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Bleiloch-Stausee in Thüringen: Katastrophenfall wegen Waldbrand ausgerufen


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Waldbrand in Thüringen – Katastrophenfall ausgerufen

Von dpa, nhr

Aktualisiert am 23.04.2019Lesedauer: 3 Min.
Waldbrand: In Thüringen stehen offenbar mehrere Hektar Wald in Flammen (Symbolbild)
Waldbrand: In Thüringen stehen offenbar mehrere Hektar Wald in Flammen (Symbolbild) (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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In Thüringen brennen mehrere Hektar Wald. Zwischenzeitlich war das Feuer schon fast gelöscht – jetzt ist er jedoch neu aufgeflammt. Das Landratsamt hat den Katastrophenfall ausgerufen.

Am Bleiloch-Stausee in Thüringen kämpften am Dienstag Einsatzkräfte gegen ein riesiges Feuer. Den Behörden zufolge stand ein Waldgebiet auf rund 13 Hektar in Flammen. Landrat Thomas Fügmann rief am Nachmittag den Katastrophenfall aus. Mit eigenen Kräften sei das Feuer nicht zu löschen, überregionale Hilfe werde benötigt, sagte er dem Mitteldeutschen Rundfunk. Die Löscharbeiten seien "äußerst schwierig", es gebe mehrere neue Brandherde.

Der am Ostersonntag erstmals ausgebrochene Brand galt eigentlich schon als gelöscht, ist aber zwischenzeitlich an mehreren Stellen wieder aufgeflammt. Menschen seien nicht in Gefahr, hieß es. Anwohner wurden aber gebeten, Fenster und Türen der Häuser geschlossen zu halten. Eine Brücke der B90 in Saaldorf ist wegen des Einsatzes gesperrt, da ein Löschhubschrauber im Einsatz ist und betankt werden muss. Der Bleiloch-Stausee ist wegen des Elektronik-Festivals "SonneMondSterne" deutschlandweit bekannt.

Akute Waldbrandgefahr in mehreren deutschen Regionen

Wegen akuter Waldbrandgefahr herrscht in vielen Regionen Deutschlands inzwischen die höchste Warnstufe. Das Umweltministerium in Brandenburg rief am Dienstag nun auch flächendeckend für das Bundesland die Stufe 5 aus. Der Waldbrandgefahren-Index des Deutschen Wetterdienstes (DWD) markierte darüber hinaus den Süden Mecklenburg-Vorpommerns, das nördliche Sachsen, den Osten Sachsen-Anhalts sowie die Region um das niedersächsische Celle als sehr stark gefährdet.

In Spremberg bei Cottbus brannten bereits in der Nacht zu Dienstag 4,5 Hektar, wie der Waldbrandschutzbeauftragte Raimund Engel sagte. Das Feuer sei kurz vor Mitternacht gemeldet worden und in den frühen Morgenstunden gelöscht.

Probleme mit Bränden gab es aber auch zum Beispiel in Bayern. In Hersbruck östlich von Nürnberg geriet am Ostermontag ein ein Hektar großes Waldstück in Flammen. Weil die Fläche schwer zugänglich war, stellten Landwirte ihre Güllefässer für den Wassertransport zur Verfügung, berichtete ein Kreisbrandrat.

Einige Wälder dürfen vorerst nicht betreten werden

Nach dem Riss einer Stromleitung gerieten in einem Dorf östlich von Schwerin zwei Hektar Wald in Brand. Ein umstürzender Baum hatte die Hochspannungsleitung beschädigt, wie die Polizei mitteilte. 50 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

In Niedersachsen war die Feuerwehr nach zwei großen Moorbränden am Dienstag noch mit Nachlöscharbeiten beschäftigt. Das Feuer in der Nähe von Vechta, das am Ostermontag ausgebrochen war, sei fast vollständig gelöscht, sagte eine Polizeisprecherin. Zum Nachlöschen seien noch rund 150 Feuerwehrleute im Einsatz. Am Vortag waren es bis zu 400 gewesen. Gebrannt hatte es auch dort auf mehreren Hektar Fläche.

Auch im Norden Sachsens dürfen wegen der teils sehr hohen Waldbrandgefahr einige Wälder vorerst nicht mehr betreten werden. Dort galt am Dienstag die höchste Warnstufe 5. Der Monat April sei in Sachsen bisher wieder "arg trocken" gewesen, sagte Meteorologe Florian Engelmann vom DWD. Bis einschließlich Ostern fielen in Sachsen im Schnitt gerade einmal 2,1 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Das langjährige Mittel für April liegt laut DWD bei 58,4 Liter pro Quadratmeter.

Trockene Pflanzenreste sind Grund für die Gefahr

Die Gefahr von Waldbränden ist noch ein wenig höher als im Vorjahr, warnen die Niedersächsischen Forsten. "Ursache sind die trockenen Pflanzenreste des vergangenen Jahres." Das frische Grün komme erst noch. Wie ein Fön trockne der Wind etwa altes Gras und könne auch zu einer raschen Ausbreitung eines Feuers beitragen.


Wichtige Faktoren bei der Waldbrandgefahr seien deshalb Wind und Trockenheit, die Temperaturen spielten nur eine nachgeordnete Rolle. Angesichts der Brandgefahr sei es derzeit mehr als fahrlässig, in den Wäldern zu rauchen oder anders mit offenem Feuer zu hantieren, warnte Aßmann. Aus dem Auto geworfene Zigarettenkippen könnten zu Feuern an Böschungen führen. "Die Bürger sollten bei Bränden sofort den Notruf wählen", sagte er. Immerhin rechnet der DWD wegen des ein oder anderen Regenschauers vielerorts zumindest vorübergehend mit einer leichten Entschärfung.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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