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Könnte es auch in Deutschland ein Unglück wie in Genua geben?

"Kritisches Alter"  

Tausende Brücken in Deutschland gelten als marode

15.08.2018, 11:50 Uhr | AFP, ds, dpa

Könnte es auch in Deutschland ein Unglück wie in Genua geben?. Eine Autobahnbrücke bei Würzburg: Über den Zustand vieler Brücken-Bauwerke zeigen sich Experten besorgt.  (Quelle: HMB-Media)

Eine Autobahnbrücke bei Würzburg: Über den Zustand vieler Brücken-Bauwerke zeigen sich Experten besorgt. (Quelle: HMB-Media)

Nach dem Brückeneinsturz in Italien warnen viele Experten vor dem Zustand deutscher Autobahnbrücken. Verkehrsminister Andreas Scheuer wiegelt ab.

Die Ursache für die Brücken-Katastrophe im italienischem Genua ist noch nicht gefunden, dennoch beunruhigt das Unglück auch deutsche Autofahrer. Tausende Autobahnbrücken gelten hierzulande als marode. Richard Dietrich, Brücken-Architekt warnt deshalb vor einer möglichen Tragödie in Deutschland: "Unsere Brücken verrotten gefährlich, ein Einsturzrisiko kann inzwischen nicht mehr ausgeschlossen werden", sagte der Dietrich den Zeitungen des Redaktionsnetzwerk Deutschland.

"Viele Brücken haben ein kritisches Alter erreicht", meint auch Frank Ehlert, Sprecher vom TÜV-Rheinland, der Brücken-Prüfungen durchführt. Gebaut in den 60er Jahren haben die Entwicklungen im Straßenverkehr den Bauwerken zugesetzt: "Der heutige Schwerlastverkehr war damals nicht absehbar." Er habe dafür gesorgt, die Probleme an den Brücken zu beschleunigen.

Grundsätzlich müsse man sich aber keine Sorgen machen, so Ehlert: "In Deutschland gibt es ein engmaschiges Prüfsystem. Unglücke wie in Genua hat es hier bislang nicht gegeben" Ein Grund: moderne Sensormesstechnik, die in Deutschland an maroden Brücken installiert wird. Ehlert: "Wie bei einem EKG wird der Zustand der Brücke dann in Echtzeit überprüft." 

Machen Reparaturen Brücken anfälliger für Einstürze?

An der Brücke in Genua, die in den 1960er Jahren gebaut wurde, waren zur Zeit des Einsturzes Instandsetzungsarbeiten durchgeführt worden. Auch in Deutschland wird an vielen Brücken gearbeitet. Ein Risiko-Faktor? "Arbeiten können grundsätzlich eine Ursache sein", sagt Markus Hennecke, Experten der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, der Deutschen Presse-Agentur. Aber bei sachgemäßer Ausführung sei die Sicherheit gewährleistet. In Deutschland arbeiteten Plan- und Prüfingenieure nach dem Vier-Augen-Prinzip zusammen. Auch Ehlert betont. "Eingriffe in Brücken werden ganz genau beobachtet. Im Zweifel werden sie während der Reparatur gesperrt."  

Doch welche Anzeichen für eine Katastrophe wie in Genua gibt es überhaupt? "Risse seien die offensichtlichsten, so Ehlert: "Doch nicht alles, was man sieht, muss auch gefährlich sein." Genauso können größere Schäden lange unsichtbar bleiben. Für Architekt Dietrich liegt das vor allem am überwiegend für den Brückenbau verwendeten Werkstoff Beton. "Wenn der Beton Risse hat, durch die Feuchtigkeit eindringt, löst sich irgendwann der Zement auf, dadurch rostet die freigelegte Stahlbewehrung, und spätestens dann leidet die Stabilität", erläuterte der Bauingenieur. Die Brückenprüfer vom TÜV kennen das Problem. Und sind deshalb immer mit einem Hammer unterwegs, um Brücken nach Hohlräumen abzuklopfen.  



In Deutschland werden alle Brückenbauwerke intensiv alle sechs Jahre, in einer einfacheren Prüfung alle drei Jahre untersucht. Das scheint bitter nötig: Bauingenieur Manfred Curbach sagte dem Deutschlandfunk, etwa jede zehnte Brücke in Deutschland sei in einem Zustand, in dem "wir uns mehr um sie kümmern müssen". Er betonte zugleich, in Deutschland gebe es ein "ausgeklügeltes Sicherheits- und Überwachungssystem". Falls es bei einer Brücke Probleme gebe, würden Gegenmaßnahmen ergriffen – etwa Verkehrsreduzierungen, Reparaturen oder Neubauten. 

Verkehrsminister Andreas Scheuer warnt vor einer Dramatisierung der Zustände in Deutschland: "Wir haben wieder eine sehr typisch deutsche Diskussion. Was in Deutschland als marode oder nicht ausreichend gilt, ist anderswo in einem guten Zustand eingestuft", sagte er dem Sender NTV.

Verwendete Quellen:
  • dpa, AFP

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