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Felix Baumgartner nach Rekordsprung: "Ich fürchtete, das Bewusstsein zu verlieren"


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"Ich fürchtete, das Bewusstsein zu verlieren"

Von dapd, dpa
Aktualisiert am 15.10.2012Lesedauer: 3 Min.
Felix Baumgartners Jubel nach seinem Sprung aus dem All ist groß. Mit 1342 km/h ist er schneller gefallen, als je ein Mensch zuvor
Felix Baumgartners Jubel nach seinem Sprung aus dem All ist groß. Mit 1342 km/h ist er schneller gefallen, als je ein Mensch zuvor (Quelle: dapd/Reuters/Red Bull Stratos)
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So schnell und von so hoch oben ist noch kein Mensch im freien Fall Richtung Erde gerast: Extremsportler Felix Baumgartner wird nach seinem wahnwitzigen Sprung aus der Stratosphäre weltweit gefeiert.

Alle fragen sich: Was kommt jetzt? Doch der 43-Jährige will Schluss machen mit den ganz gefährlichen Sachen - Nervenkitzel wird er aber auch zukünftig haben, wenn er Brände löscht und Menschen rettet: "Ich höre auf mit dem Extremsport. Ich werde als Rettungshubschrauberpilot arbeiten und halbjährlich in den Alpen und in Kalifornien tätig sein.“ Das hat er seiner Freundin versprochen.


Foto-Serie: Baumgartners Sprung aus dem All

Endlich: Nach mehreren missglückten Anläufen und erneuter Verspätung wird am Sonntag gegen 10:30 Uhr Ortszeit der Ballon mit Helium gefüllt.
Riesiger Jubel brandet auf: Der Ballon mit Baumgartner startet zum Rand des Weltalls.
+11

Der Abenteurer hatte bei seinem Sturz nur in einem speziellen Druckanzug die Schallmauer durchbrochen. Er selbst habe davon nichts mitbekommen, sagt der Österreicher, der wohlbehalten gelandet ist. Zwischendurch war er aber gefährlich ins Trudeln geraten. Die faszinierendsten Bilder des Rekord-Abenteuers finden Sie hier.

1342 Kilometer pro Stunde

Nach ersten Daten habe Baumgartner eine Höchstgeschwindigkeit von 1342,8 Stundenkilometern erreicht, sagte der Experte von der der Federation Aeronautique Internationale (FAI), die sich um die Datenaufzeichnung von Rekorden in der Luftfahrt kümmert. Damit war Baumgartner rund 265 Stundenkilometer schneller als der Schall. Die Mach-Zahl soll bei 1,24 gelegen haben.

Acht Millionen Haushalte schauten in aller Welt per Livestream im Internet zu. Der Nachrichtensender n-tv hatte zeitweise fast sieben Millionen Zuschauer - rund 20 Mal mehr als die übliche Quote.

"20 Tonnen von den Schultern gefallen"

"Mir sind gerade 20 Tonnen Last von den Schultern gefallen", sagte Baumgartner in einer ersten Reaktion. Mehr als fünf Jahre hatte er sich auf die rund viereinhalb Minuten freien Falls vorbereitet, der Start des Projekts war zuletzt immer wieder verschoben worden.

Am Sonntagmorgen Ortszeit lief fast alles nach Plan: Mit etwa dreieinhalbstündiger Verspätung hebt die an einem riesigen Heliumballon hängende Kapsel mit Baumgartner ab. Zweieinhalb Stunden später ist sie auf rund 39 Kilometern Höhe angekommen, Baumgartner tritt heraus, salutiert und stürzt sich in die Tiefe. "Ich weiß, die ganze Welt sieht zu. Ich hoffe, dass die ganze Welt auch sieht, was ich sehe. Manchmal musst du weit hinauf gehen, um zu sehen, wie klein du eigentlich bist. Jetzt komm ich nach Hause", sollen seine letzten Worte vor dem Sprung gewesen sein.

Kurz gefährlich getrudelt

Kurz darauf gerät er gefährlich ins Trudeln, kann sich dann aber selbst wieder abfangen. "Es war um einiges schwieriger als wir angenommen haben", sagte der Extremsportler später. Zeitweise habe er befürchtet, das Bewusstsein zu verlieren.

Zusätzlich zum Durchbruch der Schallmauer stellte der Österreicher zwei weitere Rekorde auf: Den höchsten bemannten Ballonflug und den höchsten Fallschirmsprung. Da er seinen Fallschirm zu früh zog, bleibt der Rekord des längsten freien Falls bei seinem Mentor Joe Kittinger (84). Der US-Amerikaner hatte ihn vor mehr als 50 Jahren aufgestellt und nun Baumgartner über Funk bei seiner Mission begleitet.

Bei der Landung riss Baumgartner die Arme in Siegerpose in die Höhe. "Wenn man da oben steht, wird man demütig. Du denkst nicht mehr daran, Rekorde zu brechen, du denkst nicht mehr daran, wissenschaftliche Daten zu sammeln", sagte Baumgartner. "Du willst nur noch lebend zurückkommen."

Das Durchbrechen der Schallmauer sei schwer zu beschreiben, "denn du spürst es nicht", sagte Baumgartner. Ohne Referenzpunkt "weißt du nicht, wie schnell du bist".

Und was kommt als nächstes? Baumgartner bleibt zunächst einige Wochen in den USA. Es sei geplant, dass der Österreicher dort in Talkshows auftrete, sagte ein Projektsprecher. Was der 43-Jährige nach seiner Landung und einer Pressekonferenz gemacht habe, wusste der Sprecher nicht: "Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass sie auf ihn angestoßen haben." Der Abenteurer hatte schon vorher angekündigt, mit seinem Sprung aus dem All die Serie seiner Extremsprünge abzuschließen.

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Sprung kostet 50 Millionen Euro

Im Vorfeld wurde immer wieder betont, dass man mit dem Projekt wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse für die Raumfahrt gewinnen wolle. Der Nutzen ist aber unter Experten umstritten. Sponsor Red Bull hat mit dem von weltweit Millionen Menschen verfolgten Spektakel einen Werbewert erzielt, der die vermuteten Kosten von rund 50 Millionen Euro um ein Vielfaches übersteigt. In Sozialen Netzwerken war der Stratosphäre-Sprung stundenlang Topthema.

"Ich gratuliere Felix Baumgartner herzlich zum großartigen Erfolg, der mit Mut und Beharrlichkeit erreicht wurde und weltweite Aufmerksamkeit findet. Österreich ist stolz auf Ihre Leistung!", lobte Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer auf seiner Facebook-Seite. Die Europäische Weltraumorganisation ESA gratulierte via Twitter: "Sicher gelandet! Glückwunsch auch von uns an Felix Baumgartner, einen sehr, sehr mutigen Fallschirmspringer!"

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