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Architekturbüro schreibt an Bewerber: "Bitte keine Araber"

Alles nur ein Missverständnis?  

"Bitte keine Araber": Aufregung um Bewerbungspanne

Von Josephin Hartwig

15.01.2020, 14:24 Uhr
Architekturbüro schreibt an Bewerber: "Bitte keine Araber". Screenshot der betreffenden E-Mail: Auf Twitter ist die Empörung über die Antwort des Architekturbüros groß. (Quelle: t-online/Getty images/DENYS PRYKHODOV)

Screenshot der betreffenden E-Mail: Auf Twitter ist die Empörung über die Antwort des Architekturbüros groß. (Quelle: Getty images/DENYS PRYKHODOV/t-online)

In den sozialen Medien wird über die Reaktion eines Berliner Architekturbüros auf einen arabischen Bewerber diskutiert. Nun bezieht die Firma selbst Stellung zu den Rassismusvorwürfen.

Ein Fall von womöglich rassistischer Diskriminierung durch ein Berliner Architekturbüro löst in sozialen Netzwerken Empörung aus. Die Autorin Bahar Aslan, die sich gegen Rassismus einsetzt, hat auf Twitter eine E-Mail geteilt, die ein Bewerber offenbar aus Versehen von dem Architekturbüro als Antwort erhielt. In der Email heißt es nur: "Bitte keine Araber, Swantje". Die Mail sollte offenbar an einen Adressaten innerhalb der Firma gehen – und landete stattdessen bei dem Bewerber. 

Der Tweet mit einem Screenshot der E-Mail wurde inzwischen mehr als 1.000 Mal geteilt (Stand: Mittwochmittag). Die Aussage hat eine Debatte über Rassismus bei Bewerbungen entfacht. Hunderte Menschen kommentieren ungläubig und mit Wut. Viele rufen den Bewerber, der nicht namentlich genannt ist, dazu auf, gegen das Architekturbüro zu klagen. 

Architekturbüro beschäftigt Menschen aus neun Nationen

Das Architekturbüro, von dem die Email verschickt wurde, hat sich in einer offiziellen Stellungnahme zu den Vorwürfen geäußert. Darin heißt es: "Wir respektieren nicht nur Menschen aller Nationen, wir bauen auch mit ihnen, für sie und auf sie." Derzeit seien Menschen aus neun Nationen beschäftigt, auf drei Kontinenten. Auch im arabischen Raum habe das Büro bereits gearbeitet. 

"Selbstverständlich respektieren wir nicht nur Menschen, sondern auch Gesetze wie das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz", schreibt der Geschäftsführer in einer Pressemitteilung. Es sei in diesem Fall zu einem Missverständnis gekommen. Die Bewerbung sei versehentlich einer Stellenausschreibung für laufende Projekte in China zugeordnet worden. Das Profil des Bewerbers passte nicht dazu, da chinesische Sprachkenntnisse und Projekterfahrung in China Voraussetzungen sind. "Da der Bewerber diese Kriterien nicht erfüllt, wurde die Bewerbung zunächst an das Sekretariat mit verkürztem Kommentar zurückgeschickt", erklärt der Geschäftsführer. Das Unternehmen habe sich bei dem Bewerber entschuldigt. 

Zahlreiche Google-Rezensionen für das Unternehmen sind in den vergangenen Stunden eingegangen. Nutzer geben der Firma die kleinstmögliche Anzahl an Sternen und kommentieren dazu: "Bitte keine Araber? Bitte keine guten Bewertungen." oder auch "Leider sind die moralischen Standards der Chefin zweifelhaft."

Inzwischen haben sich auch bekannte Persönlichkeiten auf Twitter geäußert. Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali schreibt zum Beispiel: "Ich wünschte, ich hätte ein Architektenbüro." 

In Deutschland gibt es das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Darin ist festgeschrieben, dass kein Mensch aufgrund seiner Rasse, seiner ethnischen Herkunft, seines Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, wegen seines Alters oder der sexuellen Identität benachteiligt werden darf. 

Verwendete Quellen:

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