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"Amphan": Monster-Zyklon trifft auf Indien und Bangladesh

Mindestens 80 Tote  

Monster-Zyklon trifft auf Indien und Bangladesh

21.05.2020, 07:53 Uhr | dpa

"Amphan": Monster-Zyklon trifft auf Indien und Bangladesh. Augenzeugen in Indien berichten in den sozialen Netzwerken von dem Wirbelsturm (Quelle: Rahul Ojha/Reuters)

Augenzeugen in Indien berichten in den sozialen Netzwerken von dem Wirbelsturm. (Quelle: Rahul Ojha/Reuters)

Es ist einer der stärksten Stürme der Region in der jüngeren Geschichte – und er trifft zwei dicht besiedelte Länder mitten in einer Pandemie. Etwa 80 Menschen sterben.

Der starke Wirbelsturm "Amphan" hat in Indien und Bangladesch mindestens 80 Menschen das Leben gekostet. Allein im besonders betroffenen nordostindischen Bundesstaat Westbengalen habe es 72 Tote gegeben, sagte die zuständige Regierungschefin am Donnerstag. Sie starben etwa durch zusammenkrachende Häuser oder umstürzende Bäume, wie zuständige Behörden mitteilten. In weiten Teilen der 15-Millionen-Einwohner-Stadt Kolkata im Nordosten Indiens sei der Strom ausgefallen. Der Flughafen der Stadt war völlig überflutet, es gab umgestürzte Strommasten und umgekippte Autos, wie Fernsehbilder zeigten.

Laut der Regierungschefin des betroffenen nordostindischen Bundesstaates Westbengalen sei die Katastrophe größer als Corona und es brauche drei, vier Tage, um das ganze Ausmaß der Schäden abzuschätzen. Der Sturm erreichte laut dem indischen meteorologischen Dienst Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 Kilometern pro Stunde und brachte viel Regen und Gewitter.

Ein Freiwilliger des Katastrophenschutzes trägt bei der Evakuierung von Bewohnern eines Dorfes in Indien ein krankes Kind auf dem Arm.  (Quelle: dpa/Mehaboob Gazi/AP)Ein Freiwilliger des Katastrophenschutzes trägt bei der Evakuierung von Bewohnern eines Dorfes in Indien ein krankes Kind auf dem Arm. (Quelle: Mehaboob Gazi/AP/dpa)

Mehr als drei Millionen Menschen waren den Behörden zufolge in Notunterkünfte gebracht worden. Laut dem indischen meteorologischen Dienst ist "Amphan" einer der schlimmsten Stürme in der Region der vergangenen 20 Jahre. Er soll zunächst weiter über Bangladesch nach Bhutan ziehen und sich am Donnerstagnachmittag abschwächen.

Ein Mann, der in der Nähe vom Ort lebte, wo der Sturm am Mittwoch an Land kam, sagte dem Fernsehsender NDTV: "Viele Gebiete sind verwüstet und es gibt keine Wasserversorgung. In unserem Dorf hat dieser schreckliche Sturm alles flach gemacht."

Evakuierung durch Pandemie erschwert

Die Corona-Pandemie machte die große Evakuierung vor dem Sturm noch schwieriger als sonst bei solchen Stürmen. Um Abstand zu gewährleisten, stellten Behörden beider Länder nach eigenen Angaben mehr Notunterkünfte zur Verfügung. Trotzdem konnten die Leute in den Unterkünften nicht immer genügend Abstand halten, wie Fernsehbilder zeigten.

Wirbelstürme kommen im Golf von Bengalen immer wieder vor. Bei einem großen Zyklon im Jahr 1999 starben rund 10.000 Menschen. Experten gehen davon aus, dass die Intensität der Stürme in den vergangenen Jahren unter anderem wegen des Klimawandels tendenziell zugenommen hat. Die Opferzahlen waren aber in den vergangenen Jahren generell kleiner, da es inzwischen mehr gute Notunterkünfte und Evakuierungspläne gibt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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