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Sieben Tote bei Gletschersturz in Italien – zwei Deutsche verletzt

Von dpa, afp, joh

Aktualisiert am 04.07.2022Lesedauer: 4 Min.
Dolomiten: Bei einem Gletscherbruch sind mehrere Menschen um Leben gekommen. (Quelle: Reuters)
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13 Menschen werden in Italien nach einem gewaltigen Gletschersturz vermisst. Offenbar sind auch Deutsche in das Unglück involviert.

Die Rettungskräfte in den italienischen Dolomiten haben nach dem Gletschersturz eine weitere Leiche entdeckt. Das bestätigte die Polizei in Trient am Montagnachmittag. Damit steigt die Zahl der Todesopfer, die bei der Lawine am Sonntag am Berg Marmolata ums Leben kamen, auf sieben. Die Behörden vermuten weitere Todesopfer auf dem Berg.

Derzeit suchen die Einsatzkräfte nach 13 Vermissten. Angehörige hätten diese den Behörden gemeldet, weil sie keine Nachrichten mehr von ihnen erhielten. Das erklärte der Regionalpräsident von Trentino-Südtirol, Maurizio Fugatti, am Montag in Canazei am Fuße des Berges Marmolata.

Österreicher wurde ausfindig gemacht

Zunächst war von 14 Vermissten berichtet worden. Das österreichische Konsulat habe jedoch einen vermissten Landsmann kontaktieren können, teilten die Behörden des Trentino am Montagabend mit. Ob er am Unglückstag auf dem Berg war und sich selbst in Sicherheit brachte, war einem Sprecher zufolge zu diesem Zeitpunkt nicht klar.

Am Sonntag brachen an dem Berg in den Dolomiten Eis, Schnee und Felsen ab und verschütteten mehrere Bergsteiger. Bei der Unglücksursache könnten die hohen Temperaturen der vergangenen Tage, Wochen und Monate eine Rolle gespielt haben.

Zwei Deutsche werden im Krankenhaus behandelt

Die Behörden suchten am Montag auch weiter nach den Haltern von vier Autos mit ausländischen Kennzeichen – darunter auch ein deutsches. Bei dem Gletschersturz in Norditalien sind mindestens zwei Deutsche verletzt worden. Das teilte das Auswärtige Amt auf Anfrage von t-online mit. Informationen über die Schwere der Verletzungen gibt es derzeit noch nicht.

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Ein Krankenhaus in Belluno, südöstlich des Unglücksortes, behandle zwei am Berg gerettete Deutsche auf der Intensivstation, teilte die örtliche Gesundheitsbehörde am Montagmittag mit. Dabei handle es sich um einen 67 Jahre alten Mann und eine 58 Jahre alte Frau. Beide würden eng überwacht. Geholfen habe, dass das Klinikpersonal Deutsch sprach und Kontakt zur Familie herstellen konnte.

Drei Italiener und ein Tscheche tot

Bei den Todesopfern soll es sich um drei Italiener und einen Tschechen handeln, berichtet "Der Standard". Die weiteren Opfer seien noch nicht identifiziert. Rettungseinheiten hätten mitgeteilt, dass unter den Vermissten deutsche und rumänische Staatsangehörige seien.

Für die Identifikation der Opfer müssen nun DNA-Proben von Familienmitgliedern mit denen der Toten abgeglichen werden. Die geborgenen Leichen seien zerstückelt worden. Das erschwere es, eine genaue Anzahl von Todesopfern auszumachen. Um einen Überblick zu haben, wie viele Menschen unterwegs waren, versuchen die Ermittler nun, die Besitzer der Autos auf dem Parkplatz auszumachen. "Im Moment wissen wir nicht, ob die Autos den Toten oder den Vermissten gehören. Das werden wir heute anhand der Berichte erfahren, die uns erreichen werden", erklärte Maurizio Fugatti dem "Standard".

Draghi sieht Handlungsbedarf

Italiens Regierungschef Mario Draghi sieht nach der tödlichen Gletscherlawine in den Dolomiten Handlungsbedarf, um ein solches Unglück in Zukunft zu vermeiden. "Die Regierung muss darüber nachdenken, was passiert ist und Maßnahmen ergreifen", sagte der 74 Jahre alte Regierungschef am Montagnachmittag in Canazei. Der Abgang der Lawine habe sicherlich etwas mit Umweltschäden und der Lage des Klimas zu tun, erklärte der parteilose Ministerpräsident weiter.

"Heute weint Italien um die Opfer", sagte Draghi. Er dankte außerdem den Einsatzkräften und drückte den Familien der Toten, Vermissten und Verletzten seine Anteilnahme aus. In Canazei hatte Draghi auch Angehörige der Opfer getroffen.

Mario Draghi (M.): Der italienische Premier reiste am Montag zum Unglücksort.
Mario Draghi (M.): Der italienische Premier reiste am Montag zum Unglücksort. (Quelle: Luca Bruno/AP/dpa-bilder)

Draghi war am Montag nach dem Gletschersturz in Norditalien in die Nähe des Unglücksortes gereist. Der Ministerpräsident kam mit großer Verspätung nach Canazei, weil sein Hubschrauber wegen eines Unwetters zuerst nicht landen konnte.

Auch die Suche nach Vermissten musste wegen der Gewitter unterbrochen werden, konnte inzwischen aber wieder aufgenommen werden. Seit dem frühen Morgen setzten die Einsatzkräfte auf der Marmolata in den Dolomiten Drohnen mit Wärmebildkameras für die schwierige Suche nach Überlebenden ein, sagte der Bürgermeister von Canazei, Giovanni Bernard, der Nachrichtenagentur AFP.

"Gefährliche Situation"

Bei dem Einsatz handele es sich um "eine gefährliche Situation", hob der Bürgermeister hervor. Auch Hubschrauber waren im Einsatz, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Gino Comelli vom Alpenrettungsdienst beschrieb in der Zeitung "Corriere della Sera" die Wucht der Naturkatastrophe: "Wir haben zerfetzte Leichen gefunden in einem formlosen Strom aus Eis und Geröll, das sich über tausend Meter erstreckte."

Stefano Dal Moro, der in der Nähe gewandert war, sagte der Zeitung, es sei "ein Wunder", dass er und sein Begleiter überlebt hätten. "Es gab einen dumpfen Lärm, dann kam ein Meer aus Eis herab. Es ist nutzlos zu rennen, du kannst nur beten, dass es nicht Deinen Weg kreuzt." Er und sein Begleiter hätten sich hingekauert und einander "fest umarmt, als das Eis vorbeirauschte".

Mit Felsbrocken vermischte Schneemasse

Der Marmolata-Gletscher ist der größte Gletscher in den Dolomiten und befindet sich auf der Nordseite der Marmolatagruppe, die in den Provinzen Trient und Belluno liegt. Die Eisplatte brach in der Nähe von Punta Rocca an der Aufstiegsroute zum Gipfel.

Filmaufnahmen, die von einer nahegelegenen Berghütte gemacht wurden, zeigen mit Felsbrocken vermischte Schneemassen, die mit ohrenbetäubendem Lärm ins Tal herunterrasten. Andere von Touristen aufgenommene Handybilder zeigten die graue Lawine, die auf dem Weg nach unten alles mit sich riss.

Geologe: Folge des Klimawandels

Der Geologe Massimo Frezzotti von der Universität Rom Drei sagte AFP, der Gletscherbruch sei durch ungewöhnlich warmes Wetter als Folge des Klimawandels erfolgt. "Die derzeitigen Bedingungen an dem Gletscher entsprechen denen Mitte August, nicht Anfang Juli", sagte er. Am Tag vor dem Gletscherbruch war eine Rekordtemperatur von zehn Grad auf dem Gipfel des Gletschers gemessen worden.

Der Weltklimarat IPCC zählte die Gletscher- und Schneeschmelze in seinem im März veröffentlichten Bericht zum Klimawandel zu den zehn schwersten Bedrohungen durch die Erderwärmung. Bis zum Jahrhundert-Ende könnten die Gletscher in Skandinavien, Zentraleuropa und im Kaukasus demnach zwischen 60 und 80 Prozent an Masse verlieren.

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