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Forscher entdecken größtes Bakterium der Welt

Von afp
Aktualisiert am 24.06.2022Lesedauer: 2 Min.
Mangroven in Guadeloupe: Forscher hatten das Riesenbakterium erstmals 2009 in den Mangroven entdeckt.
Mangroven in Guadeloupe: Forscher hatten das Riesenbakterium erstmals 2009 in den Mangroven entdeckt. (Quelle: Pierre Yves Pascal/U.S. Department of Energy's Lawrence Berkeley National Laboratory/Handout/Reuters-bilder)
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Einzeller kann man meist nur unter dem Mikroskop sehen. Das Bakterium Thiomargarita magnifica hingegen ist außergewöhnlich.

Forscher in Guadeloupe haben das größte bisher bekannte Bakterium entdeckt. Das Thiomargarita magnifica ist mit einer Größe von bis zu zwei Zentimetern 5.000 Mal größer als durchschnittliche Bakterien und hat eine komplexere Struktur, wie es in einer am Donnerstag in der Fachzeitschrift "Science" veröffentlichten Studie heißt.

Es habe die Form einer Wimper und stelle die Erkenntnisse der Mikrobiologie auf den Kopf, erklärte Olivier Gros, Biologieprofessor an der Universität der Antillen und Mitautor der Studie.

Bakterium lässt sich mit bloßem Auge erkennen

Demnach lässt sich das Bakterium "mit bloßem Auge erkennen" und sogar "mit einer Pinzette greifen". Der Forscher hatte die Spezies erstmals 2009 in den Mangroven des französischen Überseegebiets in der Karibik entdeckt. "Zuerst dachte ich, es sei alles andere, nur kein Bakterium. Denn etwas, das zwei Zentimeter groß ist, kann kein Bakterium sein", sagte Gros. Doch mithilfe der Elektronenmikroskopie stellte sich rasch heraus, dass es sich um einen bakteriellen Organismus handelte.

(Quelle: Jean-Marie Volland/U.S. Department of Energy's Lawrence Berkeley National Laboratory/Handout)
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Eine Kollegin von Gros fand heraus, dass dieser zur Familie der Thiomargarita gehörte, einer bereits bekannten Gattung der Schwefelbakterien, die Sulfide für ihr Wachstum nutzen. Weitere Funde einer Wissenschaftlerin des Forschungszentrums CNRS in Paris deuteten darauf hin, dass es sich um "eine einzige Zelle" handelt, erklärte Gros.

Ein erster Versuch, in einer wissenschaftlichen Zeitschrift zu veröffentlichen, wurde abgebrochen, da überzeugende Bildbeweise fehlten. Erst dem jungen Forscher Jean-Marie Volland an der Universität von Kalifornien gelang, mit finanzieller Unterstützung und 3D-Mikroskopen eine überzeugende Darstellung des Riesenbakteriums. In menschlichen Proportionen gesehen sei die Neuentdeckung im Verhältnis zu ihren Artgenossen so kolossal, als "wenn ein Mensch jemanden treffen würde, der so groß ist wie der Mount Everest", sagte Volland.

"Ein Merkmal menschlicher, tierischer und pflanzlicher Zellen"

Er machte eine weitere interessante Entdeckung: Normalerweise schwimmt die DNA eines Bakteriums frei in der Zelle. In der neu entdeckten Art ist sie jedoch in kleinen, von einer Membran umgebenen Strukturen eingefasst, erklärte er. Dies sei "normalerweise ein Merkmal menschlicher, tierischer und pflanzlicher Zellen, komplexer Organismen (...) aber nicht von Bakterien".

Nun wollen die Forscher herausfinden, ob diese Art der DNA nur bei Thiomargarita magnifica vorkommt oder ob sie auch in anderen Bakterienarten zu finden ist.

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