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Asche regnet vom Himmel: Feuerinferno und Hitzerekord in Kalifornien

Waldbrände in Kalifornien  

Dramatisches Video aus der Feuerhölle: "Wir sitzen in der Falle"

07.09.2020, 07:32 Uhr | dpa

Asche regnet vom Himmel: Feuerinferno und Hitzerekord in Kalifornien. "Historische Waldbrände": Ein Löschhubschrauber fliegt im San Bernardino County über ein Flammenmeer. (Quelle: AP/dpa/Ringo H.W. Chiu/FR170512)

"Historische Waldbrände": Ein Löschhubschrauber fliegt im San Bernardino County über ein Flammenmeer. (Quelle: Ringo H.W. Chiu/FR170512/AP/dpa)

Dramatischer Rettungseinsatz in Kalifornien: Weil ein Campingplatz von einem Waldbrand eingeschlossen wurde, musste die Armee mit Hubschraubern zu Hilfe kommen. 

Ein sich rasch ausbreitender Waldbrand hat im US-Bundesstaat Kalifornien zahlreiche Camper und Urlauber eingeschlossen. Mehr als 200 Menschen wurden mit Hilfe von Militärhubschraubern gerettet, wie der Sheriff im Bezirk Madera County am Sonntagvormittag (Ortszeit) mitteilte. Demnach wurden 20 Verletzte in Krankenhäuser gebracht. Die Rettungsaktion an dem Stausee Mammoth Pool sei damit abgeschlossen.

Einer der eingeschlossenen Camper hatte zuvor ein dramatisches Video aus der Flammenhölle geschickt. Man sieht ihn auf einer Lichtung an einem See stehen, am Ufer parken Autos und Wohnmobile. Die Wälder jenseits der Lichtung und des Sees stehen komplett in Flammen. Während der Mann mit der Kamera die Umgebung abfährt, sagt er: "Wir sitzen in der Falle. Das Feuer ist überall um uns herum. Alle Straßen sind blockiert."

Die Flammen des so genannten "Creek Fire" hatten sich in einem Nationalpark in der Sierra Nevada südöstlich von San Francisco bis Sonntag bereits auf rund 150 Quadratkilometer ausgebreitet. Zum Vergleich: Das entspricht etwa der Fläche der Stadt Augsburg.

Ein Campingplatz am Stausee Mammoth Pool war von der Umgebung abgeschnitten, weil dessen Zugangsstraße wegen des Feuers nicht mehr passierbar war. Der Brand im Sierra National Forest bedrohte der Feuerwehr zufolge bis zu 3.000 Häuser. Für mehrere Orte wurde eine Evakuierung angeordnet.

Fast 15.000 Kräfte gegen die Flammen im Einsatz

Die Ursache des Brandes war zunächst noch unklar. Das Feuer war am Freitagabend ausgebrochen – direkt vor einem langen Wochenende in den USA, das viele für Ausflüge nutzen. Dieser Montag ist in den USA ein Feiertag.

San Bernardino County, Kalifornien: Feuerwehrleute treffen zum Einsatz gegen einen Waldbrand ein. (Quelle: AP/dpa/Ringo H.W. Chiu/FR170512)San Bernardino County, Kalifornien: Feuerwehrleute treffen zum Einsatz gegen einen Waldbrand ein. (Quelle: Ringo H.W. Chiu/FR170512/AP/dpa)

In ganz Kalifornien waren laut einem Lagebericht der Feuerwehr von Sonntag zuletzt mehr als 14.800 Einsatzkräfte damit beschäftigt, 23 größere Brände einzudämmen. Seit den Blitzeinschlägen, die Mitte August die ersten Brände ausgelöst hatten, seien mehr als 900 Feuer ausgebrochen, hieß es. Gut 6.000 Quadratkilometer Land seien abgebrannt. Das entspricht mehr als der doppelten Fläche Luxemburgs. Mindestens 8 Menschen seien bisher ums Leben gekommen. Knapp 3.300 Gebäude wurden den Angaben zufolge zerstört.

Waldbrand-Saison beginnt früher als gewöhnlich

Die Feuerwehr rief die Anwohner der betroffenen Regionen im Bundesstaat auf, wegen der steigenden Temperaturen an diesem langen Feiertagswochenende, möglichst wenig Zeit draußen zu verbringen. Es wurde vor Temperaturen bis 100 Grad Fahrenheit (37,7 Grad Celsius) gewarnt. Unter den derzeitigen Wetterbedingungen könnten leicht neue Brände auflodern.

In Kalifornien, dem mit rund 40 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten US-Staat, kommt es immer wieder zu schweren Busch- und Waldbränden. Gewöhnlich brechen diese aber erst im Herbst aus. Nordkalifornien wurde in diesem Jahr besonders früh erwischt. Gouverneur Gavin Newsom rief wegen der "historischen Waldbrände" schon Mitte August den Notstand aus.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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