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Nach Ölpest in Peru - Ermittlungen gegen Ölkonzern

Von dpa
Aktualisiert am 27.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Das Öl hat nördlich der peruanischen Hauptstadt Lima mehrere StrĂ€nde verschmutzt.
Das Öl hat nördlich der peruanischen Hauptstadt Lima mehrere StrĂ€nde verschmutzt. (Quelle: ---/Presidencia Peru/dpa./dpa)
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Lima (dpa) - Eineinhalb Wochen nach einem Unfall beim Entladen eines Tankers kĂ€mpfen Hunderte EinsatzkrĂ€fte an der peruanischen KĂŒste gegen die Ölpest. In weißen SchutzanzĂŒgen und Gummistiefeln tragen die EinsatzkrĂ€fte den kontaminierten Sand an den StrĂ€nden nördlich der Hauptstadt Lima ab.

Am Mittwoch meldeten das Umweltministerium und die Marine, dass bei AufrĂ€umarbeiten an der UnglĂŒcksstelle erneut Öl ins Meer gelaufen sei. Unterdessen leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen vier Manager des spanischen Energiekonzerns Repsol ein.

Es werde gegen den Produktionsleiter der Raffinerie La Pampilla, die Umweltbeauftragte und zwei weitere leitende Angestellte ermittelt, sagte der Staatsanwalt beim Umweltministerium, Julio CĂ©sar GuzmĂĄn, am Mittwoch im Radiosender RPP. "Wir werfen den VerdĂ€chtigen Umweltverschmutzung vor. Darauf stehen vier bis sieben Jahre Haft." Außerdem kĂ€men Schadensersatzforderungen auf das Unternehmen zu.

Beim Entladen eines Tankers waren vor eineinhalb Wochen etwa 6000 Barrel (je 159 Liter) Öl ausgelaufen. Hohe Wellen nach der Eruption des Vulkans Hunga-Tonga-Hunga-Ha’apai auf Tonga hĂ€tten den Unfall verursacht, teilte Repsol mit. 21 StrĂ€nde wurden kontaminiert und zahlreiche Tiere vom ausgelaufenen Öl verschmutzt.

USA bieten Hilfe an

Rund 2500 Arbeiter waren an den AufrĂ€umarbeiten beteiligt. Nach Angaben von Repsol wurden bislang ĂŒber 10 000 Kubikmeter verschmutzter Sand abgetragen - das entspricht mehr als 2000 Containern. Bei den Arbeiten kamen 73 schwere Maschinen, neun Skimmer zum Abschöpfen des Öls von der MeeresoberflĂ€che, 27 Schiffe und 4400 Meter Ölsperren zum Einsatz.

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Die Vereinigten Staaten boten Peru Hilfe bei den Reinigungsarbeiten an, wie der peruanische Botschafter in den USA, Oswaldo de Rivero, sagte. Der Umfang der Hilfe war zunĂ€chst noch offen. Die Vereinigten Staaten verfĂŒgen ĂŒber viel Erfahrung im Kampf gegen Ölteppiche. Im Oktober vergangenen Jahres waren beim Bruch einer Pipline vor der KĂŒste von Kalifornien mindestens 93 000 Liter Öl ins Meer gelaufen. "Einige der Experten, die fĂŒr die SĂ€uberung des Strandes von Huntington in Kalifornien verantwortlich waren, könnten Teil des Teams sein, das nach Peru geschickt wird", sagte Rivero.

Das ganze Ausmaß der SchĂ€den war zunĂ€chst allerdings noch unklar. "Wir haben natĂŒrlich viele verendete Vögel und Fische, aber die Gefahr geht darĂŒber hinaus", sagte der Meeresbiologe Yuri Hooker. "Das Öl treibt auf das offene Meer hinaus und sinkt auf den Meeresboden ab."

Fischer leiden besonders

Besonders betroffen von der Ölpest waren auch die Fischer in der Region. "Der Schaden ist bereits angerichtet, es wird mindestens drei Jahre dauern, ihn zu beheben", sagte der Vorsitzende der Fischergewerkschaft, Roberto Espinoza. "Das wirkt sich auf die Wirtschaft in dieser Sommersaison aus, denn wir verdoppeln unser Einkommen im Sommer, und es wirkt sich auch auf die Handelskette, die Transporteure und andere AktivitĂ€ten aus."

Nach dem zweiten Leck forderte die Stadtverwaltung von Ventanilla nördlich von Lima einen sofortigen Betriebsstopp fĂŒr die Raffinerie. Die gesamte Infrastruktur in der Fabrik mĂŒsse von einer unabhĂ€ngigen Stelle ĂŒberprĂŒft werden, hieß es in einer Mitteilung. BĂŒrgermeister Pedro Spadaro warf Repsol zudem vor, die SchĂ€den herunterzuspielen und die SĂ€uberungsarbeiten zu verschleppen. "Wir sind von der Arbeit des Unternehmens nicht ĂŒberzeugt", schrieb auch Umweltminister Ruben RamĂ­rez auf Twitter.

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