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BeweisstĂŒcke im Missbrauchsfall bei Polizei verschwunden

Von dpa, jmt

Aktualisiert am 22.02.2019Lesedauer: 2 Min.
Polizeiabsperrung am Campingplatz Eichwald: Bei den Ermittlungen zum Missbrauch haben die Behörden viele Fehler gemacht.
Polizeiabsperrung am Campingplatz Eichwald: Bei den Ermittlungen zum Missbrauch haben die Behörden viele Fehler gemacht. (Quelle: Guido Kirchner/dpa-bilder)
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Neue Ungereimtheiten im Missbrauchsfall auf einem Campingplatz LĂŒgde: Beweismaterial ist bei der Polizei verschwunden. NRW-Innenminister Reul spricht von einem "Debakel".

Bei der Kreispolizeibehörde Lippe sind wichtige Beweismittel zum vielfachen Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in LĂŒgde verschwunden. Landesinnenminister Herbert Reul hat bereits mehrere Sonderermittler des Landeskriminalamts eingesetzt. Als vermisst gelten seit mehreren Wochen ein Koffer und eine HĂŒlle mit etwa 155 DatentrĂ€gern. Der Aufbewahrungsraum soll unzureichend gesichert gewesen sein.

"Man muss hier klar von Polizeiversagen sprechen"

Das Fehlen der Asservate sei erst am 30. Januar bemerkt worden, sagte Reul. Nur drei CDs davon seien bisher ausgewertet worden. Ob auf den DatentrĂ€gern mit 0,7 Terabyte Speicherplatz auch kinderpornografisches Material war, sei daher unklar. "Man muss hier klar von Polizeiversagen sprechen", sagte Reul. Vorsatz wollte er nicht ausschließen. Der grĂ¶ĂŸte Teil von 15 Terabyte Filmmaterial war von der Polizei aber bereits gesichert worden.

Auf dem Campingplatz in LĂŒgde im Kreis Lippe waren laut Angaben der Polizei ĂŒber mehr als zehn Jahre Kinder fĂŒr Pornodrehs missbraucht worden. Wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und der Verbreitung von Kinderpornografie sitzen ein 56-JĂ€hriger aus LĂŒgde, ein 33-JĂ€hriger aus Steinheim und ein 48-JĂ€hriger aus Stade in Untersuchungshaft. Drei weitere VerdĂ€chtige sollen ihnen mutmaßlich geholfen haben – darunter zwei Polizisten.

Ermittlungen gegen zwei Polizeibeamte

Bereits zuvor wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft auch gegen die Polizei ermittelt. Ihr seien bereits 2016 Hinweise zu sexuellem Missbrauch auf dem Campingplatz gegeben worden. Diese seien ans Jugendamt weitergeleitet worden – fĂŒhrten offenbar allerdings nicht zu polizeilichen Ermittlungen. Gegen die beiden Beamten wird Reul zufolge wegen Strafvereitelung ermittelt. Es werde genau geprĂŒft, ob sie die TatverdĂ€chtigen möglicherweise persönlich kannten.


Der dritte mutmaßliche MittĂ€ter wird verdĂ€chtigt, Daten fĂŒr einen HauptverdĂ€chtigen gelöscht zu haben, um Ermittlungen zu erschweren. Bislang sind 31 minderjĂ€hrige Opfer im Alter zwischen 4 und 13 Jahren identifiziert.

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