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Stromausfall und Ascheregen nach Vulkanausbruch auf Karibikinsel

Nach Vulkanausbruch  

Heftiger Ascheregen hüllt Karibikinsel ein

11.04.2021, 10:50 Uhr | AFP, sje, t-online

Asche macht Stadt zur Geisterstadt

Am Samstag war auf der Karibikinsel St. Vincent der Vulkan La Soufriere das erste Mal seit 40 Jahren ausgebrochen. Einen Tag nach dem Ereignis liegt Georgetown in Asche gehüllt. (Quelle: Reuters)

Vulkanausbruch auf Karibikinsel: Einen Tag nach dem Ereignis liegt Georgetown in Asche gehüllt. (Quelle: Reuters)


Am Freitag brach der Vulkan La Soufrière auf St. Vincent zum ersten Mal aus, seitdem kommt die Insel nicht zur Ruhe: Die Strom- und Wasserversorgung ist eingeschränkt, Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Die Karibikinsel St. Vincent ist nach dem Ausbruch des Vulkans La Soufrière von Ascheregen bedeckt worden. In großen Teilen der Insel fiel zudem der Strom aus, auch die Wasserversorgung ist eingeschränkt. Der Vulkan war am Freitagmorgen (14.41 MESZ) zum ersten Mal seit vier Jahrzehnten ausgebrochen. Es folgten eine zweite Eruption nur wenige Stunden später, sowie eine weitere in der Nacht von Samstag zu Sonntag (Ortszeit). 

Sehen Sie hier den Vulkanausbruch im Video. Oben oder hier sehen Sie die von Asche bedeckte Umgebung.

Nach Angaben des örtlichen Katastrophenschutzes stiegen bei der heftigen ersten Eruption am Freitag 6.000 Meter hohe Aschewolken in den Himmel, die bis in den Süden der Insel reichten. Tausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

Aschewolke am Freitag: Die Asche erreichte am Wochenende auch die Nachbarinsel Barabados. (Quelle: AP/dpa/Kepa Diez Ara)Aschewolke am Freitag: Die Asche erreichte am Wochenende auch die Nachbarinsel Barabados. (Quelle: Kepa Diez Ara/AP/dpa)

Stunden nach der ersten Eruption am Freitagmorgen war La Soufrière ein weiteres Mal ausgebrochen; dabei spuckte der Vulkan erneut eine 4.000 Meter hohe Aschewolke aus. Am Samstag habe sich den 110.000 Bewohnern von St. Vincent ein Bild wie in einem "Winterwunderland" geboten, schrieb das Nachrichtenportal "News 784". Alles sei von weißlicher Asche bedeckt: Straßen, Wohnhäuser, offizielle Gebäude. In einigen Gebieten sei die Sicht durch den Aschesmog extrem eingeschränkt.

"Stimmung ist Ernst"

Die Katastrophenschutzbehörde meldete heftigen Schwefelgeruch, der bis in die im Süden der Insel gelegene Hauptstadt Kingstown reichte. Die Rechtsanwältin Vynette Frederick aus Kingstown sprach von einer "tödlichen Ruhe" in der Hauptstadt. "Die Stimmung ist ernst", sagte die 44-Jährige.  

Soldaten auf der aschebedeckten Straße: Sechs Kilometer hoch war die Aschewolke, die der Vulkan bei der ersten Eruption ausspuckte. (Quelle: AP/dpa/Orvil Samuel)Soldaten auf der aschebedeckten Straße: Sechs Kilometer hoch war die Aschewolke, die der Vulkan bei der ersten Eruption ausspuckte. (Quelle: Orvil Samuel/AP/dpa)

Regierungschef Ralph Gonsalves sprach am Samstag im Sender NBC News von "einem riesigen Einsatz", der der Insel bevorstehe. In weiten Teilen der Insel sei die Wasserversorgung gekappt worden. Wegen des Aschesmogs sei zudem der Luftraum im gesamten Land gesperrt. Etwa 3.000 Menschen hätten die Nacht in Notunterkünften verbracht. 

Weitere Eruption in der Nacht – Stromausfall

Die Direktorin des Seismologischen Instituts an der Universität der westindischen Inseln, Erouscilla Joseph, warnte am späten Samstagabend (Ortszeit) von "weiteren Eruptionen" im Tagesverlauf. In der Nacht kam es zu einer weiteren Explosion, gefolgt von einem Stromausfall, der weite Teile des Landes betraf. Das gab die Katastrophenschutzbehörde des Landes auf Twitter bekannt. 

Gonsalves' Regierung hatte die Bevölkerung in Erwartung des Ausbruchs bereits am Donnerstagabend in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Allein in der größten Gefahrenzone wohnen normalerweise 16.000 Menschen. Die meisten von ihnen waren nach Behördenangaben bereits am Freitag in Sicherheit gebracht worden. Gonsalves sagte am Samstag, seine Regierung befinde sich in Gesprächen mit anderen Ländern, die Hilfe leisten wollten. Guyana und Venezuela hätten zugesagt, Hilfsschiffe nach St. Vincent zu schicken.

Gesundheitsgefahr auch auf Nachbarinsel

Die karibische Katastrophenschutzbehörde warnte derweil vor Gesundheitsgefahren durch den Ascheregen. Dieser erreichte am Wochenende auch die Nachbarinsel Barbados. Wegen "dichter Aschewolken, die sich durch die Atmosphäre bewegen", seien die Menschen dort aufgerufen worden, in ihren Häusern zu bleiben, erklärte die Behörde. 

Der 1.235 Meter hohe Vulkan La Soufrière war zuletzt 1979 ausgebrochen. Bei seinem bislang heftigsten Ausbruch im Jahr 1902 waren mehr als tausend Menschen ums Leben gekommen. La Soufrière ist der höchste Berg der Insel. Der Karibik-Staat besteht aus der Hauptinsel St. Vincent und den 31 kleinen Grenadinen-Inseln. Früher gehörte das Gebiet zum britischen Kolonialreich.

Verwendete Quellen:

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