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In der Ostsee: Sechs Enigma-Chiffriermaschinen der Nazis entdeckt

Erneuter Enigma-Fund  

Sechs Chiffriermaschinen der Nazis entdeckt

21.01.2021, 22:01 Uhr | dpa

Ostsee: spektakulärer Nazi-Fund aus dem Zweiten Weltkrieg

Taucher waren eigentlich auf der Suche nach Geisternetzen, um diese während einer WWF-Aktion zu bergen. Doch dabei sind sie auf einen erstaunlichen Fund aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen. (Quelle: t-online)

Anfang Dezember: Taucher auf der Suche nach Geisternetzen finden ein seltenes Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg. (Quelle: t-online)


Seltener Fund am Ostseegrund: Ein Taucher entdeckt vor der Küste von Schleswig-Holstein gleich sechs Chiffriermaschinen aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Enigmas wurden dort möglicherweise gegen Kriegsende entsorgt.

Ein Taucher hat bei Arbeiten sechs weitere Chiffriermaschinen vom Typ Enigma aus dem Zweiten Weltkrieg aus der Ostsee geborgen. Finder Christian Hüttner habe den Fund aus der Nähe von Schleimünde zwischen Flensburg und Kiel gemeldet, berichtete das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein am Donnerstag. Den Fund habe er Anfang des Jahres gemacht, sagte der Berufstaucher der Deutschen Presse-Agentur.

Er habe die Chiffriermaschinen aufgrund des starken Bewuchses nicht sofort erkannt. "Ein paar Tasten schauten raus." Um die Entdeckung seines Lebens handele es sich bei den Enigmas keinesfalls: "Für mich hat das keinen besonderen Stellenwert", sagte der 48-Jährige. "Funktionieren werden die Dinger nie wieder."

Nicht der erste Fund dieser Art

Erst im November vergangenen Jahres hatten Taucher in der Ostsee bei der Suche nach herrenlosen Fischernetzen eine Enigma gefunden. Der seltene Fund wird derzeit in der Werkstatt des Museums für Archäologie auf Schloss Gottorf in Schleswig restauriert.

Nach Angaben des Landesamts ist noch offen, wie die nun gefundenen Maschinen an ihren Fundort gelangten. Sie sollen ebenfalls fachgerecht konserviert werden. Nach Abschluss der Arbeiten ist eine Ausstellung zu den Chiffriermaschinen im Museum für Archäologie geplant. Außerdem handele es sich dabei um Gedenkorte.

Alliierte konnten deutsche Funk-Codes "mitlesen"

Laut Landesamt für Archäologie wurden während des Zweiten Weltkriegs schätzungsweise 100.000 bis 200.000 Enigmas gebaut. Es gab unterschiedliche Modelle. Die Archäologen gehen davon aus, dass zahlreiche weitere Enigmas in schleswig-holsteinischen Gewässern versenkt wurden. Sie seien Teil der jüngeren deutschen Geschichte, und ihre Fundorte könnten Aufschluss zu den Ereignissen am Ende des Zweiten Weltkrieges erbringen.

Nach ersten Erfolgen von Experten des polnischen Geheimdienstes trug der britische Mathematiker Alan Turing während des Zweiten Weltkriegs maßgeblich dazu bei, den Enigma-Code zu knacken. Dies hatte erheblichen Einfluss auf den U-Boot-Krieg im Atlantik. Fortan konnten die Briten die verschlüsselten Funk-Codes an deutsche Boote "mitlesen" – unbemerkt vom Kriegsgegner.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa 

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