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Essen: Verfahren wegen Tod bei Organtransplantation eingestellt

Verfahren in Essen  

Ermittlungen wegen Tod bei Transplantation gegen Arzt eingestellt

08.05.2019, 20:24 Uhr | dpa

Essen: Verfahren wegen Tod bei Organtransplantation eingestellt. Essener Universitätsklinikum (Symbolbild): Ein Arzt des Krankenhauses ist endgültig vom Vorwurf entlastet, für den Tod eines Patienten verantwortlich zu sein. (Quelle: dpa/Roland Weihrauch)

Essener Universitätsklinikum (Symbolbild): Ein Arzt des Krankenhauses ist endgültig vom Vorwurf entlastet, für den Tod eines Patienten verantwortlich zu sein. (Quelle: Roland Weihrauch/dpa)

Gegen eine Geldstrafe ist das Verfahren gegen den Chef der Chirurgie an der Uniklinik in Essen eingestellt worden. Ihm war vorgeworfen worden, für den Tod eines Patienten nach einer Organtransplantation verantwortlich zu sein.

Der Direktor der Chirurgie an der Essener Uniklinik ist endgültig vom Vorwurf entlastet, für medizinisch nicht notwendige Lebertransplantationen und den Tod eines Patienten verantwortlich zu sein. Der Tatverdacht einer bewussten Schädigung von Patienten sei entfallen, teilte die Staatsanwaltschaft Essen mit. Das Ermittlungsverfahren wurde gegen Geldauflage eingestellt. Wegen Verstößen gegen Dokumentations- und Mitteilungspflichten zahlte der Mediziner 50.000 Euro an die Landeskasse. Gegen zwei weitere Mediziner wird wegen mangels eines hinreichenden Tatverdachts nicht weiter ermittelt.

Der Arzt war im September vergangenen Jahres einige Tage in Untersuchungshaft gekommen. Die Ermittler hatten ihre Vorwürfe auf die Einschätzung eines Gutachters gestützt, es hätte weniger riskante Behandlungsmethoden für die Patienten gegeben. Ein später von der Staatsanwaltschaft eingeholtes zweites Gutachten widersprach dieser Ansicht. Nachdem der Haftbefehl aufgehoben worden war, kehrte der von seinen Aufgaben freigestellte Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie im Februar an seinen Arbeitsplatz zurück.
 


Die Universitätsklinik erklärte, mehrere international anerkannte Gutachter hätten jede einzelne Entscheidung für die geprüften 91 Transplantationen bestätigt. Sämtliche Vorwürfe des Erstgutachters seien entkräftet worden. Die Staatsanwaltschaft betonte dagegen, bei der Risikobewertung von Transplantationen handele es sich um einen kontrovers diskutierten und noch im Wandel begriffenen Bereich der Medizin, bei dem verschiedene Lösungen möglich seien.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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