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Wenn der Grieche um die Ecke "Omikron" hei├čt

Von dpa
Aktualisiert am 21.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Kostas (Konstantinos) Tsapakidis an der Toreinfahrt zu seinem griechischen Restaurant "Taverna Omikron" in Frankfurt/Main.
Kostas (Konstantinos) Tsapakidis an der Toreinfahrt zu seinem griechischen Restaurant "Taverna Omikron" in Frankfurt/Main. (Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa/Frank Rumpenhorst/dpa./dpa)
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Frankfurt/Main (dpa) - Nur wenige Tische sind besetzt in der "Taverna Omikron". Normalerweise wird hier nicht nur griechisch gespeist, es gibt auch Live-Musik und Tanz.

Doch es ist Corona-Pandemie - und zwar die aktuelle Welle mit einer Virus-Variante, die ausgerechnet so hei├čt wie das gem├╝tliche Keller-Lokal: Omikron. "Das ist der 15. Buchstabe des griechischen Alphabets", sagt Inhaber Kostas Tsapakidis schlicht auf die Frage, wie die Taverne zu ihrem Namen kam. Probleme bereite dies derzeit nicht, zumindest nicht zus├Ątzlich zu denen, die Corona ohnehin schon gebracht hat.

Seit 30 Jahren besteht das "Omikron" unweit der Frankfurter Messe, das Jubil├Ąum soll eigentlich gro├č gefeiert werden mit Musikern unter anderem aus Griechenland. Wann es dazu kommen kann, ist derzeit unklar. Inhaber Tsapakidis versucht es mit Humor und Zuversicht. "Wir sind keine Variante, wir sind das Original", sagt er schmunzelnd. In seinem Lokal werde man nur mit Lebensfreude angesteckt. Die Variante werde hoffentlich das Ende der Pandemie sein, f├╝gt er ernster hinzu.

Die Biermarke "Corona Extra" boomt

Corona, Covid, Booster: Zahlreiche Begriffe haben es in knapp zwei Jahren Krise in den allgemeinen Sprachgebrauch geschafft, die zuvor schon jahrelang Firmen, Produkte oder gar Menschen bezeichneten. Auch zu deren Vorteil. Der Braukonzern Anheuser Busch Inbev berichtete ├╝ber einen Absatzsprung der Bier-Sorte "Corona Extra". Auf was dies letztlich zur├╝ckzuf├╝hren sei, sei aber nicht gesichert, sagte ein Sprecher. Unter "Corona" (lateinisch f├╝r "Krone" oder "Kranz") wurden auch schon Autos und Brettspiele in Verkehr gebracht, zudem hei├čen zahlreiche Orte und Menschen so.

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Einen regelrechten Selfie-Boom erlebte das Eis-Caf├ę "Corona" im hessischen Taunus-St├Ądtchen Oberursel. Das gleichnamige Virus habe f├╝r mehr Bekanntheit gesorgt, berichtet Margherita Franceschet, die das Caf├ę zusammen mit ihrem Mann betreibt. Vermutlich sei "Corona" h├Ąufig im Internet gesucht worden und die Menschen h├Ątten dann die Eisdiele entdeckt.

Selfies vor dem Eiscaf├ę

Viele kamen und fotografierten die Eisbecher mit "Corona"-Schriftzug oder machten Selfies au├čen am Caf├ę. Autos blieben f├╝r Schnappsch├╝sse auf der Stra├če stehen. Wenn Kunden scherzhaft fragten, ob das Eis denn hoffentlich virenfrei sei, antworte ihr Mann, im Gegenteil, es sei sehr gut f├╝r die Gesundheit, sagt Margherita Franceschet. Das Eiscaf├ę tr├Ągt seinen Namen seit 1994. Er erinnert an die Stra├če, in der ihr Mann aufgewachsen sei.

Nicht wie das Coronavirus, aber ├Ąhnlich wie die von ihm ausgel├Âste Krankheit hei├čt ein Inder, der auf Twitter ├╝ber Missverst├Ąndnisse, Witze und Verwirrung berichtet: Kovid Kapoor. Mit "Covid" als Namen f├╝r die vom Virus ausgel├Âste Krankheit wollte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Namen finden, der sich nicht auf eine Person oder eine Gruppe von Menschen, eine geografische Region oder ein Tier bezieht. "Ich hei├če Kovid und ich bin kein Virus", twitterte Kapoor damals. Als ihm seine Freunde zum 30. Geburtstag einen Kuchen bestellt h├Ątten, habe die Konditorei geschrieben: "Happy birthday, #covid-30".

Der Beginn der Kampagne f├╝r die Auffrischungsimpfung brachte der Firma f├╝r Veranstaltungstechnik "Booster" im hessischen Taunusstein mehr Arbeit mit dem elektronischen Postfach. Bei ihm melden sich nun Menschen, die den dritten Pieks haben wollten, wie Inhaber Rene Krauss berichtet. Auch Beschwerden ├╝ber schief gegangene Registrierungen laufen auf. Sind die Mails freundlich, antworte er, um den Irrtum aufzukl├Ąren. Alles andere ignoriere er. Im Bekanntenkreis w├╝rden zudem sehr viele "Booster"-Scherze gemacht, berichtet Krauss.

An Umbenennung habe er nicht gedacht, sagt der Inhaber und verweist auf die fast 30-j├Ąhrige Firmengeschichte. Der Name "Booster" gehe auf eine Funktion im Auto "K.I.T.T." aus der Serie "Knight Rider" zur├╝ck. Die Pandemie sei f├╝r seine Firma eine sehr gro├če Herausforderung, sagt Krauss: "Man muss improvisieren und sich immer wieder neu erfinden." Digitale Veranstaltungen anbieten beispielsweise und zusehen, dass man sich behaupte.

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