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Ibiza-Affäre: Österreichischer Chefredakteur tritt wegen brisanter Chats zurück


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Brisante Chats zwingen ORF-Chefredakteur zum Rücktritt

Von afp
10.11.2022Lesedauer: 1 Min.
Matthias Schrom
Matthias Schrom (Archiv): "Die, die glauben, die (sozialdemokratische) SPÖ retten zu müssen, werden weniger", steht in einer der Nachrichten. (Quelle: Thomas Ramstorfer/ORF/APA/dpa/dpa-bilder)
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Der ORF-Journalist Matthias Schrom geht. Es waren heikle Chats mit Ex-Vizekanzler Strache um die Ausrichtung der Berichterstattung publik geworden.

Infolge der Korruptionsermittlungen in Österreich nach der Ibiza-Affäre ist der Fernsehnachrichten-Chefredakteur des öffentlich-rechtlichen Rundfunksenders ORF, Matthias Schrom, mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Der Sender nahm Schroms Rücktrittsangebot am Mittwoch an, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete.

Hintergrund sind Chats, in denen sich Schrom 2019 mit dem damaligen österreichischen Vizekanzler Heinz-Christian Strache von der rechtspopulistischen FPÖ über die inhaltliche Ausrichtung der ORF-Berichterstattung und Personalwünsche der FPÖ unterhielt.

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Der Ibiza-Skandal hatte 2019 zum Sturz der österreichischen Regierung geführt. Hintergrund war ein heimlich auf Ibiza gedrehtes Enthüllungsvideo, das zeigt, wie der damalige FPÖ-Chef und spätere Vizekanzler Strache vor der Parlamentswahl 2017 einer vermeintlichen russischen Oligarchen-Nichte im Gegenzug für Wahlkampfhilfe Staatsaufträge in Aussicht stellt.

"Langsam wird's"

Vor etwa einem Jahr trat dann auch der damalige Bundeskanzler Sebastian Kurz nach Vorwürfen der Untreue, Bestechung und Bestechlichkeit als Regierungschef und später auch als ÖVP-Parteichef zurück. Die Vorwürfe gegen ihn hängen mit den österreichischen Medien zusammen. Anfang November brachten erneute Enthüllungen aus den daraus folgenden Ermittlungen dann TV-Chefredakteur Schrom in Bedrängnis.

Der Journalist hatte den Chat-Verläufen zufolge regelmäßigen Kontakt mit der FPÖ und tauschte sich mit Strache über die inhaltliche Ausrichtung der ORF-Berichterstattung und Personalwünsche der FPÖ aus. So schrieb er unter anderem: "Es ist schon bei uns genug zu tun und jeden Tag mühsam, aber langsam wird's, und die, die glauben, die (sozialdemokratische) SPÖ retten zu müssen, werden weniger." Der ORF 1-Redaktion unterstellte er eine linke Gesinnung.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur AFP
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