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"Zombiefeuer" alarmieren Klimaforscher


"Zombiefeuer" alarmieren Experten

Von t-online, mk

06.07.2022Lesedauer: 2 Min.
Luftaufnahme eines Moorbrandes mit starker Rauchentwicklung: Klimaforscher wollen Phänomen der "Zombiebrände" jetzt näher untersuchen.Vergrößern des BildesLuftaufnahme eines Moorbrandes mit starker Rauchentwicklung: Klimaforscher wollen Phänomen der "Zombiebrände" jetzt näher untersuchen. (Quelle: Screenshot/Twitter@queenofpeat)
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Moore speichern gewaltige Mengen Kohlendioxid, doch die Klimakrise setzt ihnen zu. Forscher untersuchen jetzt ein beunruhigendes Phänomen.

Moore bedecken nur zwei bis drei Prozent der Erdoberfläche, speichern aber annähernd so viel Kohlendioxid wie sich in der gesamten Atmosphäre befindet. Die meisten dieser Feuchtgebiete liegen auf der Nordhalbkugel und galten bislang als relativ unempfindlich gegen die Erderhitzung. Doch inzwischen mehren sich die Hinweise auf ein gefährliches Phänomen im Torf: "Zombiefeuer".

"Das sind Brände, die im Sommer entstehen, während des Winters selbst im feuchten Untergrund weiterschwelen und im Frühjahr wieder aufflammen oder neue Brände auslösen", erklärt die Biologin und Klimaforscherin Merritt Turetsky auf Twitter. Im Nordwesten Kanadas wollen Turetsky und ihr Team in den kommenden Wochen untersuchen, ob überwinternde "Zombiefeuer" das Problem der Torfbrände im Sommer verschärfen. "Schwelbrände setzen mehr Kohlenstoffdioxid, Methan und Quecksilber frei als offene Flammen, aber was genau bei einem ,Zombiefeuer' ausgestoßen wird, wissen wir nicht", schreibt Merritt Turetsky.

Trockenheit ist die größte Gefahr für die Moore

Moorlandschaften finden sich überwiegend in Kanada und Alaska sowie im Nordwesten Sibiriens, aber auch auf der Südhalbkugel etwa in Indonesien, Malaysia, Peru und Brasilien. Die Ausdehnung menschlicher Siedlungen, Torfabbau und Landwirtschaft führen dazu, dass immer mehr Feuchtgebiete Wasser verlieren. Und mit der Trockenheit wächst die Gefahr, dass sich Brände in tiefere Torfschichten fressen, dort "überwintern" und die Bodenstruktur im Moor langfristig schädigen, berichtet Merritt Turetsky im Fachmagazin "nature geoscience". Auf der Nordhalbkugel hätten sommerliche Waldbrände das Problem in den vergangenen Jahren noch verschärft.

Ein sinkender Wasserpegel erhöht aber nicht nur die Gefahr von Bränden im Sommer und "Zombiefeuern" im Winter, er trägt auch ganz direkt zur Freisetzung von klimaschädlichen Gasen bei. Unter der Wasseroberfläche, abgeschlossen vom Sauerstoff, werden Pflanzenteile nicht zersetzt, sondern im Laufe der Zeit zu Torf; geht das Wasser zurück, nehmen Mikroorganismen die Arbeit auf, zersetzen das organische Material und gaben dabei Kohlenstoffdioxid und Methan in die Atmosphäre ab.

Torfbrände und Trockenheit könnten laut Merritt Turetsky dazu führen, dass Moore der Erderhitzung nicht länger entgegenwirken, sondern sie noch beschleunigen: "Brände in tieferen Torfschichten können Kohlenstoff freisetzen, der dem natürlichen Kreislauf über Jahrtausende entzogen war", schreibt sie in "nature geoscience". Umgekehrt könne der Schutz und die Renaturierung von Moorlandschaften einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz liefern.

Verwendete Quellen
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