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Amerikas Appetit auf erste Silben

Von dpa
Aktualisiert am 11.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Die deutsche Bratwurst hei├čt in den USA schlicht "Brat".
Die deutsche Bratwurst hei├čt in den USA schlicht "Brat". (Quelle: Daniel Karmann/dpa./dpa)
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New York (dpa) - Ein lauer Herbstabend in Brooklyn. In einem Restaurant bestellt ein Mann ein Glas Cabernet Sauvignon.

Ein beliebter Tropfen, angebaut in Bordeaux, die Trauben bl├Ąulich-schwarz, vollmundig und komplex im Geschmack. In vielerlei Hinsicht also die Spitze europ├Ąischer Weinbaukunst. Die amerikanische Bedienung nickt wissend: "K├Ąpp S├Ąff, kriegste", antwortet sie.

Wer durch die USA wandelt, merkt schnell, dass den Amerikanern in vielen Lebensbereichen eine einzige Silbe reicht. Im Restaurant f├Ąllt das auch auf der Speisekarte auf. Die mexikanische Guacamole wird da zu "Guac", der italienische Parmesan zu "Parm" und die deutsche Bratwurst - ja, Sie ahnen es! - zu "Brat". Alles ausgesprochen in einem breiten, amerikanischen Akzent.

Sie k├╝rzen alles ab

Der deutsche Grantler mag das als amerikanische Ignoranz sehen oder sich ├╝ber mangelnde Bildung beim Thema internationale Cuisine aufregen. Doch so einfach ist es nicht. Die Menschen zwischen New York und Los Angeles verhunzen nicht nur Nahrungsmittel, sondern k├╝rzen so ziemlich alles ab, was geht.

Gerade ist zum Beispiel "vax" besonders beliebt - stammend von "vaccine" oder "vaccination", der Impfung. Der beliebte US-Talker Stephen Colbert etwa dichtete in seiner Show-Rubrik "the vax-scene" einen weltbekannten Hit der Gruppe Salt 'n' Pepa um, so dass der Refrain "Let's talk about vax, baby" lautete.

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Lisa Heldke ist Philosophin am Gustavus Adolphus College in Minnesota und besch├Ąftigt sich auch mit dem Thema Nahrung. Auch sie betont, dass es bei den Einsilbern nicht nur um Essen und nicht nur um W├Ârter aus dem Ausland zu gehen scheint. "Beispiel: Die Studierenden hier nennen die Cafeteria die "Caf", was den Leiter verr├╝ckt macht", erz├Ąhlt sie.

Es gibt keine linguistischen Erhebungen dazu, wie exklusiv die Amerikaner ihre Erstsilber im Vergleich mit anderen Nationen benutzen. Und nat├╝rlich sind sie auch Profis bei klassischen Abk├╝rzungen wie "o. k." - allerdings ist das wohl eher ein globales und auch deutsches Ph├Ąnomen, wie Die Fantastischen Vier mit ihrem Song "MFG" bereits 1999 unter Beweis stellten.

Es geht um Pr├Ągnanz

Amerikaner g├Ąben allem eine Abk├╝rzung oder einen Spitznamen, erkl├Ąrt Philosophin Heldke. Die Beliebtheit von Erstsilbern k├Ânne in ihrer Pr├Ągnanz liegen: "Wir halten kurze Worte f├╝r freundlich, f├╝r zug├Ąnglich, f├╝r lustig, f├╝r nicht versnobt", erkl├Ąrt sie. Das h├Ąnge m├Âglicherweise auch mit dem tiefen Wunsch mancher Amerikaner zusammen, allem zu trotzen, was intellektuell klingt.

"Vax" oder "Parm" lassen ein Gef├╝hl der N├Ąhe, sogar der Intimit├Ąt mit dem Bezeichneten aufkommen. Umgekehrt bedeutet das auch, dass eine Sprecherin oder ein Sprecher mit dem Einsilber die eigene enge Beziehung oder Wertsch├Ątzung f├╝r etwas betonen will. Ein Spitzname gibt man eben vor allem dem, was man mag.

Was ausl├Ąndische Nahrungsmittel wie Parmesan oder Guacamole angeht, spielt nach Einsch├Ątzung Heldkes wom├Âglich auch der einfachere Zugang zu einem Gegenstand eine Rolle: "Ich denke, wir neigen dazu, verk├╝rzte Formen zu nutzen, um sie mehr klingen zu lassen wie in der "amerikanischen, wei├čen Mittelklasse"" - zumal man sie in der verfremdeten Form leichter mit dem entsprechenden US-Akzent aussprechen kann.

Damit verbunden k├Ânnte in der kurzen Sch├Ąrfe der Worte ein positiver Einfluss auf die Marketing-M├Âglichkeiten eines Produktes liegen. Im Land des Turbokapitalismus mag das wohl auch ein Faktor sein.

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