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Weiblich, jung, grün – "ein perfektes Feindbild"

Von afp
Aktualisiert am 28.04.2021Lesedauer: 3 Min.
Annalena Baerbock: In der grüne Kanzlerkandidatin scheinen Internet-Trolle das perfekte Ziel gefunden zu haben.
Annalena Baerbock: In der grünen Kanzlerkandidatin scheinen Internettrolle das perfekte Ziel gefunden zu haben. (Quelle: Markus Schreiber/ap-bilder)
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Eine Woche ist Annalena Baerbock erst Kanzlerkandidatin, doch schon jetzt wird sie zunehmend zum Objekt von Fake News und Frauenhass. Ein Ende ist laut Experten kaum in Sicht – ihre Partei will sich wehren.

In Annalena Baerbock scheinen Rechtspopulisten und Trolle im Internet das perfekte Feindbild gefunden zu haben. Angriffe mit Beleidigungen und Falschinformationen gegen die Grünen-Politikerin nehmen seit ihrer Ernennung zur Kanzlerkandidatin massiv zu. Die Grünen haben eine "Netzfeuerwehr" ins Leben gerufen, um auf solche Fake News zu reagieren. Expertinnen zufolge muss Baerbock mit einer steigenden Zahl an Angriffen rechnen.

Annalena Baerbock ist gerade einmal eine Woche Kanzlerkandidatin der Grünen, als die Zahl der Onlineangriffe gegen sie hochschnellt. Im April sehen und teilen Hunderttausende Menschen auf sozialen Netzwerken wie Facebook und Telegram teils heftige Vorwürfe gegen die Politikerin.

Zahlreiche Fake News im Netz

Dazu gehören handfeste Falschinformationen: Baerbock soll ein Verbot von Haustieren zugunsten des Klimas gefordert haben. Sie soll bei ihrer Ernennung zur Kandidatin anderen Parteifreunden ohne Maske und Abstand in die Arme gefallen sein. Sie soll der sogenannten "Great Reset"-Verschwörung anhängen. Alles falsch.

Die Verschwörungstheorie vom "Great Reset", zu deutsch "Großem Neustart", besagt, dass eine Elite die Corona-Pandemie gezielt geplant habe. Absicht dieser Elite sei es, die politische und wirtschaftliche Kontrolle zu übernehmen, um die Welt nach ihren Vorstellungen gestalten zu können. Der Name geht zurück auf eine Initiative des Weltwirtschaftsforums in Davos, die Weltwirtschaft nach der Pandemie gerechter und nachhaltiger zu gestalten. In der rechten Szene und unter den sogenannten "Querdenkern" hat diese Verschwörungstheorie zahlreiche Anhänger.

Tausende Nutzer teilten außerdem ein angebliches Nacktbild Baerbocks, dazu die Worte: "Sie war jung und brauchte das Geld." In Wahrheit handelte es sich bei der gezeigten Frau um ein Erotik-Model, das Baerbock lediglich ähnlich sieht.

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"Eine junge und liberale Politikerin" – das perfekte Feindbild

Was bereits jetzt – Monate vor der Bundestagswahl im September – an Lügen und Verunglimpfungen im Netz über Baerbock verbreitet wird, lässt Expertinnen und Wahlkampfstrategen aufhorchen. "Baerbock ist eine junge, liberale Politikerin und damit ein perfektes Feindbild. Politische Gegner werden sich ohne Rücksicht auf die Wahrheit an ihr abarbeiten", erklärt etwa Viorela Dan. Sie ist akademische Rätin an der Ludwig-Maximilians-Universität München und erforscht Fehlinformationen im Netz.

Bereits im Januar war eine Studie des US-Forschungsinstituts Wilson Center zu dem Schluss gekommen, dass "sexualisierte und geschlechtsbezogene" Onlineangriffe auf Politikerinnen stark zugenommen hätten.

Das Zentrum hatte zuvor zwei Monate lang rund 440.000 Kommentare über 13 ausgewählte US-Politikerinnen ausgewertet. Darunter auch die aktuelle Vizepräsidentin Kamala Harris, die im US-Wahlkampf im vergangenen Jahr heftige Anfeindungen und Fake-News-Kampagnen aushalten musste.

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Onlinehetze wird Baerbock auch weiterhin begleiten

Auch der Experte für digitale Öffentlichkeit, Julian Jaursch, von der Stiftung Neue Verantwortung sagt: "Frau Baerbock steht spätestens ab jetzt im Fokus der Medien, sie wird weiterhin in ihrer exponierten Position mit Onlinehetze zu rechnen haben."

Dies bestätigt der Politikberater und Autor des Buchs "Propaganda 4.0" Johannes Hillje: "Auch wenn Baerbock als Person selbst nicht polarisiert, wird ihr der auf Social Media grassierende Frauenhass entgegenschlagen."

Grünen-Wahlkampfleiter spricht von "neuer Dimension"

Der politische Bundesgeschäftsführer und Wahlkampfleiter der Grünen, Michael Kellner, sieht Grund zur Sorge. "Das Ganze hat seit vergangener Woche noch einmal eine neue Dimension angenommen. Das frei erfundene Haustier-Zitat habe ich aus der ganzen Republik geschickt bekommen", sagt er.

Problematisch sei das, weil sich die gesellschaftliche Stimmung in der Corona-Zeit aufgeheizter und damit volatiler darstelle als bei der vergangenen Bundestagswahl. "Frauen werden im Netz stärker angegriffen als Männer – das gilt auch für unsere grüne Kanzlerkandidatin", sagt Kellner.

"Netzfeuerwehr" will Baerbock im Netz verteidigen

Um einen Gegenpol zu setzen, haben die Grünen eine sogenannte Netzfeuerwehr ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich demnach um eine Gruppe von Parteimitgliedern, die Falschbehauptungen online gezielt meldet und mit Klarnamen Gegenrede direkt unter den Fake-Beiträgen leistet. Zudem hat Baerbock laut Medienberichten seit Kurzem Personenschutz.

"Wir müssen unsere eigene Geschichte erzählen und die Menschen über Falschinformationen und Lügen aufklären", sagt Kellner. Dies sei heute ein wichtiger Teil der Strategie, um Angriffe im Wahlkampf abzuwehren.

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Von Lisa Becke
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