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Indien: Mindestens elf Menschen sterben durch giftiges Gas

Bis zu 800 Verletzte  

Indien: Mindestens elf Menschen sterben durch giftiges Gas

07.05.2020, 13:48 Uhr | dpa

Chemieunfall in Indien fordert Tote und Verletzte

Offiziellen Angaben zufolge wurden mehr als Hundert Personen verletzt und mit Atembeschwerden und Augenproblemen in Krankenhäuser gebracht. (Quelle: Reuters)

Indien: Ein Chemieunfall hat Tote und Verletzte gefordert. (Quelle: Reuters)


In Südindien sind nach dem Ausritt eines giftigen Gases mehrere Menschen gestorben. Fernsehbilder zeigten Bewusstlose und Tiere mit Schaum vor dem Mund. Es ist nicht der erste Unfall dieser Art.

Bei einem Gasunglück an einer Chemiefabrik in Indien sind mindestens elf Menschen, darunter ein Kind, ums Leben gekommen. 700 bis 800 weitere wurden mit Augenreizungen und Atembeschwerden ins Krankenhaus gebracht, wie ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. Anwohner in einem Radius von drei Kilometern um die Fabrik in der Hafenstadt Visakhapatnam im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh würden in Sicherheit gebracht.

Austritt des Gases wurde erst am Morgen gestoppt

Das Gas, das zum Beispiel bei der Produktion von Plastik eingesetzt werde, sei mitten in der Nacht ausgetreten, sagte der Chef der nationalen Katastrophenschutzbehörde dem Fernsehsender NDTV. Die Menschen hätten wohl den unangenehmen Geruch bemerkt. Am Morgen habe der Austritt des Gases gestoppt werden können. Indiens Premier Narendra Modi twitterte, er bete für die Sicherheit und das Wohl aller in der Stadt.

Die zuständige Verwaltung forderte die Bürger über Twitter auf, mit feuchten Masken oder Tüchern Mund und Nase zu bedecken sowie ihre Häuser nicht zu verlassen. Fernsehbilder am Donnerstagmorgen zeigten Menschen auf dem Boden, die wohl bewusstlos waren, und Tiere mit Schaum vorm Mund. Mehr dazu sehen Sie oben im Video.

1984: Tausende sterben bei Chemieunglück in Indien

Die Fabrik gehört laut Verwaltung zur koreanischen Firma LG Polymers. Sie stellte laut NDTV Plastik her, das für Konsumgüter wie Spielsachen verwendet wird.

1984 kam es in Indien zu einer der schlimmsten Chemiekatastrophen der Geschichte. Damals entwichen aus einer Pestizid-Fabrik in Bhopal Tonnen der hochgiftigen Verbindung Methylisocyanat und sie legten sich wie eine Decke über die Stadt. Nach Angaben von Menschenrechtlern starben mehr als 20.000 Menschen, Hunderttausende erkrankten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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