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Hochwasser in Bayern: Simbach versinkt in den Fluten


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"Als ob ein Staudamm gebrochen wäre"

dpa, Von André Jahnke

Aktualisiert am 02.06.2016Lesedauer: 3 Min.
In Simbach am Inn schwimmen Autos im Hochwasser.
In Simbach am Inn schwimmen Autos im Hochwasser. (Quelle: dpa-bilder)
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Die Unwetterlage bedroht weiter Teile Deutschlands: Dieses Mal hat es Niederbayern besonders schwer getroffen. Eine gewaltige Flutwelle hat vor allem im Landkreis Rottal-Inn für dramatische Zustände und Katastrophenalarm gesorgt.

Eine Schneise der Verwüstung zieht sich durch Simbach am Inn. "Von da oben ist das Wasser gekommen", sagt ein Mann mit Regenschirm fassungslos und zeigt die Straße hinauf. "Das war, als ob ein Staudamm gebrochen wäre."


Überschwemmungen: Katastrophenalarm in Niederbayern

Starke Regenfälle haben zu heftigen Überschwemmungen im Landkreis Rottal-Inn in Niederbayern geführt.
Besonders stark betroffen ist der Ort Triftern. Er ist von der Außenwelt abgeschnitten, weil alle Brücken überschwemmt sind. Eingeschlossene Menschen müssen von den Einsatzkräften gerettet werden.
+7

Nach heftigem Dauerregen treten im Südosten Bayerns Flüsse und Bäche über die Ufer.

Tiefer sammelt sich die schmutzige Brühe

In Simbach im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn rauscht eine braune Flutwelle durch den Ort Richtung Tal. Autos, Bäume, Möbel und Kleinkram - alles wird mitgerissen. Im tiefer gelegenen Teil des Ortes sammelt sich die schmutzige Brühe. Während weiter oben schon die Aufräumarbeiten beginnen, ist weiter unten am Abend immer noch alles von den Wassermassen eingeschlossen.

Dieses Youtube-Video vermittelt einen Eindruck von der Katastrophe in Simbach:

So wie in Simbach sieht es auch in anderen Gemeinden im Kreis aus. In Triftern stehen Häuser bis in den ersten Stock unter Wasser. Hubschrauber befreien Menschen, die inmitten der Wassermassen gefangen sind. Sie schweben an Sicherungsseilen mit den Helikoptern aufs Trockene. Andere warten noch in den oberen Stockwerken ihrer Häuser auf Hilfe, manche sind aufs Dach geklettert. Und es hört nicht auf zu regnen.

"Es herrscht Land unter"

Verzweifelt betrachten die Bewohner die Schäden, die die Flut angerichtet hat. Geschäfte sind zerstört, Fensterscheiben unter dem Druck des Wassers regelrecht zerborsten. Wo das Wasser bereits abgeflossen ist, überzieht Schlamm die Straße. In einer Turnhalle in Simbach schwimmen Turnmatten im Schlick, die Tiefgarage der Sparkasse ist bis zum Rand mit Wasser vollgelaufen.

"Es herrscht Land unter. Die Wassermassen kamen sehr schnell", sagt Emil Bumberger von der Polizei in der Kreisstadt Pfarrkirchen. Das bekommt auch Johann Geier zu spüren. Er hat sich erst vor Kurzem in Triftern ein Haus gebaut, nahe dem Altbach, und ist erst im Dezember eingezogen. "Ich habe extra bei den Behörden gefragt, da hat man mir gesagt, das sei kein Hochwassergebiet. Die Lage sei nicht gefährdet", sagt er wütend. Nun ist alles zerstört.

Schüler sitzen in der Penne fest

Auch der 74-jährige Rainer Brandner ist immer noch schockiert. Er wohnt seit 50 Jahren in Triftern, ganz nah am Bach. "So ein Ausmaß gab es noch nie, damit haben wir nicht gerechnet", sagt er. "Wir müssen aber damit leben." Das Wasser hat sich durch die dreifachverglasten Fenster gedrückt und ist quer durchs Erdgeschoss gerauscht. Jetzt steht Brandner da mit einem Besen und blickt auf sein Zuhause, bis ihn die Feuerwehr in Sicherheit bringt.

Mitten in dem Chaos sind auch viele Kinder. In Simbach mussten sich 350 Schüler auf eine Übernachtung in ihrer Schule einrichten - die Zufahrtswege waren nicht passierbar. Auch in Triftern saßen am frühen Abend noch rund 50 Kinder fest. Auch die Polizei in Simbach musste ihre Diensträume verlassen. Die Schüler können am späten Abend die Gebäude noch stundenlangem Warten jedoch wohlbehalten verlassen. Die Lage beruhigt sich allmählich wieder.

Mammutaufgabe für die Helfer

Die Helfer stehen aber nun vor einer Mammutaufgabe: "Die Rettungskräfte sind pausenlos im Einsatz, um Menschen aus Autos und Häusern zu retten", sagt Rainer Kubitschek vom Landratsamt Rottal-Inn. Er rechnet mit Schäden mindestens im zweistelligen Millionenbereich.

Die aktuelle Unwetterkarte der Unwetterzentrale:

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