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Extremwetter in Australien: Wie die Einwohner trotz irrer Hitze cool bleiben

Extremwetter bis fast 50 Grad  

Wie die Australier trotz irrer Hitze cool bleiben

Von Anna-Lena Janzen, Melbourne

26.01.2019, 15:42 Uhr
190124 MELBOURNE Jan 24 2019 A spectator plays at a fountain during the 2019 Australian O (Quelle: Reuters)
Rekordhitze macht Australiern zu schaffen

Als der neue Rekord von 46,2 Grad Celsius in Adelaide erreicht wurde, hat ein Pub-Besitzer einfach mal Freibier an seine Kunden ausgegeben.

Sonne satt: Die Rekordhitze macht den Australiern mächtig zu schaffen. (Quelle: Reuters)


Hitze, Dürre und Buschfeuer: Down Under schwitzt unter Rekordtemperaturen. Auch in Deutschland werden die Sommer heißer. Wie halten die Australier das Jahr für Jahr aus? Drei Beobachtungen.

Die Klimaanlagen laufen auf Hochtouren, die Strände sind voll, Bilder von schmelzendem Straßenasphalt, brennenden Wäldern und schwitzenden Tennisspielern machen die Runde. Der Sommer hat in vielen Teilen Australiens erbarmungslos zugeschlagen.

Die Temperaturen in Melbourne, wo auch gerade die Australian Open stattfinden, sind in den letzten zwei Tagen über die 40 Grad Marke geklettert. Noch heißer ist es im Süden des Landes. Die Hitze lässt nicht nach.

2018 war seit Beginn der Messungen das drittwärmste Jahr in Australien, das haben die Behörden in einem neuen Bericht zum Klima mitgeteilt. Dieser Sommer hat auch schon Rekorde geknackt: Kurz vorm Jahreswechsel hatte das Thermometer im Landesteil Victoria einen Rekordwert von 48,1 Grad gemessen. Im Nordwesten Australiens waren es sogar 49,3 Grad. Hitzerekorde wurden in mehr als zehn Städten im Süden des Landes gebrochen. 

Erinnerungen werden wach. Ja, auch Deutschland ächzte im letzten Sommer unter einer Rekordhitze. Mit Unmut denken wir an Waldbrände und monatelange Dürre. Wie halten die Australier das Jahr für Jahr aus, wie bleiben die bei einer solchen Hitze so cool?

Hier sind drei Beobachtungen:

1. "Slip, Slop, Slap" – Warnungen für jedermann/frau

Australien ist das Land der Warnungen und Verbote. Der Staat hält seine Bürger gerne am Händchen, auf Englisch nennt man ihn deshalb einen "Nanny State" (zu Deutsch: Kindermädchen-Staat). Auch im "gefährlichen" australischen Sommer setzen die Behörden daher auf permanente Erziehung der Bürger.

In den Nachrichten und sozialen Netzwerken wird man damit nur so bombardiert: "Nicht ohne Wasser aus dem Haus gehen – Herz-Kreislauf-Gefahr", "Nicht ohne Hut aus dem Haus gehen – Hautkrebsgefahr" und so weiter. Unterstützt werden viele dieser Kampagnen mit saftigen Geldstrafen. "Grillen verboten – 100.000 Dollar Strafe!", solche Warnbotschaften sind keine Seltenheit. Das Gute daran: Man ist vorbereitet und weiß, sich in brenzligen Situationen richtig zu verhalten.

Hitze im Outback: Die örtliche Feuerwehr warnt mit einem Schild vor der Buschfeuergefahr. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)Hitze und Trockenheit im Outback: Die örtliche Feuerwehr warnt mit einem Schild vor der Buschfeuergefahr. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schon seit 1981 ruft der Slogan "Slip, Slop, Slap" des australischen Krebsinstituts die Menschen dazu auf, sich 1. mit Kleidung zu vermummen, 2. von oben bis unten einzucremen – und 3. einen Hut aufzusetzen. Ist doch kinderleicht!

2. Hitze, Buschfeuer, Dürre – Zusammenhalt ist alles

Jedes Jahr müssen Tausende Australier wegen Buschbränden bangen. Die Feuerwehr in Australien arbeitet in diesen Monaten rund um die Uhr. In den Medien läuft das Thema rauf und runter. Ganz Australien hört zu – und ist in Alarmbereitschaft. Hier fällt eines besonders auf: der Zusammenhalt zwischen den Menschen, wenn es darum geht, eine schwere Zeit zu meistern.

Freiwillige Helfer schuften in der Hitze, um sich selbst und ihre Nachbarn vor der Feuergefahr zu schützen. Mitarbeiter der freiwilligen Feuerwehr werden hierzulande als Helden gefeiert. In einem Hotel schenken die Barkeeper Freibier aus. Der Nachbar lädt den ganzen Ort zu sich nach Hause ein, da er einen Swimmingpool im Garten hat, ein Mann findet seine Nachbarin bewusstlos im Haus – und rettet ihr Leben – auch solche Geschichten machen hier immer wieder Nachrichten. 

Und auch für die Tierwelt hat der Australier ein Herz. Possum, Känguru und Wombat bekommen bei irren Temperaturen einen Wassernapf und ein schattiges Plätzchen geboten. Gemeinschaft wird hier großgeschrieben – das ist der australische Teamgeist!

3. "No worries, mate"  –  Das Beste draus machen

Der Australier ist von Grund auf ein positiver Mensch. Das Glas ist also halb voll, nicht halb leer. Ob in der Tram mal wieder die Klimaanlage ausgefallen ist – oder in der ganzen Stadt die Elektrizität versagt, "It's a beautiful day", summen die Australier gelassen vor sich hin. Gejammert wird hier nicht. Stattdessen freut man sich, dass man später im Pub ein eiskaltes Bier trinken (bitte im "Stubby Holder", damit es kalt bleibt) und anderen beim Schwitzen zusehen kann (Australian Open auf der Leinwand). 

Eine tolle Erfindung, das finden viele Australier: Der "Stubby Holder" hält die Getränke kalt. (Quelle: Getty images) (Quelle: Getty images)

Und da wären wir auch schon beim nächsten Punkt: Tough sein! Schwäche zeigt der Australier nur sehr ungern. Augen zu und durch, heißt die Devise. Ob es zu heiß für ein Tennisspiel ist? – No way! Tennis ist ein Sommersport. Trotz der Hitze auf dem Bau schuften? Dafür wird man ja schließlich bezahlt. Und wenn man das Meer zur Abkühlung nicht vor der Tür hat, na dann wird man eben einfallsreich.

So nimmt das Leben auch trotz des katastrophalen Wetters weiter seinen Lauf – mit viel Humor und wenig Nörgelei ...

... denn schließlich kommt die kühle Brise ja doch noch irgendwann.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen

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