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Dirk Behrendt unter Druck: JVA Plötzensee kommen Häftlinge abhanden

JVA Berlin-Plötzensee  

Gefängnisausbrüche setzen Justizsenator unter Druck

02.01.2018, 20:55 Uhr | Andreas Rabenstein, dpa

Dirk Behrendt unter Druck: JVA Plötzensee kommen Häftlinge abhanden . JVA Plötzensee: Jedes Jahr entkommen hier Dutzende Insassen. (Quelle: dpa/Paul Zinken)

JVA Plötzensee: Jedes Jahr entkommen hier Dutzende Insassen. (Quelle: Paul Zinken/dpa)

Erst vier, dann sieben, jetzt neun: Der JVA Plötzensee kommen immer mehr Häftlinge abhanden. Jetzt wird bekannt: Vergangenes Jahr verschwanden sogar 42 Insassen. 

Nach der Flucht von mehreren Häftlingen aus dem Berliner Gefängnis Plötzensee wird die Kritik an Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) immer lauter. Die Opposition forderte am Dienstag erneut seinen Rücktritt. Auch aus den Reihen des Koalitionspartners SPD kamen deutliche Vorwürfe. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) gab sich aber gelassen und teilte mit: "Der Justizsenator wird diesen Sachverhalt genau untersuchen. Wir erwarten im Senat seinen Bericht."

Am Dienstag teilte Behrendt mit, dass aus der Haftanstalt Plötzensee in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr noch mehr Häftlinge geflohen waren als bisher bekannt war. Insgesamt war von neun Männern die Rede. Allerdings brachen nur vier von ihnen aus. Die anderen fünf entwichen aus dem sogenannten offenen Vollzug, bei dem Gefangene tagsüber außerhalb der JVA arbeiten dürfen und die Sicherheitsvorkehrungen lange nicht so streng sind wie im üblichen Gefängnis. Inzwischen stellte sich ein Mann und einen fasste die Polizei. Nach den fehlenden sieben Männern sucht die Polizei.

Jährlich entkommen Dutzende Insassen

Behrendt verwies darauf, dass allein im vergangenen Jahr 42 Häftlinge aus dem offenen Vollzug in Plötzensee entwichen seien. Dabei ging es demnach vor allem um Menschen mit sogenannten Ersatzfreiheitsstrafen, die verhängt werden, wenn jemand eine Geldstrafe nicht bezahlen kann. Oft sind das Schwarzfahrer und keine Schwerkriminellen. Auch in den Jahren davor gab es zwischen 10 und 43 "Entweichungen".

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Florian Graf kritisierte: "Rot-Rot-Grün feiert Tage der offenen Tür für Gefangene. Justizsenator Behrendt hat das Prinzip des Vollzugs nicht verstanden. Die Verurteilten müssen einsitzen und sollten nicht draußen sein." Der Regierende Bürgermeister müsse den Senator entlassen.

Der SPD-Abgeordnete Tom Schreiber twitterte: "Die #JVA #Plötzensee erinnert mich immer mehr an ein #Hostel. Dafür war und ist sie aber nicht bestimmt."

Quelle:
- Nachrichtenagentur dpa

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