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Drama im Schwarzwald: Wandererin stirbt nach Sturz in Schneeloch

Unglück am Feldberg  

Wanderin stirbt nach Sturz in Schneeloch

01.02.2021, 17:56 Uhr | dpa

Drama im Schwarzwald: Wandererin stirbt nach Sturz in Schneeloch. Feldberg: Mitglieder der Bergwacht arbeiten an der Unfallstelle, an der eine Schneeschuhwanderin in ein Schneeloch gestürzt ist.  (Quelle: dpa/Bergwacht Schwarzwald)

Feldberg: Mitglieder der Bergwacht arbeiten an der Unfallstelle, an der eine Schneeschuhwanderin in ein Schneeloch gestürzt ist. (Quelle: Bergwacht Schwarzwald/dpa)

Eine Frau stürzt am Feldberg im Schwarzwald in ein Loch unter einer Schneedecke und kann sich nicht befreien. Das Unglück kostet sie das Leben. Der Leiter der Bergwacht berichtet von dem nervenaufreibenden Einsatz.

Eine Schneeschuhwanderin ist nach dem Sturz in ein Schneeloch am Feldberg gestorben. Die 27 Jahre alte Frau erlag in der Nacht zum Montag den Folgen des Unfalls, wie die Polizei mitteilte. Die Frau war am Sonntagnachmittag nach Angaben der Bergwacht Hochschwarzwald in ein drei Meter tiefes Loch unter der Schneedecke gestürzt. Unterhalb der Schneeoberfläche fließt ein Bach in den am Fuße des Feldbergs gelegenen Feldsee. Wie die Polizei berichtete, hatte sich die Frau nicht selbstständig befreien können. Immer wieder sei Schnee nachgerutscht.

"Wenn man nicht weiß, dass da ein Loch ist, ahnt man das nicht."

In seinen 15 Jahren bei der Bergwacht Schwarzwald hat David Hierholzer, Landesleiter des Bergrettungsdienstes, so etwas noch nicht erlebt, erklärt er. "Das war eine sehr unglückliche Verkettung von Zuständen". Die Frau sei auf einer Schneebrücke über dem Bachlauf gewesen. "Die sieht man nicht", erläuterte der Bergretter. Er verglich die Situation mit schneebedeckten Gletscherspalten in den Alpen. "Wenn man nicht weiß, dass da ein Loch ist, ahnt man das nicht." Zudem sei immer wieder Schnee von oben nachgerutscht. Kurz nach dem Sturz löste sich sogar spontan eine Lawine aus dem Bereich der Feldseefelsen auf die Unfallstelle, wie die Bergwacht mitteilte.

Für die Bergwacht machte das die Arbeiten komplizierter, wie Hierholzer schilderte: Zum einen habe der Weg vom Parkplatz bis zu der Frau mit 35 bis 40 Minuten lange gedauert. Noch mehr Zeit habe allerdings die Bergung in Anspruch genommen: Die 27-Jährige habe etwa sechs Meter unterhalb der Schneeoberfläche gelegen, die Einsatzkräfte hätten die Schneebrücke aber nicht betreten können. Somit sei eine Rettung von oben nicht möglich gewesen, erklärte Hierholzer. "Wir mussten von der Seite einen Tunnel zur Patientin graben." Zu allem Überfluss sei es bei zunehmender Dunkelheit auch nebelig gewesen.

Wege "wo man sich seiner Sache sicher sein sollte"

Die Verschüttete konnte so erst nach mehreren Stunden gerettet und über einen Steilhang abgeseilt werden. Die Helfer brachten die lebensgefährlich verletzte Frau mit einem Schneefahrzeug zum Rettungsdienst. Ihr 28 Jahre alter Begleiter war zwar unverletzt, stand aber unter Schock. Am Einsatz beteiligt waren neben 36 Leuten der Bergwacht Kräfte von Rettungsdiensten, Feuerwehr und Polizei.

Ob das Paar absichtlich in der Gegend unterwegs war, stand am Montag zunächst nicht fest. Bei der Bergwacht seien die beiden nicht bekannt, sagte Hierholzer. Vielleicht hätten sie sich auf dem mit 1.493 Metern höchsten Berg der deutschen Mittelgebirge auch verlaufen.

Der Unfallort sei eine Stelle, "wo man sich seiner Sache sicher sein sollte", sagte der Bergretter. Er würde aber nicht generell abraten, an der Stelle unterwegs zu sein. Die Freiburger Polizei warnte in einer Mitteilung davor, das Feldberggebiet zu unterschätzen und es auf eigene Faust abseits der markierten Wege zu erkunden.

Auch eine Gruppe Jugendlicher musste gerettet werden

Für die Bergwacht war es nicht der einzige Einsatz wegen Schneewanderern auf dem Feldberg am Wochenende: Am Samstag mussten die Helfer eine Jugendgruppe suchen, die am Nachmittag aufgebrochen war und sich abseits des Wanderwegs verirrt hatte. Per Telefon lotsten die Rettungskräfte die 12- bis 14-Jährigen nach Polizeiangaben bei völliger Dunkelheit nach St. Blasien (Landkreis Waldshut) und nahmen sie dort unversehrt in ihre Obhut.

Die Polizei warnte in der Mitteilung davor, das Feldberggebiet zu unterschätzen und auf eigene Faust das Gebiet abseits der markierten Wege zu erkunden. Der 1.493 Meter hohe Gipfel ist der höchste Berg der deutschen Mittelgebirge und ein beliebtes Ausflugsziel.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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