrecht aktuell ĂŒberarbeitet. "Mehrheitlich wĂŒnschen die Bischöfe und vor allem die ĂŒbergroße Zahl der Generalvikare, die tĂ€glich mit der Untauglichkeit dieses Rechts zu kĂ€mpfen haben, dass sĂ€mtliche LoyalitĂ€tsobliegenheiten, die die persönliche LebensfĂŒhrung betreffen, ersatzlos gestrichen werden", sagte SchĂŒller. "Ich begrĂŒĂŸe diese Entwicklung."

Die einseitige Ausrichtung der katholischen Kirche auf heterosexuelle Ehen hatte bisher oft ein jahrzehntelanges Versteckspiel zur Folge. Davon kann zum Beispiel Monika Schmelter (65) aus LĂŒdinghausen im MĂŒnsterland erzĂ€hlen. Sie hat die Beziehung zu ihrer heutigen Frau 40 Jahre verheimlicht, weil sie selbst bei der Caritas arbeitete und ihre Partnerin Religionslehrerin war. Sie hĂ€tten beide lange Anfahrtswege zu ihrer Arbeit in Kauf genommen, um nicht entdeckt zu werden, sagte Schmelter der Deutschen Presse-Agentur. Auch an ihrem Wohnort seien sie immer nur "dezent" aufgetreten - nie als Liebespaar. "Das war sehr belastend."

Als es irgendwann doch durchgesickert sei und sie sich ihrem Chef anvertraut habe, sei von dem die Ansage gekommen: "Wenn ich das weiter geheim halte, dann kann ich meinen Job behalten. Aber wenn ich das an meinem Dienstort offen gemacht hĂ€tte, hĂ€tte das zu meiner KĂŒndigung gefĂŒhrt."

2019 ging Monika Schmelter in Rente, ein Jahr spĂ€ter heirateten sie und ihre Partnerin Marie Kortenbusch. Jetzt wollen sich beide dafĂŒr einsetzen, dass anderen ein solcher Leidensweg erspart bleibt. Die Gelegenheit dafĂŒr erscheint ihnen gĂŒnstig: "Die Kirche steht mĂ€chtig unter Druck, besonders seit der Veröffentlichung des MĂŒnchner Gutachtens", sagt Monika Schmelter. "Die können sich eigentlich keinen weiteren Skandal leisten."

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