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Verkehrstote in Deutschland 2020: Diese Gruppe ist stark gefährdet

Radfahrer am stärksten gefährdet  

Historischer Tiefstand bei Verkehrstoten im Jahr 2020

07.04.2021, 12:44 Uhr | dpa

Verkehrstote in Deutschland 2020: Diese Gruppe ist stark gefährdet. Kreuz am Straßenrand: Im vergangenen Jahr sind weniger Menschen in Deutschland bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen (Symbolbild). (Quelle: dpa/Julian Stratenschulte)

Kreuz am Straßenrand: Im vergangenen Jahr sind weniger Menschen in Deutschland bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen (Symbolbild). (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa)

Im vergangenen Jahr sind weniger Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen, als noch 2019. Besonders eine Gruppe ist im Vergleich allerdings noch immer stark gefährdet.

Der Verkehrsrückgang in der Corona-Pandemie hatte im vergangenen Jahr einen historischen Tiefstand bei den Verkehrstoten gebracht: 2020 kamen nach vorläufigen Zahlen 2.719 Menschen im Straßenverkehr ums Leben – 10,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Das gab das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bekannt. Den stärksten Rückgang mit einem Minus von 14,2 Prozent gab es bei Autoinsassen. Die Zahl der getöteten Fußgängerinnen und Fußgänger nahm um knapp 10 Prozent ab, bei den Radfahrerinnen und Radfahrern war der Rückgang mit 4,3 Prozent deutlich geringer.

Das von der Bundesregierung selbst gesteckte Ziel eines Rückgangs der Gesamtzahl der Verkehrstoten in der Dekade bis 2020 um 40 Prozent sei aber klar verfehlt worden, sagte Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer. Mit Ausnahme der Corona-Zeit habe es seit 2010 statt einer Abwärts- eher eine Seitwärtsbewegung bei den Zahlen gegeben.

Radfahrer mit dem geringsten Rückgang

Dass Radfahrer auf deutschen Straßen am gefährdetsten sind zeigt sich nicht nur in der Pandemie, sondern auch langfristig: Zweiradfahrer haben in den vergangenen drei Jahrzehnten am wenigsten vom Rückgang tödlicher Verkehrsunfälle profitiert. Von 1991 bis 2020 sank die Zahl der Verkehrstoten insgesamt um 76 Prozent. Bei Autoinsassen betrug der Rückgang 83 Prozent, bei Fußgängerinnen und Fußgängern 80 Prozent. Im Gegensatz dazu war das Minus bei den Fahrern von Motor- und Fahrrädern mit 55 und 54 Prozent deutlich geringer.

Umgekehrt heißt das: Der Anteil von Autoinsassen an den Unfallopfern sank seit 1991 deutlich von 60 auf 43 Prozent. Bei den Motorradfahrern erhöhte er sich dagegen von rund 11 auf 20 Prozent, bei den Fahrradfahrern gab es eine Verdopplung von 8 auf 16 Prozent.

Unfallforscher fordert mehr Schutz für Radfahrer

Brockmann sagte, die schwächeren Verkehrsteilnehmer müssten mehr geschützt werden. In den Städten gelte dies für Radfahrerinnen und Radfahrer. Um an Kreuzungen Umfälle beim Abbiegen zu verhindern, müssten eigene Ampelphasen und freie Sicht geschaffen werden. Die Bundesregierung müsse es zudem Kommunen erleichtern, Tempolimits von 30 Stundenkilometern einzuführen.

Ein Drittel der tödlichen Radunfälle geschehe mit Pedelecs, die mit einem unterstützenden Elektromotor ausgestattet sind. Hier müsse nach technischen Möglichkeiten gesucht werden, um die Sicherheit zu erhöhen, vor allem für ältere Fahrerinnen und Fahrer. Zu begrüßen wäre ein gemeinsamer Appell auch der Fahrradbranche zum Helmtragen, sagte Brockmann.

Näher erforscht werden müsse zudem, warum vergangenes Jahr 40 Prozent der Radfahrer bei Unfällen außerhalb geschlossener Ortschaften ums Leben kamen. 60 Prozent der getöteten Radfahrer und 73 Prozent der getöteten Fußgänger starben 2020 innerorts. Knapp 90 Prozent aller getöteten Autoinsassen und mehr als 80 Prozent der getöteten Kraftradnutzerinnen und -nutzer waren außerorts unterwegs.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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