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Umstrittener Grünenpolitiker: Landes-FDP macht Boris Palmer Beitrittsangebot

Bei Grünen unbeliebt  

Landes-FDP macht Boris Palmer Beitrittsangebot

10.05.2020, 11:55 Uhr | dpa

Umstrittener Grünenpolitiker: Landes-FDP macht Boris Palmer Beitrittsangebot.  (Quelle: imago images/Collage: t-online.de)

(Quelle: Collage: t-online.de/imago images)

Die Grünen wollen, dass er geht. Die baden-württembergische FDP kann sich eine Mitgliedschaft des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer aber gut vorstellen – doch er lehnte ab.  

Die baden-württembergische FDP hat dem Grünen-Politiker Boris Palmer ein Aufnahmeangebot unterbreitet. Der Landesvorsitzende Michael Theurer sagte der "Bild am Sonntag", Palmer sei bei den Liberalen "herzlich willkommen". Die FDP sei eine "Heimat für kritische Köpfe". Zuvor hatte der Landesvorstand der Grünen Palmer zum Parteiaustritt aufgefordert. Er warf dem Tübinger Oberbürgermeister vor, sich mit seinen Äußerungen gegen politische Werte und Grundsätze der Grünen zu stellen.

Die FDP halte kritische Stimmen in ihren eigenen Reihen aus, sagte Theurer. "Wir kämpfen für Meinungsfreiheit." Palmer lobte der FDP-Landesvorsitzende als intelligent und diskussionsfreudig. Der Kommunalpolitiker sei ein "streitbarer, kluger Kopf, der manchmal über das Ziel hinausschießt, nicht immer den richtigen Ton trifft, aber auch zur Einsicht fähig ist und den Diskurs der unterschiedlichen Meinungen sucht".

Palmer hat Angebot abgelehnt 

Trotz des Streites mit der eigenen Partei will Palmer aber nicht zu den Liberalen wechseln. Das Angebot des baden-württembergischen FDP-Landesvorsitzenden lehnte er am Sonntag ab. "Als Ökologe kann man unmöglich Mitglied der FDP werden. Da hätte ich jeden Tag Streit in der Sache und nicht nur um Worte", teilte Palmer der Deutschen Presse-Agentur mit.

Palmer polarisiert immer wieder mit Äußerungen

Palmer hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit Äußerungen für Empörung innerhalb und außerhalb der Partei gesorgt. Zuletzt hatte er in einem Interview zu den Schutzmaßnahmen in der Corona-Krise gesagt: "Ich sag es Ihnen mal ganz brutal: Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einen halben Jahr sowieso tot wären –aufgrund ihres Alters und ihrer Vorerkrankungen."

Die Grünen-Parteispitze hatte sich daraufhin deutlich von Palmer distanziert. Einen Parteiaustritt schloss Palmer jedoch aus. "Ich bleibe weiterhin aus ökologischer Überzeugung Mitglied der Grünen", sagte Palmer am Freitag der "Bild"-Zeitung.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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