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Eltern sollen Säugling schwer misshandelt haben

Von dpa
Aktualisiert am 30.04.2019Lesedauer: 2 Min.
Justitia: Der Prozess um die Misshalndlung eines Säuglings hat begonnen. (Symbolbild)
Justitia: Der Prozess um die Misshalndlung eines Säuglings hat begonnen. (Symbolbild) (Quelle: Westend61/imago-images-bilder)
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Die mutmaßlichen Taten der Eltern sind grausam: Sie sollen ihren Säugling gequält und in hilfloser Lage im Stich gelassen haben. Der nun begonnene Strafprozess lässt auch erfahrene Ermittler nicht kalt.

Darmverletzung, Rippenbrüche, Schädelfraktur – ein sieben Wochen alter Säugling ist nach Ansicht der pfälzischen Staatsanwaltschaft von seinen Eltern misshandelt und gequält worden. Weil sie ihren kleinen Sohn dabei lebensgefährlich verletzt haben sollen, stehen die 26-jährige Mutter und der 24-jährige Vater seit Dienstag in Frankenthal vor Gericht. Nur eine Notoperation rettete demnach den Jungen. Wie und warum es zu den Verletzungen kam, dazu machte das Paar aus Ludwigshafen beim Prozessauftakt keine Angaben.

"Meine Mandantin bedauert die Gesamtsituation und das Leid des Kindes", sagte der Verteidiger der Mutter am Rande der Verhandlung. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Angeklagten unter anderem Misshandlung von Schutzbefohlenen am 14. und 15. Oktober 2018 vor. Die mutmaßlichen Taten der Eltern sind grausam: Der Säugling soll demnach schwerste Verletzungen im Rektal- und Genitalbereich sowie Schädel- und Rippenfrakturen erlitten haben und lebensgefährlich verletzt worden sein. "Das hat sogar erfahrene Ermittler erschüttert", sagte ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft. "Zum Glück kommt eine solche Kindesmisshandlung nur sehr selten vor."

Eltern riefen keinen Notarzt

Der Anklagebehörde zufolge riefen die Eltern nach den Misshandlungen keinen Notarzt – obwohl sie hätten sehen müssen, dass ihr Kind schwer verletzt war. Sie brachten den Säugling in eine Kinderarztpraxis, von dort kam er in ein Krankenhaus und wurde durch eine Notoperation gerettet. Dabei stellten die Ärzte weitere Verletzungen fest, die wohl auf Misshandlungen hinweisen. Es sei noch unklar, ob der Junge Schäden zurückbehalte, hieß es. Der Mutter drohen demnach bei einer Verurteilung 5 bis 15 Jahre Gefängnis, dem Vater 1 bis 10 Jahre.


Der auf fünf Verhandlungstage angesetzte Prozess wurde nach dem Verlesen der Anklage auf den 7. Mai vertagt. Dann will zumindest die Mutter eine Erklärung abgeben.

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