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Annalena Baerbock: Auch Plagiatsjäger Martin Heidingsfelder attackiert sie


Weiterer Plagiatsjäger attackiert jetzt Baerbock

  • Lars Wienand
  • Jonas Mueller-Töwe
Von Lars Wienand, Jonas Mueller-Töwe

Aktualisiert am 05.07.2021Lesedauer: 3 Min.
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Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock: Plagiatsjäger Martin Heidingsfelder hat einen aus seiner Sicht schwerwiegenden Fund in ihrem Buch gemacht.
Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock: Plagiatsjäger Martin Heidingsfelder hat einen aus seiner Sicht schwerwiegenden Fund in ihrem Buch gemacht. (Quelle: Felix Zahn/photothek.net/imago-images-bilder)
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Nach dem Plagiatsjäger Weber ist nun auch sein Kollege Martin Heidingsfelder überzeugt: Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat abgeschrieben – und zwar "nicht nur aus Zeitschriften und Trivialliteratur".

Martin Heidingsfelder spricht portugiesisch und weiß deshalb, dass dort "Agora" "Jetzt" bedeutet – wie Annalena Baerbocks Buch "Jetzt. Wie wir unser Land erneuern". Ausgerechnet mit einer Studie des Thinktanks "Agora Energiewende" auf dem Computer-Bildschirm war am Wochenende der Moment gekommen, in dem es dem Plagiatsjäger Heidingsfelder jetzt zu viel wurde. Nun geht auch er – wie sein Kollege Stefan Weber – mit der grünen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hart ins Gericht.

Eine Anfrage, Baerbocks Lebenslauf zu überprüfen, hatte der "VroniPlag"-Gründer Anfang Mai laut eigenen Angaben noch abgelehnt, für eine derartige Kampagne sei er nicht zu haben. Was damals bekannt gewesen und anschließend veröffentlicht worden sei, sei übertrieben und trage Züge des amerikanischen Wahlkampfs. "Ich bin froh, da nicht mitgemacht zu haben."

Weber hatte seit 10. Mai immer wieder öffentlich Ungenauigkeiten in der Vita der grünen Spitzenkandidatin kritisiert – laut eigenen Angaben nach einem Leserhinweis und anschließend aus eigenem wissenschaftlichen Interesse. Mit dem Anrufer, der Heidingsfelder für eine Kampagne gegen Baerbock gewinnen wolle, habe das nichts zu tun. Heidingsfelder gibt an, sein Kontakt habe sich nach der Absage an Weber wenden wollen, der sich zunächst dem Lebenslauf widmete und später dann Baerbocks Buch unter die Lupe nahm.

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Bislang hatte Heidingsfelder in den Funden Webers zum Buch von Baerbock eher verzeihbare Unzulänglichkeiten in einem trivialen Werk gesehen. Nun erklärt er: Bei dieser Kritik liege sein Konkurrent Stefan Weber richtig. "Ich bin nicht der Typ, der seine Meinung schnell ändert, aber was ich im Buch neben den Funden von Weber entdeckt habe, das hat mich überrascht", sagte er t-online. "Wenn man nach den Plagiatsaffären der vergangenen Jahre so agiert, wirft das sehr viele Fragen auf. Sie hat ganz klar abgekupfert. Und wenn sie es nicht war, sondern Mitarbeiter, dann muss man sich auch sorgen, welche Personalauswahl sie als Bundeskanzlerin treffen würde."

Der Nürnberger hat sich am Wochenende selbst "aus Neugier" mit Baerbocks Werk beschäftigt, und dazu eine deutsche Plagiatssoftware eingesetzt. Er hat dabei einen Fund gemacht, der dem ganzen Vorgang aus seiner Sicht ein anderes Gewicht gibt.

"Es ist wirklich kein wichtiges Buch, kein wissenschaftliches Werk. Aber sie hat nicht nur aus Publikumszeitschriften und Trivialliteratur etwas übernommen, das wären Petitessen, auch wenn es Urheberrechtsverletzungen sind", sagte er t-online. Von 29 Fundstellen hat Weber bisher gesprochen, aber angekündigt, noch weitere vorzulegen.

Heidingsfelder sagte nun: "Baerbock hat sich zusätzlich für ihre politischen Zwecke bei einer Studie von zahlreichen Wissenschaftlern bedient, und das geht einfach nicht. Sie sollte in Sack und Asche gehen."

Abgekupfert: Martin Heidingsfelder ist während der Recherchen von Plagiatsjäger Stefan Weber auf eine weitere Stelle gestoßen. Hier geht es sogar um eine Übernahme aus einer Studie.
Abgekupfert: Martin Heidingsfelder ist während der Recherchen von Plagiatsjäger Stefan Weber auf eine weitere Stelle gestoßen. Hier geht es sogar um eine Übernahme aus einer Studie. (Quelle: Montage t-online)

Die Passage, die um Einschübe ergänzt unter der Überschrift "Ein Industriepakt für die Zukunft" zu lesen ist, stammt aus der Studie "Klimaneutrale Industrie" von "Agora Energiewende" und dem "Wuppertal Institut". Dort ist ein klarer Hinweis zu lesen, wie bei Übernahmen zu zitieren ist. Den Fund hat Heidingsfelder auch seinem Kollegen Weber mitgeteilt, der t-online auf Anfrage schrieb, sich die Stelle noch heute "zusammen mit mehreren Lesermeldungen neuer Funde" anschauen zu wollen.

Bereits am Wochenende hatte eine Civey-Umfrage ergeben, dass mittlerweile eine Mehrheit die Kandidatur von Annalena Baerbock angesichts der Diskussionen um Lebenslauf und mögliche Plagiate im Buch für einen Fehler hält. Die Zeitung "taz" titelte: "Es ist vorbei, Baerbock!".

Auch Heidingsfelder ist sich der Tragweite bewusst, dass nun auch er den Daumen senkt. Grüne Freunde hätten ihn gebeten, das noch einmal zu überschlafen. "Wir brauchen grüne Politik, wir brauchen starke Grüne, aber wir brauchen auch Ehrlichkeit in der Politik", sagte er t-online. "Baerbock kann ja auch später beispielsweise nicht auf einen Gipfel fahren und eine Macron-Idee als ihre ausgeben."

Bei "Agora Energiewende" zumindest sieht man bei der Übernahme der eigenen Passage kein Problem. Es sei gerade Aufgabe, Ideen aus der Wissenschaft so aufzubereiten und weiterzuentwickeln, dass sie in der Politik diffundieren können, so "Agora Energiewende"-Direktor Patrick Graichen. Insofern sei "auch die wörtliche Übernahme des Konzepts aus unserer Studie durch Frau Baerbock nicht nur kein Plagiat."

Den Think Tank freue es vielmehr. dass die Idee in der Passage von „Carbon Contracts for Difference“ nicht nur von den Grünen unterstützt werde, sondern sich auch im Wahlprogramm der Union finde und vom SPD-Vorsitzenden Norbert Walter-Borjans vertreten werde.

Der Text wurde mit der Stellungnahme von Agora Energiewende aktualisiert.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherchen
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Eine Kolumne von Gerhard Spörl
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