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Bundeswehr weist 63 Bewerber ab – aus Sicherheitsbedenken


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Sicherheitsbedenken – Bundeswehr weist 63 Bewerber ab

dpa, küp

Aktualisiert am 21.07.2019Lesedauer: 2 Min.
Bundeswehrsoldaten auf einer Hindernisbahn: Seit 2017 hat der Militärische Abschirmdienst 43.775 Bewerber durchleuchtet – und 63 abgewiesen. (Symbolfoto)
Bundeswehrsoldaten auf einer Hindernisbahn: Seit 2017 hat der Militärische Abschirmdienst 43.775 Bewerber durchleuchtet – und 63 abgewiesen. (Symbolfoto) (Quelle: imago-images-bilder)
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Seit 2017 durchleuchtet der Militärische Abschirmdienst alle Bewerber für die Bundeswehr, fast 44.000 waren es bislang. Nun gibt es eine erste Bilanz.

Die Bundeswehr hat einem Medienbericht zufolge in den vergangenen beiden Jahren 63 Bewerber wegen Sicherheitsbedenken abgewiesen. Darunter seien 21 Neonazis und "Reichsbürger", zwölf Islamisten, zwei Linksextremisten sowie mehrere Straftäter und "Gewaltbereite" gewesen, berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe unter Berufung auf eine Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Parlamentsanfrage der Linksfraktion.

Bei zwei weiteren Bewerbern werde derzeit eine Mitgliedschaft in der Identitären Bewegung geprüft, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird. In sechs Fällen habe sich der Verdacht auf "Ausländerextremismus" erhärtet – also auf eine Unterstützung von extremistischen Organisationen im Ausland. Zwischen Juli 2017 und Juni 2019 kontrollierte der zuständige Militärische Abschirmdienst (MAD) dem Bericht zufolge insgesamt 43.775 Bewerber.

MAD durchleuchtet jeden Bewerber

Sogenannte Reichsbürger erkennen den Staat und die deutschen Gesetze nicht an und weigern sich, Steuern, Sozialabgaben und Bußgelder zu zahlen.

Als Konsequenz aus rechtsextremistischen Vorfällen hatte das Verteidigungsministerium im Jahr 2017 den MAD eingeschaltet, der seither jeden Bewerber durchleuchtet. Die meisten waren den Angaben zufolge unauffällig. In 1.173 Fällen hätten sich die Sicherheitsleute des Militärischen Abschirmdienstes die Bewerber jedoch genauer angeschaut.

Kramp-Karrenbauer nimmt Truppe in Schutz

Die Linken-Politikerin Ulla Jelpke äußerte die Vermutung, dass die Sicherheitsüberprüfung eine abschreckende Wirkung auf Neonazis habe. Zugleich kritisierte sie, dass schon länger dienende Soldaten von der Regelprüfung nicht betroffen seien. "Wie erfolgreich das neue Verfahren ist, wird sich erst in einigen Jahren erweisen. Messlatte ist dabei die Frage, ob die Zahl rechtsextremer Vorfälle oder gewalttätiger Kameraden-Misshandlungen in der Bundeswehr zurückgeht."

Die neue Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer verteidigt die Bundeswehr indes gegen den Vorwurf, die Truppe habe in Bezug auf Rechtsextremismus ein Haltungsproblem. "Es gibt keinen Generalverdacht gegen unsere Soldaten", sagte die CDU-Vorsitzende der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Diese setzten im Dienst ihr Leben aufs Spiel. Dafür hätten sie Vertrauen und Unterstützung verdient.

Ärger über Kritik von der Leyens

Das bedeute aber nicht, dass man nicht genau hinschaue, wo etwas kritisch aufgearbeitet werden müsse. Die Truppe habe das Recht darauf, dass nicht einige wenige die gesamte Bundeswehr in Verruf brächten, so Kramp-Karrenbauer weiter.


Ihre Vorgängerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte der Bundeswehr 2017 ein "Haltungsproblem", "falsch verstandenen Korpsgeist" und "Führungsschwäche auf verschiedenen Ebenen" bescheinigt, nachdem mehrere Fälle von Rechtsextremismus und entwürdigenden Rituale in der Truppe bekannt geworden waren. Der Vorwurf hatte damals für große Verärgerung in der Bundeswehr gesorgt. Später hatte sich von der Leyen für ihre pauschale Kritik entschuldigt.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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