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Vermieter mit E 605 vergiftet: Neun Jahre Haft

Von dpa
Aktualisiert am 26.09.2019Lesedauer: 2 Min.
Ein 23-JĂ€hriger muss neun Jahre in Haft.
Ein 23-JĂ€hriger muss neun Jahre in Haft. (Quelle: Markus Scholz./dpa)
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LĂŒbeck (dpa) - Es sollte ein Denkzettel sein, doch der war tödlich: Aus Ärger ĂŒber seinen Vermieter hat ein 23 Jahre alter Mann dem ungeliebten Hausbesitzer das Pflanzenschutzmittel E 605 in dessen Portwein gemischt. Der Vermieter trank davon und starb.

Das Landgericht LĂŒbeck verurteilte den gestĂ€ndigen Angeklagten zu neun Jahren Haft wegen Mordes durch Unterlassen. Mit ihrem Urteil folgten die Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Das Gericht begrĂŒndete sein Urteil damit, dass der Angeklagte nach eigener Aussage kurz erwogen habe, die Flasche mit dem vergifteten Wein wegzuwerfen, bevor das Opfer daraus trank. Aus Angst vor der Reaktion des alkoholsĂŒchtigen Vermieters habe er die Flasche dann doch im Wohnzimmer stehen gelassen. Das wertete das Gericht als Mord durch Unterlassen, bei dem auch eine niedrigere als die lebenslange Haftstrafe verhĂ€ngt werden kann.

Der Angeklagte verfolgte die UrteilsverkĂŒndung wie schon die vorangegangenen Prozesstage mit gesenktem Kopf und verschrĂ€nkten HĂ€nden. Der 23-JĂ€hrige hatte im Prozess immer wieder betont, dass ihm die Tat leid tue und er seinen Vermieter nicht habe töten wollen. "Ich wollte niemals, dass er stirbt. Ich ging von Bauchschmerzen, Durchfall oder Erbrechen aus", hatte der junge Deutsche zum Auftakt des Prozesses gesagt.

Das Gericht hielt das fĂŒr eine Schutzbehauptung. "Auf der Flasche stand "Achtung, Gift" und auf dem Etikett war ein Totenkopf abgebildet. Der Angeklagte musste wissen, dass es sich um ein tödliches Gift handelte", sagte die Vorsitzende Richterin.

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Aus Rache fĂŒr angebliche Beleidigungen und Beschimpfungen durch den Vermieter hatte der Angeklagte am Abend des 18. Februar 2019 das Mittel E 605 in den Wein gekippt und die Flasche zurĂŒck an ihren Platz gestellt. "Es war ganz sicher nur ein Tropfen", hatte der 23-JĂ€hrige im Prozess gesagt. Nach Aussage eines toxikologischen Gutachters befanden sich jedoch 33 bis 50 Tropfen des Gifts in der Flasche.

Zwei 19 Jahre alte Mitangeklagte, die ebenfalls in dem Haus des 56-jĂ€hrigen Vermieters wohnten, wurden wegen Nichtanzeigens einer Straftat zu Jugendstrafen von jeweils einem Jahr auf BewĂ€hrung verurteilt. "Sie haben mitbekommen, dass der Hauptangeklagte Gift in den Wein schĂŒttete, und sind haarscharf an einer MittĂ€terschaft durch Unterlassen vorbeigeschrammt", sagte die Richterin.

Staatsanwaltschaft und Verteidiger verzichteten noch im Gerichtssaal auf Rechtsmittel. Der Anwalt der NebenklĂ€ger Ă€ußerte sich zunĂ€chst nicht. Er hatte fĂŒr den 23-JĂ€hrigen lebenslange Haft wegen Mordes gefordert.

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