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Volkskongress China: Warum Xi aus zwei Tassen trinkt


Warum Xi aus zwei Tassen trinkt


Aktualisiert am 10.03.2023Lesedauer: 2 Min.
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Chinesischer Staatschef bestätigt: Ein kleines Detail zeigt den absoluten Machtanspruch von Xi Jinping. (Quelle: t-online)
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Chinas Präsident ist einstimmig für eine dritte Amtszeit bestätigt worden. Derweil rätseln viele, warum er im Gegensatz zum Rest seiner Führungsriege aus zwei Tassen trinkt.

Für Xi Jinping war es eigentlich eine Veranstaltung nach Maß: 2.952 handverlesene Delegierte bestätigten am Freitag auf dem Nationalen Volkskongress einstimmig die dritte Amtszeit für den 69-jährigen Präsidenten Chinas. Fünf weitere Jahre kann Xi damit an der Macht bleiben. Die Begrenzung auf zwei Amtszeiten hatte das Staatsoberhaupt schon vor fünf Jahren aufgehoben.

Xi ist auf dem vorläufigen Gipfel seiner Macht. Ähnlich einflussreich war vor ihm wohl nur Mao Zedong. Doch die Weltöffentlichkeit spricht zurzeit nicht bloß über seine Machtfülle, sondern auch über ein kleines Detail des Volkskongresses: Während seine Gefolgsleute sich an ihren Plätzen mit einer Teetasse begnügen müssen, hat der Präsident als Einziger zwei vor sich stehen. Weshalb?

Mehrere Medien spekulieren über eine tiefere Bedeutung hinter Xis zweiter Tasse: "Es mag wie ein kleines Detail wirken. Aber in der chinesischen Spitzenpolitik sind Symbole von Bedeutung", schreibt etwa die Asien-Korrespondentin der BBC, Celia Hatton. Die beiden Tassen könnten also bedeuten: Xi steht über allen anderen.

Noch viel heißer Tee übrig?

Neu ist das Phänomen allerdings nicht: In den vergangenen Jahren gab es bereits zahlreiche Termine, bei denen der chinesische Präsident eine zweite Tasse an seinem Platz hatte. Erstmals soll die Extratasse im Jahr 2021 gesichtet worden sein.

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Xi Jinping im Januar 2021: Schon seit mehreren Jahren hat der chinesische Präsident häufig zwei Tassen vor sich. (Archivfoto) (Quelle: Li Xueren/imago images)
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Xi Jinping auf einer Parteiveranstaltung im Mai 2021: Auch dort hatte das chinesische Staatsoberhaupt als einziger Funktionär zwei Teetassen. (Quelle: Ju Peng /imago images)

Damals vermutete der japanische Journalist Katsuji Nakazawa in der Zeitung "Nikkei", dass die zweite Tasse Symbol für ein neues Kapitel der chinesischen Politik stehe: "In China gibt es die aus vier Zeichen bestehende Redewendung 'ren zou, cha liang', was so viel bedeutet wie 'Der Tee wird kalt, wenn die Leute weggehen'", schrieb Nakazawa, der viele Jahre in China als Korrespondent tätig war.

2015 hatte eine regimenahe Zeitung einen Artikel veröffentlicht, der sich auf eben dieses Sprichwort bezog: Kritisiert wurde darin, dass viele alteingesessene Parteifunktionäre alles tun würden, "um ihre Befugnisse zu erweitern, und versuchen, ihre Tassen Tee immer heiß zu halten".

"Hat es sicher nicht nötig"

Nakazawa mutmaßt daher, dass Xi mit seiner Extratasse verdeutlichen wolle, dass er noch lange nicht genug von der Politik hat: "Es war, als wolle man sagen, dass Xis Tee nicht nur nicht kalt wird, sondern dass nach 10 Jahren im Amt eine weitere heiße Tasse Tee auf ihn wartet", interpretierte der China-Experte vor zwei Jahren.

Zeigt Xi also seinen Landsleuten symbolisch, dass er sein Land noch lange führen möchte? Eberhard Sandschneider, Professor für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt China an der Freien Universität Berlin, sieht dagegen keine tiefere Bedeutung in der Teetasse. "Jemand wie Xi hat es sicher nicht nötig, über zwei Teetassen seine Macht zu demonstrieren", sagte Sandschneider t-online.

Der Chinakenner hat eine weitaus banalere Vermutung: "Chinesen trinken gerne auch heißes Wasser aus einer Tasse. Meine Vermutung ist: In einer Tasse war Tee, in der anderen könnte sich nur Wasser befunden haben." Unabhängig von tieferer Symbolik kann dieses Privileg wohl weiterhin nur der chinesische Präsident genießen.

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Verwendete Quellen
  • Telefonat mit Eberhard Sandschneider
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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