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Südtirol: Betrunkener rast in deutsche Reisegruppe – sechs Tote

Sechs Tote, elf Verletzte in Südtirol  

Betrunkener rast mit Sportwagen in deutsche Reisegruppe

05.01.2020, 21:32 Uhr | dpa, AFP, t-online.de, jmt

Südtirol: Betrunkener rast mit Sportwagen sechs Menschen tot

In Italien ist ein offenbar betrunkener Autofahrer in eine deutsche Reisegruppe gefahren und hat sechs junge Urlauber getötet. (Quelle: Reuters)

Ermittlungen am Unfallort: Ein 27-Jähriger hat hier mit seinem Sportwagen betrunken sechs Menschen umgebracht, als er in eine Gruppe deutscher Urlauber raste. (Quelle: Reuters)


Sie waren während der Skiferien unterwegs von einem Discobesuch in ihre Herberge. Da fährt ein Autofahrer in die Gruppe junger deutscher Touristen in Südtirol. Es gibt viele Tote und Verletzte. 

In Südtirol hat sich ein schweres Unglück ereignet: Ein Auto fuhr dort in eine Reisegruppe aus Deutschland – sechs junge Urlauber starben laut Angaben der Feuerwehr, elf wurden verletzt, vier von ihnen schwer. Zwei der Verletzten stammen aus Südtirol, alle übrigen Opfer aus Deutschland. Die Toten stammen überwiegend aus Nordrhein-Westfalen. 

Die Bilder von der Unfallstelle am Tag danach sehen Sie oben im Video.

Bei den Unfallopfern handelt sich den Angaben zufolge um junge Leute zwischen 20 und 25 Jahren, die in ihrem Skiurlaub aus der Disco kamen. "Es waren Studenten", zitierte der Sender Rai Südtirol eine Quelle aus dem Ferienhaus der Gruppe. Die Verletzten kamen in Krankenhäuser der Region, eine Frau wurde in eine Klinik nach Innsbruck geflogen. Die sechs Todesopfer starben laut einem Bericht des Senders Rai Südtirol noch am Unfallort.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich angesichts des Unglücks betroffen. "Die Nachrichten aus Südtirol sind erschütternd – ein fröhlicher Abend, der in der Katastrophe endet", erklärte Merkel in einer Stellungnahme, die Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter verbreitete. Merkel trauere mit allen, "die dort heute Nacht Kinder, Geschwister, Freunde verloren haben". Den Verletzten wünschte sie Kraft und baldige Genesung.

Auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet äußerte sein Mitgefühl auf Twitter."Dieses schreckliche Unglück macht mich fassungslos und unendlich traurig", schrieb der CDU-Politiker.

"Wie auf einem Schlachtfeld"

Der PS-starke Sportwagen hatte die Touristen gegen 1 Uhr im Dorf Luttach der Gemeinde Ahrntal erfasst. Vermutlich sei die Gruppe zuvor ausgegangen, teilte die Feuerwehr mit. "Das neue Jahr beginnt mit dieser schrecklichen Tragödie", sagte der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher. "Wir sind alle geschockt." Helmut Abfalterer von der Feuerwehr sagte der "Tageszeitung Online": "Es hat ausgesehen wie auf einem Schlachtfeld."

Die Ermittlungen zum Unglückshergang dauern an. Der 27-jährige einheimische Autofahrer überlebte. Er war laut Polizeiangaben erheblich betrunken und wurde festgenommen. Demnach hatte er mehr als 1,9 Promille im Blut und werde noch auf Drogen getestet. Ihm werde mehrfache Tötung im Straßenverkehr vorgeworfen. Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, der Fahrer sei auch sehr schnell unterwegs gewesen. Das ist auch eine Annahme der Polizei.

Der Unfallfahrer stehe unter Schock. Er sei dementsprechend im Krankenhaus in psychologischer Behandlung von Spezialisten, sagte ein Polizeisprecher in Bozen am Sonntag. Medien in Italien hatten berichtet, der Mann aus dem Südtiroler Ort Kiens sei in der Psychiatrie. Er habe gesagt, sich umbringen zu wollen, als er von der hohen Zahl der Toten erfahren habe. Er habe "Sachen gesagt", die in diese Richtung gehen könnten, sagte der Polizeisprecher. 

Video zeigt, wo es zum Unfall kam:

Luttach bei Bozen: An dieser Stelle raste ein Auto in eine Touristengruppe, sechs Menschen kamen ums Leben. (Quelle: t-online.de)

Man müsse die Opfer noch identifizieren, sagte ein Polizeisprecher in Bozen. Woher in Deutschland die Menschen kamen, war noch unklar. In der Gruppe von Deutschen hätten sich nicht alle untereinander gekannt und nicht alle hätten Dokumente bei sich gehabt. Mitarbeiter des deutschen Generalkonsulats in Mailand unterstützten die Behörden bei der Identifizierung, teilte das Auswärtige Amt mit. Sie würden auch bei der Betreuung der Betroffenen helfen.

Die Gegend liegt in Italien an der österreichischen Grenze und ist als Ski- und Wintersportgebiet bekannt. Die Provinz ist wegen ihrer Berglandschaft sowohl im Winter als auch im Sommer ein beliebtes Touristenziel. Der Ort ist bekannt bei deutschen Jugendgruppen, die zum Skifahren kommen. Seit längerem gab es dort Klagen über Autos, die auf der Hauptstraße rasen und über mangelnde Kontrollen. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa, AFP

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