• Home
  • Panorama
  • Tag gegen Lärm: Krach ist mehr als nur Lautstärke


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen TextSchüsse vor dem US-KapitolSymbolbild für einen TextLindner lehnt Übergewinnsteuer abSymbolbild für ein VideoHier kommen Gewitter und PlatzregenPL live: Chelsea führt im London-DerbySymbolbild für einen TextAktivisten betonieren Golflöcher zuSymbolbild für einen TextNächste US-Reise nach TaiwanSymbolbild für einen TextBeatrice Egli überrascht im "Fernsehgarten"Symbolbild für einen TextLand gibt Hygieneartikel gratis abSymbolbild für einen TextTödlichen Unfall verursacht: 2,8 PromilleSymbolbild für ein VideoFlugzeug verfehlt Köpfe nur knappSymbolbild für einen TextTaschendiebe bestehlen ZivilfahnderSymbolbild für einen Watson TeaserHelene Fischer erntet heftige Fan-KritikSymbolbild für einen TextJetzt testen: Was für ein Herrscher sind Sie?

Krach ist mehr als nur Lautstärke

Von dpa
26.04.2022Lesedauer: 3 Min.
Alltag in der Großstadt.
Alltag in der Großstadt. Impressionen aus Berlin. (Quelle: Paul Zinken/dpa./dpa)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Berlin (dpa) - Ob knatternde Motoren, kräftiges Geschrei oder laute Maschinengeräusche - besonders in der Großstadt ist der Alltag geprägt von vielen Klängen, die nicht immer angenehm sind.

"Lärm definiert sich durch ein Geräusch, das nicht mal unbedingt laut sein muss, jedoch unerwünscht ist. Man empfindet es als unangenehm, man will sich dem entziehen", erklärte Lärmforscherin Brigitte Schulte-Fortkamp der Deutschen Presse-Agentur vor dem "Tag gegen Lärm" an diesem Mittwoch (27. April). Wie hat sich die Wahrnehmung von Lärm zuletzt verändert?

Lärm oder Krach sei belästigend, könne die Konzentration stören - oder im seltenen Extremfall, wenn er anhalte und jede Erholung ausschließe, auch krank machen, so die Expertin. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht sogar davon aus, dass Umgebungslärm, insbesondere Verkehrslärm in Westeuropa, jährlich für den Verlust von mehr als einer Million gesunder Lebensjahre durch Einschränkungen oder vorzeitige Sterblichkeit verantwortlich ist.

Bei der zentralen Veranstaltung für den"Tag gegen Lärm"2022, am Dienstag online durchgeführt von der Deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA), dem Umweltbundesamt (UBA) und der Stadt Dessau-Roßlau, sagte UBA-Vizepräsidentin Lilian Busse: "Wir sind von vielen Lärmquellen betroffen." Dauerhafte Lärmbelästigung könne zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen, zu Schlafstörungen, zu kognitiven Beeinträchtigungen, aber auch zu psychischen Erkrankungen, mahnte sie. So werde Lärm vor allem in der Stadt zum ernsten Umweltproblem.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
"Wir haben einen fürchterlichen Krieg begonnen"
Ein russischer Soldat steht an einem Feld in der Ukraine (Archivbild): Ein ehemaliger Fallschirmjäger berichtet jetzt in einem Buch vom Ukraine-Krieg.


Über 85 Dezibel

Grundsätzlich sei das Empfinden von Lärm subjektiv, so Akustik-Spezialistin Schulte-Fortkamp. Im Allgemeinen könne man aber sagen, dass sehr laute Geräusche, die über 85 Dezibel lägen und Kommunikation verhinderten, relativ einheitlich als Lärm empfunden würden, wenn es sich um Umgebungsgeräusche handele. Vergleichbar sei dies mit einem dicht vorbeifahrenden Lkw. Entscheidend sei aber auch die Quelle des Geräusches - etwa Baulärm oder Straßenlärm seien selten positiv konnotiert.

Schulte-Fortkamp führt auch aus, wie stark sich das Lärmempfinden und der Umgang mit Geräuschen im Laufe des letzten Vierteljahrhunderts wandelten, immer abhängig von der gegenwärtigen Lebenswelt. In Zeiten des Ukraine-Krieges seien beispielsweise Sirenen und akustische Alarmsignale, die von vielen einfach Polizeifahrzeugen oder Krankenwagen zugeschrieben würden, für andere mit großer Angst überschattet - insbesondere für Geflüchtete und jene, die schon einmal einen Krieg miterleben mussten.

"Jetzt in dieser Kriegssituation spielen Geräusche für viele Menschen eine Rolle und vermitteln ein Gefühl von Unheil, Tod und Tragödie", so Schulte-Fortkamp. Man wisse, dass sich durch Geräusche bei Menschen schließlich ganz unterschiedliche Gefühlswelten aufbauten. "Geräusche haben schon eine enorme Tragweite."

Bau- und Nachbarschaftslärm

Auch zwei Jahre Pandemie veränderten zuletzt das Lärmempfinden, sagte die Expertin weiter. Insbesondere in Zeiten der Lockdowns sei es wegen ausbleibender Bewegung nach ihrer Einschätzung nicht mehr vorrangig der Straßen- und Verkehrslärm gewesen, der vielen Menschen auf die Nerven gegangen sei. "Das hat sich verschoben und auf den nahen Wohnbereich verlegt."

So habe der Nachbarschaftslärm durch die längerfristig "verordnete" Nähe an Bedeutung zugenommen. Weil zudem besonders viel gebaut werden konnte, sei auch der Baulärm vielfach als stärker belästigend wahrgenommen worden.

Mit den gefallenen Corona-Beschränkungen hätten natürlich die Verkehrsbewegungen wieder zugenommen - Pendlerlärm oder auch das Plus an Flugbewegungen seien akustisch wieder deutlicher spürbar. Auch in der Umgebung etwa von Schulen sei der Geräuschpegel höher als in Zeiten des Homeschoolings. Großveranstaltungen wie Konzerte oder Shows kämen hinzu. Zwar sprach Schulte-Fortkamp von einer möglichen "Begrüßungseuphorie" gegenüber der aufflammenden Geräuschkulisse, eine neue Toleranz den Geräuschen gegenüber erwarte sie aber nicht.

UBA-Vizepräsidentin Busse benannte es als eine der zentralen Herausforderungen der Stadtentwicklung, das Lärmschutzniveau trotz stärkerer Innenentwicklung zu sichern. Um diese Schwierigkeit zu bewältigen, sei aus Sicht des UBA ein Gesamtkonzept erforderlich, das besonders auch eine deutliche Verringerung der Pkw-Dichte in Städten vorsehe. So werde Platz für kompaktes Bauen und städtisches Grün geschaffen, was etwa auch das Lärmkonfliktpotenzial senke.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
  • Axel Krüger
  • Sophie Loelke
Von Axel Krüger, Sophie Loelke
Von Philipp Kohlhöfer
Dessau-RoßlauDeutsche Presse-AgenturWHO
Justiz & Kriminalität




t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website