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Coronavirus: Hohe Infektionsrate beunruhigt Forscher

Ansteckender als SARS  

Coronavirus: Infektionsrate beunruhigt Forscher

30.01.2020, 07:43 Uhr | dpa, rtr

Coronavirus: Was die Symptome sind und wie Sie sich schützen können

Das Coronavirus hat mittlerweile auch Europa erreicht. Dieses Video beantwortet die Fragen, durch welche Symptome sich das Virus beim Menschen äußert und wie Sie sich vor einer Ansteckung schützen. (Quelle: dpa)

Kampf gegen das Coronavirus: Welche Symptome für eine Ansteckung sprechen und wie Sie sich schützen können. (Quelle: dpa)


Das neue Coronavirus soll auch ohne Symptome ansteckend sein, meldeten chinesische Behörden vor wenigen Tagen. Experten in Europa waren skeptisch. Doch die ersten Fälle in Bayern bestätigen die Befürchtung.

Für Hannelore Scharnagl ist es eine klare Sache. Ohne Mundschutz geht sie am Tag zwei nach Bekanntwerden der ersten Coronavirusfälle in Gauting bei München nicht auf die Straße. Ein 33 Jahre alter Webasto-Mitarbeiter hatte sich wohl bei einer chinesischen Kollegin angesteckt, die mit ihm gemeinsam an einer Schulung teilgenommen hatte. Inzwischen wurde bei drei weiteren Mitarbeitern die Lungenkrankheit festgestellt.

"Ich muss vorsorgen", sagt die Rentnerin. "Corona ist hier. Corona ist überall. Wir müssen alle aufpassen." Sie hat die Kapuze ihrer gelben Verkehrshelferuniform übergezogen, der Mundschutz verdeckt den Rest des Gesichts, nur die Augen sind frei. Aber wie ansteckend ist das neue Virus überhaupt?

Kontakt unter einem Meter

"Wir gehen davon aus, dass man über einige Zeit Kontakt auf einer Entfernung unter einem Meter haben muss", meint der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, Bernd Salzberger. Dazu gehöre zum Beispiel eine Unterhaltung am gleichen Tisch. Er beruhigt aber auch: "Das Virus ist sicherlich nicht so ansteckend wie die Masern." Bislang wird vermutet, dass das neuartige Coronavirus mit Tröpfcheninfektion übertragen wird.

Der erste Fall in Bayern Anfang der Woche sei dennoch "äußerst beunruhigend", meint der Medizinprofessor an der Norwich Medical School an der Universität von East Anglia, Paul Hunter. Denn zum einen war es eine der ersten Mensch-zu-Mensch-Übertragungen außerhalb Chinas. Zum anderen steckte sich der Mann wohl bei der Chinesin an, noch bevor sie Symptome zeigte. Wenn sich das Virus aber schon zu dieser frühen Zeit ausbreite, mache das die Standardkontrollstrategien weniger wirksam.

China: Während immer mehr Todesfälle und Neuinfektionen mit dem Coronavirus bekannt werden, laufen in Wuhan die Bauarbeiten für zwei Spezialkrankenhäuser. (Quelle: Reuters)

SARS war weniger ansteckend, aber tödlicher

Genau das unterscheidet das Virus auch vom SARS-Erreger, meint Salzberger. Das neue Coronavirus ist demnach zwar ansteckender als der SARS-Erreger. Allerdings sei bei SARS die Rate von schweren Krankheitsverläufen höher gewesen. Nach Einschätzung von Experten verläuft die neue Lungenkrankheit offenbar in den meisten Fällen mild, zum Teil sogar ohne Symptome.

Wie lange genau das Virus auf Oberflächen bleibt, ist bislang unklar. "Wenn man in die Hand hustet oder niest und dann eine Türklinke anfasst oder sein Telefon anfasst und weiterreicht, kann das Virus so übertragen werden. Aber eine halbe Stunde später sollte das kein Problem mehr sein", meint der WHO-Sprecher Christian Lindmeier.

Erkrankten Webasto-Mitarbeitern geht es gut

Deswegen sollte man die gleichen Schutzmaßnahmen ergreifen wie bei der Grippe: Händehygiene und für die Erkrankten eine gewisse Hustenetikette, sagt Martin Hoch, Leiter der Task-Force Infektiologie am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Ein Mundschutz sei nicht sinnvoll. Auch das Robert Koch-Institut schätzt die Gesundheitsgefahr weiterhin als gering ein.

Beim Autozulieferer Webasto in Bayern sind nach Unternehmensangaben unterdessen keine weitere Infektionen mit dem Coronavirus diagnostiziert worden. Am Firmensitz in Stockdorf hätten Amtsärzte Proben von rund 40 Kontaktpersonen der ersten Fälle genommen, erklärte das Unternehmen.

Am Donnerstag werden demnach noch rund 50 weitere Mitarbeiter untersucht, die in engerem Kontakt mit jenen drei Kollegen standen, bei denen zuletzt der Erreger festgestellt worden war. Allen fünf betroffenen Mitarbeitern, vier in Deutschland sowie der Kollegin in China, gehe es gut. Die Symptome seien nach sehr kurzer Zeit abgeklungen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, Reuters

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