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Polen – Tote Mädchen: Betreiber sitzt nach Brand in Escape Room in U-Haft

Polen trauert um 15-jährige Mädchen  

Betreiber sitzt nach Brand in Escape Room in U-Haft

07.01.2019, 16:17 Uhr | dpa, jmt

Polen: Unzulässige Escape Rooms müssen nach Brandkatastrophe schließen. (Quelle: Reuters)
Polen: Unzulässige Escape Rooms müssen nach Brandkatastrophe schließen

Nachdem fünf Mädchen dem Feuer in einem Escape-Room zum Opfer fielen, kündigte Polens Premierminister Mateusz Morawiecki an, alle Escape-Rooms mit unzulänglichen Brandschutzvorrichtungen schließen zu lassen. (Quelle: Reuters)

Polen: Unzulässige Escape Rooms müssen nach Brandkatastrophe schließen. (Quelle: Reuters)


Nach dem Brand in einem polnischen Escape Room gerät der Besitzer unter Verdacht. Landesweit rücken Behörden zu Kontrollen aus. Die Fluchtspiele sind auch in Deutschland beliebt.

Ein Gericht hat nach der tödlichen Brandtragödie in einem "Escape-Room" in Polen Untersuchungshaft für den Besitzer des Unglücksbetriebs angeordnet. Der Mann bleibe vorerst drei Monate in Arrest, sagte Staatsanwalt Ryszard Gasiorowski nach der nichtöffentlichen Sitzung am Amtsgericht der nordpolnischen Stadt Koszalin.

Der Escape-Room-Besitzer – ein 28 Jahre alter, nicht vorbetrafter Mann  aus der Woiwodschaft Großpolen – muss sich nach dem Tod von fünf 15-jährigen Mädchen unter anderem wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Ihm drohen bis zu acht Jahre Haft.

Ermittler stellen Gasheizgeräte sicher

Bei dem Brand waren am Freitag fünf in einem Raum eingeschlossene Mädchen ums Leben gekommen. Sie werden am Donnerstag beerdigt, wie Bürgermeister Piotr Jedlinski ankündigte. Die Jugendlichen hatten mit dem Abenteuerspiel einen Geburtstag feiern wollen. Bei dem Spiel versucht eine Gruppe, aus einem abgeschlossenen Raum zu entkommen. Sie muss dafür unter Zeitdruck bestimmte Aufgaben lösen.

Escape-Games haben sich in den vergangenen Jahren in vielen Ländern zu einem Trend entwickelt. Für die polnischen Mädchen wurde das Spiel allerdings zur tödlichen Falle. Als plötzlich Flammen ausbrachen, konnten sie sich nicht rechtzeitig befreien.

Auch ein Mitarbeiter des Escape-Rooms wurde verletzt. Der Mann wurde am Montag weiter mit Verbrennungen im Krankenhaus behandelt. Die Flammen hätten den Mädchen den Fluchtweg abgeschnitten, gab er gegenüber der Staatsanwaltschaft an. Auch er konnte aufgrund des Feuers die Mädchen nicht befreien. Als er dies mit Entsetzen feststellte, sei er auf die Straße gerannt, um Hilfe zu holen, hieß es.

Nach ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft war in einem Vorraum Gas aus einem Behälter entwichen und hatte sich entzündet. Es wurden mehrere Gasheizgeräte sichergestellt. Polnische Behörden lassen seit Samstag die Brandschutzmaßnahmen in allen rund 1.100 Escape-Räumen in Polen kontrollieren. Wegen Sicherheitsmängeln wurden bereits 26 Betriebe geschlossen.

Ministerpräsident Mateusz Morawiecki von einer beispiellosen Tragödie und drückte den Familien der Toten sein Beileid aus. Zudem kündigte er an, dass gefährliche Gasöfen aus dem Verkehr gezogen werden sollen. Erwägt wird auch eine Pflicht, spezielle Sensoren für Rauchgas zu installieren.

Escape-Room-Besitzer will sich nicht äußern

Auch dem Escape-Room-Besitzer in Koszalin werfen Ermittler grobe Sicherheitsverstöße vor. Der Mann sei nach den Ereignissen traumatisiert, berichteten polnische Medien. Er sprach den Familien der toten Mädchen sein Beileid aus, zu den Vorwürfen wollte er sich vor Gericht zunächst nicht äußern. Grund sei seine schlechte psychische Verfassung, wie sein Verteidiger dem Sender TVN24 sagte. Er stehe kurz vor einem Nervenzusammenbruch.
 

 
Auch die Einwohner des rund 100.000-Einwohner-Orts Koszalin waren von der Tragödie erschüttert. Viele von ihnen legten am Unglücksort Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Die Mitschüler der Mädchen wurden nach Angaben der Schule psychologisch betreut.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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