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Warnstreik am Hamburger Flughafen: Mehr als 50 Flüge gestrichen

Tarifstreit  

Streik am Hamburger Flughafen – viele Flüge gestrichen

04.02.2019, 12:11 Uhr | dpa, pdi

Warnstreik am Hamburger Flughafen: Mehr als 50 Flüge gestrichen. Mitarbeiter Bodenverkehrsdienste nehmen am Flughafen an einem Warnstreik teil. Die Gewerkschaft Verdi hat kurzfristig für Montag zu einem ganztägigen Warnstreik der Bodenverkehrsdienste am Flughafen aufgerufen. (Quelle: dpa)

Mitarbeiter Bodenverkehrsdienste nehmen am Flughafen an einem Warnstreik teil. Die Gewerkschaft Verdi hat kurzfristig für Montag zu einem ganztägigen Warnstreik der Bodenverkehrsdienste am Flughafen aufgerufen. (Quelle: dpa)

Chaos für Flugreisende in Hamburg: Ein Warnstreik des Bodenpersonals hat große Einschränkungen im Flugverkehr zur Folge. Mehr als 50 Flüge fallen aus.

Ein ganztägiger Warnstreik des Bodenpersonals am Hamburger Flughafen hat am Montag zu mehr als 50 Flugausfällen geführt. Von 3 Uhr an legten die Mitarbeiter der Frühschicht ihre Arbeit nieder, wie eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi am Montagmorgen sagte. "Das sind aktuell bestimmt 150 Kollegen", berichtete sie. Zwischen 12 und 14 Uhr würden auch die Mitarbeiter der Spätschicht dazustoßen.

Reisende müssen sich durch die Aktion auf Verspätungen und gestrichene Flüge einstellen. Insgesamt 58 Flüge wurden zunächst für den Montag gestrichen, wie eine Flughafensprecherin sagte - darunter 27 Ankünfte und 31 Abflüge. "Da könnten auch noch welche hinzukommen", fügte sie hinzu. Zum Bodenpersonal zählen Beschäftigte, die für die Gepäckverladung, die Abfertigung von Flugzeugen und die Busse zuständig sind.

Unangekündigter 24-Stunden-Streik

Grund für den kurzfristig angekündigten Warnstreik war das nach Ansicht von Verdi unzureichende Arbeitgeberangebot in der laufenden Tarifrunde mit dem Arbeitgeberverband Arbeitsrechtliche Vereinigung Hamburg (AVH). Verdi fordert für die fast 1000 Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste eine monatliche Tariferhöhung von 275 Euro für alle.

Hamburg: Fluggäste stehen am Eingang zur Sicherheitskontrolle des Flughafens in einer Schlange. (Quelle: dpa)Hamburg: Fluggäste stehen am Eingang zur Sicherheitskontrolle des Flughafens in einer Schlange. (Quelle: dpa)

"In den Tarifverhandlungen wurde uns mitgeteilt, dass 140 Euro mehr pro Flieger verlangt werden müsste", sagte die Verdi-Sprecherin. Bei durchschnittlich 124 Passagieren pro Flug sei das nur etwa ein Euro pro Fluggast, um die Forderungen der Gewerkschaft vollständig erfüllen zu können. "35 Leute sind mit der Abfertigung einer Maschine beschäftigt. Da müssen sich die Menschen auch mal überlegen, wie viel sie für ihr Ticket zahlen", sagte sie.

Zu dem Warnstreik hatte Verdi am Sonntag aufgerufen. "Ein unangekündigter 24-Stunden-Warnstreik ist völlig überzogen und unverhältnismäßig", kritisierte Flughafensprecherin Katja Bromm.

Am Montagmorgen war lediglich eine Notbesetzung des Bodenpersonals anwesend, wie eine Flughafen-Sprecherin sagte. "Im Moment fahren auch keine Shuttlebusse von den etwas weiter entfernten Parkplätzen zum Flughafen", berichtete sie. Ein Ersatzverkehr mit Taxis sollte eingerichtet werden.



Auch Christian Noack, Geschäftsführer HAM Ground Handling, das für Bodenverkehrsdienste am Hamburger Flughafen zuständig ist, sah die Aktion kritisch. Verdi fordere mehr, als die Bodenverkehrsdienste bei angespannter Marktlage überhaupt erwirtschaften könnten, sagte er.

Vor rund zwei Wochen hatte ein Warnstreik des Sicherheitspersonals am Hamburger Flughafen bereits zu erheblichen Beeinträchtigungen geführt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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