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Verschwundene Miriam aus Sachsen-Anhalt in Berlin gefunden

Von dpa
Aktualisiert am 07.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Die Polizei hatte seit Juni 2021 mit zwei Fotos nach Miriam El-H.
Die Polizei hatte seit Juni 2021 mit zwei Fotos nach Miriam El-H. gesucht. (Quelle: Jens BĂŒttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild./dpa)
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Berlin (dpa) - Die vermisste 15-jÀhrige Miriam aus Sachsen-Anhalt ist in Berlin wieder aufgetaucht. Nach einem telefonischen Hinweis aus ihrem Umfeld konnte die Polizei sie in der Nacht zu Freitag in einer Wohnung im Bezirk Reinickendorf finden.

"Ihr geht es gut", sagte eine Sprecherin der Berliner Polizei am Freitagmorgen. Sie sei freiwillig in der Wohnung gewesen und nicht Opfer eines Verbrechens.

ZunÀchst bleibe das MÀdchen in der Obhut der Polizei. Ob es auch Ermittlungen wegen einer Straftat gibt, werde wegen der Persönlichkeitsrechte der MinderjÀhrigen nicht mitgeteilt.

Miriam war seit Mitte 2021 verschwunden. Die Mutter und die Polizei hatten sie in Berlin vermutet, offenbar auch, weil Miriam das selbst mitgeteilt hatte. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung war sie von ihrer Mutter in Sachsen-Anhalt weggelaufen und hatte sich nach Berlin abgesetzt.

Zwei sehr unterschiedliche Fotos

Die Polizei hatte mit zwei Fotos nach Miriam gesucht. Aufsehen erregte das deshalb, weil zwei sehr unterschiedliche Bilder veröffentlicht wurden. Das eine Foto zeigte eine Frau, die deutlich Ă€lter als 15 Jahre aussah. Es ist auch auf dem Facebook-Profil des MĂ€dchens zu finden und wurde offenbar stark am Computer bearbeitet. Zu sehen ist ein sehr kĂŒnstlich wirkendes Gesicht mit ĂŒbertrieben großen Augen und Lippen. Die Polizei hatte außerdem mitgeteilt, das MĂ€dchen trage gerne farbige Kontaktlinsen und habe lange dunkelblond gefĂ€rbte Haare. Andere Fotos in dem Internetprofil zeigen sie eher freizĂŒgig gekleidet in einem teuren Auto und in einer Bar.

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Die Öffentlichkeitsfahndung begann erst viele Monate, nachdem Miriam verschwunden war. Die Mutter habe sich zwar bereits vor einiger Zeit gemeldet, so die Polizei. Sie habe einer öffentlichen Fahndung aber erst vor Kurzem zugestimmt.

Laut "Bild" erzĂ€hlte die Mutter, die Berliner Polizei habe die Öffentlichkeitsfahndung zunĂ€chst abgelehnt. Sie habe dann einen Brief an die Berliner PolizeiprĂ€sidentin Barbara Slowik geschrieben, worauf die Polizei aktiv wurde. Miriam rief dann laut dem Bericht am Donnerstag bei der Zeitung an und sagte, sie habe den Kontakt zu ihrer Familie abgebrochen und verstehe die Fahndung nicht.

Wegen des veröffentlichten Fotos erinnert der Fall auch an die 15-jĂ€hrige Rebecca aus Berlin, die vor fast genau drei Jahren am 18. Februar 2019 verschwand. Auch damals verwendete die Polizei ein Foto fĂŒr die Suche, das das MĂ€dchen am Computer retuschiert hatte und wenig Ähnlichkeit mit anderen Bildern von ihr hatte. Anders als im aktuellen Fall geht die Polizei bei Rebecca aber von einem Mord aus, das MĂ€dchen oder ihre Leiche wurde trotz intensiver Suche nicht gefunden.

Jedes Jahr werden in Deutschland viele tausend Menschen als vermisst gemeldet. Laut dem Bundeskriminalamt (BKA) werden tĂ€glich 200 bis 300 Fahndungen neu erfasst, etwa die gleiche Anzahl wird wegen Erledigung gelöscht. Die HĂ€lfte der Vermissten sind Kinder und Jugendliche. Sie verschwinden aus unterschiedlichen GrĂŒnden, oft wegen Problemen in der Schule, mit den Eltern oder wegen Liebeskummer. Die allermeisten tauchen aber sehr schnell wieder auf.

2020 wurden 73.701 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren als vermisst gemeldet. Im Lauf des Jahres wurden davon 72.159 wieder gefunden (97,9 Prozent). Bei Kindern bis 13 Jahren waren es im selben Jahr 14.614 FÀlle, von denen rund 97 Prozent aufgeklÀrt wurden.

Allerdings bleiben von 1951 bis heute mehr als 1600 ungeklĂ€rte FĂ€lle vermisster Kinder. Mehr als die HĂ€lfte dieser Kinder sind laut BKA unbegleitete FlĂŒchtlinge, Dauerausreißer oder wurden nach Familienkonflikten von einem Elternteil mitgenommen. Bei dem Rest - einigen Hundert bis knapp tausend Kindern - sei "zu befĂŒrchten, dass diese Opfer einer Straftat oder eines UnglĂŒcksfalls wurden (..) oder nicht mehr am Leben sind".

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