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THW, DRK und Co.: Diese Organisationen bieten Hilfen in der Corona-Krise

DRK, THW, Johanniter und Co  

Diese Organisationen bieten Hilfe in der Krise

22.03.2020, 16:50 Uhr | Von Taylan Gökalp, dpa

THW, DRK und Co.: Diese Organisationen bieten Hilfen in der Corona-Krise. Zelte des Technischen Hilfswerks (THW) stehen auf einem Parkplatz: Hier errichtet die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen in enger Abstimmung mit dem Krisenstab der Stadt Gera eine temporäre mobile Teststelle, um die Probeentnahmen bei Verdacht auf das  Coronavirus durchführen zu können.  (Quelle: dpa/Bodo Schackow)

Zelte des Technischen Hilfswerks (THW) stehen auf einem Parkplatz: Hier errichtet die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen in enger Abstimmung mit dem Krisenstab der Stadt Gera eine temporäre mobile Teststelle, um die Probeentnahmen bei Verdacht auf das Coronavirus durchführen zu können. (Quelle: Bodo Schackow/dpa)

In Krisenzeiten, wie sie derzeit in Deutschland durch den Coronavirus herrschen, sind es unter anderem die Hilfsorganisationen, die besonders unterstützen. Nicht nur das technische Hilfswerk gehört dazu.

Die Solidarität ist groß in diesen Tagen. Das zeigen die vielen Zettel, auf denen sich Nachbarn in den Treppenhäusern der Republik gerade Hilfe anbieten. Doch es sind nicht nur die freiwilligen Einkaufstüten-Träger und die ehrenamtlichen Pfleger, die zur Entlastung beitragen. Hilfe gibt es zum Beispiel auch vom Technischen Hilfswerk (THW). Mit seinen Spezialgeräten fungiert es als verlängerter Arm von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten.

Die Einsatzoptionen sind vielfältig. Beispielsweise kann das THW helfen, Impfstellen einzurichten oder Menschen aus ihren Wohnungen in Sicherheit zu bringen. Auch Notunterkünfte, Wasserentnahme-Stellen und Internetanschlüsse stellt es bereit. In der Corona-Krise folgt das THW einem Plan, der alle "Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes und der Einsatzfähigkeit im Falle einer Pandemie" regelt.

Einsatz an Grenzposten möglich

Grundlage dafür sind die Lageeinschätzungen von Weltgesundheitsorganisation (WHO), Robert-Koch-Institut und Bundesinnenministerium. Möglich wären zum Beispiel auch Einsätze an deutschen Grenzposten. "Auf Anforderung kann das THW beispielsweise die Bundespolizei unterstützen, etwa beim Ausleuchten von Grenzkontrollen", heißt es beim Hilfswerk.

Auch die großen Hilfsorganisationen wie Rotes Kreuz (DRK), Johanniter, Caritas, Malteser oder Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) mobilisieren ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter. Der ASB rief seine Mitglieder sogar zur Hilfe bei der Kinderbetreuung auf. Das DRK stellt Mitarbeiter, Material und Fahrzeuge für mobile Tests bereit. Zudem sind drei mobile Arztpraxen im Einsatz. Einige Landesverbände betreiben Fieberambulanzen und Quarantänestationen.

Johanniter auch dabei

Auch die Johanniter machen vereinzelt bei Teststellen mit. Eine besondere Idee hatte die Caritas im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg, der mit mehr als 760 Infektionen besonders betroffen ist. Die Erzieher in Ganztagsschulen, die nun geschlossen sind, betreuen jetzt die Kinder der Kollegen in den Pflegeeinrichtungen. "Die Erzieher und Betreuer sind Gott sei Dank auch alle dazu bereit. Da herrscht große Bereitschaft, uns zu unterstützen", so Marion Peters vom örtlichen Caritas-Vorstand.

Nicht alle Mitglieder in den Hilfsorganisationen sind Pfleger und Ärzte, was zu Herausforderungen führt. Bei der Caritas etwa könnten viele Einrichtungen nicht normal arbeiten oder seien ganz geschlossen, erläutert Sprecherin Mathilde Langendorf. "In der Pflege und im ärztlichen Bereich beziehungsweise Krankenhaus arbeiten hochqualifizierte Kräfte, die nicht einfach ersetzt werden können."

"Tagespflege muss geschlossen werden"

Das DRK sieht zahlreiche gemeinnützige Einrichtungen durch die Coronavirus-Krise in ihrer Existenz bedroht und setzt auf die Hilfe der Politik. "Viele Einrichtungen der Tagespflege müssen geschlossen werden, ambulante Pflegedienste können zum Teil wegen fehlender Schutzkleidung ihrer Aufgabe nicht mehr nachgehen", sagte DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt. Weil die Träger gemeinnützig seien, könnten sie nur begrenzt Rücklagen bilden und seien bei Einnahmeausfällen schnell von Insolvenzen bedroht.

Hasselfeldt betonte, sie begrüße die Anstrengungen der Bundesregierung im Kampf gegen das Coronavirus. "Die Freie Wohlfahrtspflege mit ihren ehrenamtlichen und hauptamtlichen Strukturen darf jetzt jedoch nicht vergessen werden. Sie ist elementar für die Daseinsvorsorge vor allem für die Schwachen und Benachteiligten in unserer Gesellschaft und dringend auf Unterstützung angewiesen."

Ohne Grundausbildung ist Einsatz nicht möglich

Manchmal melden sich auch nicht ausgebildete Helfer, um Unterstützung anzubieten. Ohne Grundausbildung könnten sie für Dienste im Katastrophenschutz jedoch nicht eingesetzt werden, sagt Klaus Walraf von den Maltesern. Caritas-Sprecherin Langendorf sagt, nicht jeder könne von heute auf morgen Pflegefachkraft werden. Es gebe aber Tätigkeiten, die von Ungelernten übernommen werden könnten. "Zum Beispiel zeitaufwendige Desinfizierungsarbeiten, die im Kampf gegen das Virus extrem wichtig sind."

Bei aller Hilfsbereitschaft gilt jedoch grundsätzlich: Sicherheit geht vor. Um die Ansteckungsgefahr für beide Seiten gering zu halten, müssen die ehrenamtlichen Mitarbeiter – zum Beispiel der Malteser – ihre Arbeit umstellen. Besuchsdienste für ältere, kranke und allein lebende Menschen werden nun zu "Telefonbesuchen". Auch gemeinsame Einkäufe gebe es vorerst nicht mehr. Walraf sagt: "Jetzt kaufen nur wir ein. Oder holen Rezepte beim Hausarzt ab, kaufen das Medikament in der Apotheke und bringen es an die Haustür."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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