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38 Grad am Polarkreis: Riesige Waldbrände in Sibirien

"Ohne Klimawandel unmöglich"  

38 Grad am Polarkreis – riesige Waldbrände in Sibirien

25.07.2020, 12:12 Uhr | dpa

38 Grad am Polarkreis: Riesige Waldbrände in Sibirien. Waldbrand in Krasnojarsk in Sibirien: Im Juni lag die Temperatur zehn Grad über dem Durchschnitt. (Quelle: dpa/Julia Petrenko)

Waldbrand in Krasnojarsk in Sibirien: Im Juni lag die Temperatur zehn Grad über dem Durchschnitt. (Quelle: Julia Petrenko/dpa)

Das zweite Jahr in Folge gibt es eine große Hitzewelle und verheerende Waldbrände entlang des Polarkreises. In Sibirien lagen die Temperaturen im Juni zehn Grad über dem Durchschnitt – Extreme, die alarmierend sind.

Eine ungewöhnliche Hitzewelle hat in Sibirien für einen Temperaturrekord gesorgt. In der Stadt Werchojansk, die als einer der kältesten bewohnten Orte der Welt gilt, seien am 20. Juni 38 Grad gemessen worden, ein Rekord für die Messstation, meldete die Weltwetterorganisation (WMO). In den Monaten Januar bis Juni hätten die Temperaturen fünf Grad Celsius über dem Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010 gelegen, im Juni allein seien es zehn Grad über dem Durchschnitt gewesen.

Auch wenn das Wetter in der Region durch eine Nordverlagerung des Jetstreams – eines Starkwind-Bandes in der Troposphäre – beeinflusst werde, wäre eine solche Hitzewelle ohne den Klimawandel praktisch unmöglich gewesen, so eine Analyse von WMO-Experten. "Die Arktis erwärmt sich doppelt so schnell wie die ganze Welt im Durchschnitt", sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas in Genf. Die Entwicklung habe weitreichende Folgen. "Die Pole beeinflussen Wetter und Klima in niedrigeren Breitengraden, wo Hunderte Millionen Menschen leben."

Satelliten zeigen 188 Brandherde

Zudem tobten das zweite Jahr in Folge innerhalb des Polarkreises verheerende Brände. Das nördlichste zur Zeit aktive Feuer befinde sich weniger als acht Kilometer vom Arktischen Ozean entfernt, so die WMO. Auf russischen Satellitenaufnahmen seien am 22. Juli 188 Brandherde zu sehen gewesen.

Sibirien: Explosionen sollen im Kampf gegen Waldbrände in Russland helfen. (Quelle: t-online.de)

"Der Sommer 2019 war insgesamt in Bezug auf die Brände in hohen Breitengraden ungewöhnlich, und 2020 scheint sich ähnlich zu entwickeln", zitierte die WMO den Wissenschaftler Mark Parrington vom europäischen Kopernikus-Atmosphärenüberwachungsdienst (CAMS). Die sibirische Hitzewelle habe den Eisrückgang an den arktischen Küsten beschleunigt, besonders seit Ende Juni, berichtete die WMO.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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