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Australien – Feuerwehrleute attackieren Premier: "Sie haben keine Ahnung"

"Sie haben keine Ahnung, Mann"  

Australische Feuerwehrleute wüten gegen Staatschef

05.01.2020, 13:33 Uhr | AFP

Australien: Brand-Flüchtlinge werden von Kriegsschiffen gerettet

Bei den verheerenden Buschbränden in Australien wird vermehrt auch das Militär eingesetzt. Premierminister Morrison gerät weiter unter Druck. (Quelle: Reuters)

Verheerende Brände in Australien: Die Einsatzkräfte greifen zu immer drastischeren Mitteln, um die Menschen vor Ort zu retten und die Flammen einzudämmen. (Quelle: Reuters)


Die Einsatzkräfte kämpften gern gegen die Buschfeuer, sagte der australische Premier Scott Morrison kürzlich. Dafür muss er nun heftige Kritik einstecken. Denn der Frust der Feuerwehrleute ist groß.

In Australien haben Feuerwehrleute heftige Kritik am Umgang von Premierminister Scott Morrison mit den verheerenden Buschbränden geübt. Der Feuerwehrmann Paul Parker sagte, er sei "absolut entsetzt" über die Regierung in Canberra, vor allem über Scott Morrison. Der 57-jährige Parker verurteilte vor allem Äußerungen des Regierungschefs, wonach die Tausenden freiwilligen Feuerwehrleute gerne gegen die Flammen kämpften. "Sie haben keine Ahnung, Mann", sagte Parker an Morrison gerichtet.

Feuerwehrleute setzten im Kampf gegen die Buschbrände ihr eigenes Leben aufs Spiel, betonte Parker. Er selbst sei für seine Gemeinde, der Ortschaft Nelligen, im Einsatz gegen die Flammen – und für die Australier insgesamt. "Ich tue es nicht für Scott Morrison, und ich tue es nicht für irgendeinen der Idioten in der Regierung", fügte Parker hinzu. Seit Beginn der Brandsaison im September sind mindestens drei Feuerwehrleute ums Leben gekommen.

Auch der Leiter der Feuerwehr zeigt sich enttäuscht

Der Leiter der Feuerwehr in New South Wales, Shane Fitzsimmons, attestierte Morrison in einem Radio-Interview einen Mangel an "grundlegender professioneller Höflichkeit". Zudem nannte Fitzsimmons es sehr enttäuschend, dass er aus den Medien habe erfahren müssen, dass Morrison 3.000 Reservisten der Armee zur Unterstützung der Feuerwehr mobilisiert habe.

Es handelt sich um die größte Zwangseinberufung von Reservisten in der Geschichte Australiens. Gegen die Entscheidung hagelte es bereits nach der Verkündung am Samstag Kritik an Morrison. Gegner warfen dem Premier vor, die Einberufung werbewirksam auf seinem persönlichen Twitter-Kanal verbreitet zu haben, versehen mit Bildern der Brandkatastrophe. Morrison versuche, "eine nationale Tragödie auszuschlachten", kritisierte etwa der Labour-Abgeordnete Pat Conroy.

Bislang starben 24 Menschen in den Flammen

Australien wird seit Monaten von verheerenden Buschbränden heimgesucht. Die Zahl der Todesfälle seit Beginn der Brandsaison stieg am Sonntag auf 24. Mehr als 1.500 Häuser und Gebäude wurden seit September beschädigt. Im gesamten Land wurde inzwischen eine Fläche doppelt so groß wie Belgien zerstört.

Die Lage spitzte sich am Samstag weiter zu, als in einigen Städten die Temperaturen auf weit über 40 Grad Celsius stiegen. In Sydney wurde ein neuer Hitzerekord von 48,9 Grad Celsius gemessen. Auch die Hauptstadt Canberra verbuchte mit 44 Grad Celsius einen neuen Rekordwert, wie ein Sprecher des Wetterdienstes mitteilte.

Orkanartige Winde fachten zudem viele Feuer in den bevölkerungsreichsten Bundesstaaten New South Wales und Victoria an. Nahezu im gesamten Südosten des Landes gilt der Ausnahmezustand.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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