Sie sind hier: Home > Panorama >

Ein Opfer liegt im Wachkoma - Vergiftete Pausenbrote: Lebenslang für versuchten Mord

Bielefeld  

Vergiftete Pausenbrote: Lebenslang für versuchten Mord

07.03.2019, 18:39 Uhr | dpa

Ein Opfer liegt im Wachkoma - Vergiftete Pausenbrote: Lebenslang für versuchten Mord. Im Prozess um vergiftete Pausenbrote muss sich ein 57-jähriger Deutscher vor dem Landgericht Bielefeld wegen versuchten Mordes verantworten.

Im Prozess um vergiftete Pausenbrote muss sich ein 57-jähriger Deutscher vor dem Landgericht Bielefeld wegen versuchten Mordes verantworten. Foto: Friso Gentsch. (Quelle: dpa)

Bielefeld (dpa) - Höchststrafe für versuchten Mord: Weil er die Pausenbrote von Kollegen vergiftet haben soll, ist ein Mann aus Ostwestfalen zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Das Landgericht Bielefeld ordnete am Donnerstag darüber hinaus Sicherungsverwahrung für den 57-Jährigen an, da die Richter von einem Hang zu weiteren schweren Straftaten ausgehen. Das Schwurgericht stellte zusätzlich die besondere Schwere der Schuld fest. Damit griffen die Richter zur Höchststrafe. Lebenslang wird bei Mordversuchen nur selten verhängt. Eines der drei Opfer liegt seit Herbst 2016 in einem Wachkoma.

Klaus O. soll Kollegen in einem Betrieb in Schloß Holte-Stukenbrock bei Bielefeld von 2015 bis 2018 mit gefährlichen Substanzen auf deren Pausenbroten und in Getränken vergiftet haben. Der Angeklagte äußerte sich im Prozess nicht. Psychiatrische Gutachter konnten daher nur Vermutungen zur Motivlage anstellen.

Klaus O. habe wohl beobachten wollen, wie das Gift wirkt, hatte ein Psychologe im Prozess über die fünf Gespräche in der Untersuchungshaft berichtet: "Seine Äußerungen zu seinem Motiv kamen mir vor wie bei einem Wissenschaftler, der ausprobiert, wie Stoffe wirken bei einem Kaninchen."

Der Vorsitzende Richter Georg Zimmermann betonte, dass das Motiv im Dunkeln geblieben sei: "Wir wissen nichts." Er sagte in der Urteilsbegründung, dass die Schuld des Verurteilten wegen der Folgen für die Opfer besonders schwer wiege. Außerdem bezeichnete Zimmermann Klaus O. als eine Gefahr für die Allgemeinheit. "Bei Ihnen wurden Stoffe gefunden, die gefährlicher sind als Kampfstoffe, die im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden ", sagte der Vorsitzende Richter.

Einem der heute kranken Kollegen war im vergangenen Jahr schließlich ein weißes Pulver auf einem Brot aufgefallen. Er wurde stutzig, machte Fotos und schaltete die Firmenleitung ein. Das Unternehmen ließ eine Videoüberwachung in dem Pausenraum installieren. Die Aufnahmen, die auch in dem Prozess als Beweis gezeigt und verwendet wurden, zeigten den jetzt Verurteilten dabei, wie er das Pulver in von den Kollegen unbeobachteten Momenten auf deren Stullen verteilte.

Zwei der Kollegen von Klaus O. wurden nierenkrank und müssen heute mit erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen leben. Ein drittes Opfer liegt mit einem irreparablen Hirnschaden seit 2016 im Wachkoma und wird von seinen Eltern gepflegt.

Dass der Angeklagte sich in dem Prozess nicht zu den Vorwürfen oder seinem Motiv geäußert hatte, hatte für Enttäuschung bei den Nebenklägern gesorgt. Während der Verhandlung saß Klaus O. weitestgehend regungslos zwischen seinen Verteidigern. Auch das Urteil nahm er ohne äußerliche Regung auf.

Klaus O. gilt als voll schuldfähig. Er wurde auch der schweren und der gefährlichen Körperverletzung schuldig gesprochen. Wird wie in seinem Fall eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt und außerdem die besondere Schwere der Schuld festgestellt, ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren rechtlich möglich, in der Praxis aber so gut wie ausgeschlossen. Die Verteidigung kündigte Revision an.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Highspeed-Surfen mit TV für alle: viele Verträge, ein Preis!
jetzt Highspeed-Streamen mit der Telekom
Gerry Weberbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe