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Brasilien: 21 Tote durch Sprengstoff bei Gefängnisausbruch

Im Norden Brasiliens  

Angriff mit Sprengstoff auf Gefängnis: 21 Tote

11.04.2018, 13:46 Uhr | dpa, AFP, dru

Brasilien: 21 Tote durch Sprengstoff bei Gefängnisausbruch. Insassen in einem Gefängnis in São Paulo (Archivbild): Bei dem Ausbruch in Belem kamen mehrere Menschen ums Leben. (Quelle: Reuters/Amelia Whitaker)

Insassen in einem Gefängnis in São Paulo (Archivbild): Bei dem Ausbruch in Belem kamen mehrere Menschen ums Leben. (Quelle: Amelia Whitaker/Reuters)

Im Norden Brasiliens stürmen Angreifer ein Gefängnis, um Häftlinge zu befreien. Sprengstoff detoniert, Schüsse fallen. Am Ende sind mehr als 20 Menschen tot. Es hatte eine Vorwarnung gegeben.

Bei einem Gefängnisausbruch im Norden Brasiliens sind am Dienstag mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen. Nach Medienberichten hatten Komplizen der Inhaftierten eine Außenmauer des Gefängnisses Santa Izabel in Belem gesprengt und die Wächter unter Beschuss genommen. Bei Explosion und Schusswechsel seien schließlich ein Polizist, fünf Gefängnisinsassen sowie 15 mutmaßliche Komplizen getötet worden. In früheren Angaben war zunächst von 23 Toten die Rede.

Fünf Gefängniswärter wurden verletzt. Aus den Berichten ging nicht hervor, ob eventuell Gefangenen die Flucht gelungen war. Eine "extrem schwer bewaffnete Gruppe" habe den Ausbruchsversuch unterstützt, teilten die Sicherheitsbehörden des Bundesstaates Pará mit. Ersten Erkenntnissen zufolge verfügten auch die Gefangenen in der Haftanstalt über Waffen. Es habe einen "intensiven Schusswechsel" gegeben, hieß es. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei sei zur Verstärkung eingetroffen.
Natal im Januar 2017: Polizisten treiben Gefängnisinsassen nach Unruhen im Gefängnis Alcacuz für eine Zählung zusammen. (Quelle: Reuters/Nacho Doce)Natal im Januar 2017: Polizisten treiben Gefängnisinsassen nach Unruhen im Gefängnis Alcacuz für eine Zählung zusammen. (Quelle: Nacho Doce/Reuters)

Haftanstalten notorisch überfüllt

In der Haftanstalt Santa Izabel gab es zuletzt nach Angaben vom Februar 660 Insassen, bei einer maximalen Kapazität von 432 Häftlingen. Ein Bericht der Gefängnisaufsicht hatte im Februar vor der Gefahr eines Fluchtversuchs mit Unterstützung von Außen gewarnt.

In Brasilien gibt es pro Jahr rund 60.000 Tötungsdelikte, die Gefängnisse gelten als notorisch überfüllt. Gewalt in den Haftanstalten ist keine Seltenheit. Den jüngsten offiziellen Statistiken aus dem Jahr 2016 zufolge gab es zu diesem Zeitpunkt knapp 727.000 Häftlinge in den brasilianischen Gefängnissen. Kapazitäten waren aber nur für 368.000 vorhanden.
Nach der blutigen Revolte in Manaus: Ein Arbeiter hebt im Januar 2017 Gräber für die bei den Unruhen getöteten Insassen aus. (Quelle: Reuters/Ueslei Marcelino)Nach der blutigen Revolte in Manaus: Ein Arbeiter hebt im Januar 2017 Gräber für die bei den Unruhen getöteten Insassen aus. (Quelle: Ueslei Marcelino/Reuters)

Die Machtkämpfe zwischen rivalisierenden Drogenbanden werden häufig von der Straße ins Gefängnis verlagert. Bei einem der blutigsten Gefängnisaufstände wurden 2017 in Manaus im Amazonasgebiet 56 Menschen getötet.

Auch die Polizei steht immer wieder unter Beschuss. Ihr wird vorgeworfen, das Recht auszuhebeln, für außergerichtliche Hinrichtungen und Beweisfälschungen verantwortlich zu sein und Vergehen der eigenen Beamten nicht nachzugehen.

Verwendete Quellen:
  • dpa, AFP

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