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Die wichtigste Erkenntnis an Weihnachten

Ein Kommentar von Stefan Rook

Aktualisiert am 25.12.2020Lesedauer: 2 Min.
Uns stehen außergewöhnliche Weihnachtstage bevor: In der Besinnung kann auch eine Chance liegen.
Uns stehen außergewöhnliche Weihnachtstage bevor: In der Besinnung kann auch eine Chance liegen. (Quelle: imago-images-bilder)
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Corona hält die Welt in Atem. Weihnachten ist der Moment, um innezuhalten. Wer sich besinnt, schöpft neue Kraft und merkt: Es gibt keinen Grund, die Hoffnung zu verlieren.

Sich nach diesem extremen Jahr der Corona-Pandemie zu besinnen, ist vielleicht die schwierigste Aufgabe, die man sich stellen kann. Aber sie ist wichtig. Wenn wir uns den Ereignissen nicht ausgeliefert fühlen wollen, hilft es, zu reflektieren und sich etwas bewusst zu werden. Also los.

Das Virus hat uns aus unserer Wohlfühlzone radikal herausgerissen. Vieles, was wir als selbstverständlich angesehen haben, ist nun gefährlich – für uns oder für andere. Die Pandemie stellt uns vor Aufgaben, von denen wir nie gedacht hätten, dass wir sie einmal lösen müssten.

Das Virus als Weckruf

Das Erschreckende daran: Wegen der Mutation eines einzigen Virus’ muss sich das Leben von Milliarden Menschen ändern. Der Philosoph Anders Indset formuliert das so: "Covid-19 hat uns aus unserem 50-jährigen Nickerchen wachgerüttelt.” Nehmen wir das Virus also als Weckruf.

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Wir erfahren jetzt, dass wir es nicht mehr gewohnt sind, Dinge nicht tun zu können oder zu dürfen. Verzicht kam im Alltag vor dem Virus selten vor. Einschränkung war ein Fremdwort – natürlich nicht für alle, aber doch für die Mehrheit. Feiern, Restaurantbesuche, Urlaub, Reisen, Kino, Theater, Konzerte, vielleicht auch einfach jemanden umarmen – alles immer möglich, immer verfügbar.

Ja, die derzeitigen Einschränkungen sind massiv und machen ein normales Weihnachtsfest unmöglich. Doch die Dauer der Einschränkungen ist begrenzt – und sie werden Hunderte, vielleicht Tausende Leben retten. Das sollte kein zu hoher Preis für ein paar Wochen, vielleicht auch Monate Verzicht sein, schon gar nicht zu Weihnachten.

Wir stehen dem Virus nicht machtlos gegenüber

Auch wenn es uns derzeit oft nicht so vorkommt: Wir sind nicht nur Opfer des Virus, wir sind immer noch Akteure. Unser Handeln und Denken muss unsere Zukunft bestimmen – nicht unsere Angst. Wir stehen dem Virus nicht machtlos gegenüber. Wir wissen, was wir tun müssen, wie wir uns verhalten müssen, wenn wir unser altes Leben zurückbekommen wollen. Das Prinzip dabei ist einfach: Je mehr mitmachen, desto schneller werden wir erfolgreich sein – auch wenn das unserem Hang zum Individualismus widerstrebt.

Dieses Wissen sollte unseren aktuellen Gemütszustand mehr prägen als Angst. Wir können auch auf das zurückblicken, was wir in der Pandemie gelernt und ausgehalten haben. Wir können uns fragen, was uns am meisten fehlt und was uns nach dieser extremen Erfahrung wirklich wichtig ist.

Es gibt keinen Grund hoffnungslos zu werden

Es gibt jeden Grund, besorgt und achtsam zu sein, aber keinen Grund hoffnungslos zu werden. Darauf können wir uns während dieser außergewöhnlichen Feiertage besinnen und daraus können wir Kraft für die vor uns liegenden Wochen schöpfen.

Zum Abschluss eine Empfehlung. Hören Sie sich einen großen Mutmacher an. Hermann Hesses Gedicht "Stufen" – vorgetragen vom Meister selbst. "Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben." Frohe Weihnachten!

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