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Flüchtlinge vor Küste in Libyen: Deutsches Rettungsschiff in Seenot


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"Ohne Hilfe werden wir hunderte Tote haben"

dpa, lc

Aktualisiert am 17.04.2017Lesedauer: 2 Min.
Privates deutsches Rettungsschiff auf Mittelmeer in Seenot
Das private deutsche Rettungsschiff "luventa" geriet im Mittelmeer in Seenot. (Quelle: dpa-bilder)
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Vor der libyschen Küste haben sich am Osterwochenende dramatische Szenen zugetragen: Tausende Flüchtlinge mussten von behelfsmäßigen Schiffen vor dem Ertrinken gerettet werden. Für sieben Menschen kam jede Hilfe zu spät - darunter auch ein achtjähriger Junge. Ein deutsches Schiff geriet in Seenot.

In der Nacht zum Sonntag nahm die deutsche Organisation "Jugend Rettet" nach eigenen Angaben 400 Menschen an Bord, weitere 400 befänden sich ohne Rettungswesten auf ihren Booten im Mittelmeer, teilte die Organisation mit. "Jugend Rettet" setzte wegen der akuten Überlastung ihres Schiffs "Iuventa" einen Notruf ab. "Mehrere hundert Menschen befinden sich in akuter Lebensgefahr", erklärte die Organisation mit Sitz in Teltow bei Berlin.

"Bald hunderte Tote"

Keines der Rettungsschiffe in der unmittelbaren Umgebung der "Iuventa" könne weitere Menschen aufnehmen."Wenn nicht schnellstmöglich Hilfe kommt, werden wir hier bald hunderte Tote haben", zitierte die Organisation den Kapitän der "Iuventa". Die Sicherheit der an Bord genommenen Flüchtlinge habe bei schlechter werdendem Wetter "nicht weiter gewährleistet" werden können.

Die "Iuventa" übergab am Samstag die bis dahin aufgenommenen Flüchtlinge an das Bundeswehr-Versorgungsschiff "Rhein". Laut dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr brachte dieses Schiff 1181 in Seenot geratene Flüchtlinge nach Italien. Unter den 1181 Flüchtlingen waren den Angaben zufolge 428 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

666 Menschen sterben

Seit Freitag wurden vor der libyschen Küste mehrere tausend Flüchtlinge auf behelfsmäßigen Schiffen gesichtet. Mindestens 3000 Menschen wurden laut "Jugend Rettet" allein am Samstag von Schiffen der italienischen Küstenwache und von Hilfsorganisationen aufgenommen. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) wurden in diesem Jahr bereits mehr als 27.000 aus Libyen kommende Bootsflüchtlinge gerettet und nach Italien gebracht. 666 Menschen starben seit Jahresbeginn bei der Überfahrt oder werden seitdem vermisst.

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  • Annika Leister
Von Annika Leister
FlüchtlingeItalienMittelmeer
Justiz & Kriminalität




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