Sie sind hier: Home > Panorama > Kriminalität >

Fall Lüdge: Missbrauch auf Campingplatz – Anklage fordert hohe Haftstrafen

Plädoyers im Fall Lüdge  

Missbrauch auf Campingplatz – Anklage fordert hohe Strafen

16.08.2019, 15:39 Uhr | AFP

Fall Lüdge: Missbrauch auf Campingplatz – Anklage fordert hohe Haftstrafen. Detmold: Der Angeklagte Andreas V. (l) sitzt mit einem Aktenordner vor dem Gesicht neben seinem Anwalt Johannes Salmen.  (Quelle: dpa)

Detmold: Der Angeklagte Andreas V. (l) sitzt mit einem Aktenordner vor dem Gesicht neben seinem Anwalt Johannes Salmen. (Quelle: dpa)

Der Lügde-Prozess um hundertfachen Kindesmissbrauch geht in die Schlussphase. Die Staatsanwaltschaft plädiert für lange Haftstrafen. Und fordert, dass die Angeklagten auch danach im Gefängnis bleiben.

Im Prozess um den massenhaften Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz im nordrhein-westfälischen Lügde hat die Staatsanwaltschaft am Freitag hohe Haftstraßen mit anschließender Sicherungsverwahrung gefordert. Der 56-jährige Ex-Dauercamper Andreas V. aus Lügde soll nach dem Willen der Anklage für 14 Jahre hinter Gitter, der 34-Jährige Mario S. aus Steinheim für zwölfeinhalb Jahre, wie ein Sprecher des Detmolder Landgerichts mitteilte.

Urteil im September

In ihrer Plädoyer forderten die beiden Vertreterinnen der Staatsanwaltschaft zudem für beide geständige Angeklagte die Anordnung der Sicherungsverwahrung. Nach den Anklägerinnen hielten dem Sprecher zufolge auch acht der insgesamt 17 Nebenklagevertretern ihre Schlussvorträge. Fünf schlossen sich der Strafmaßforderung der Staatsanwältinnen an, drei forderten höhere Haftstrafen.

Der Detmolder Prozess soll nun am 30. August mit den Plädoyers der übrigen neun Nebenklageanwälte sowie der Verteidigung fortgesetzt werden. Ein Urteil könnte dann am 5. September fallen. Während der Plädoyers am Freitag blieb die Öffentlichkeit aus Gründen des Opferschutzes von der Hauptverhandlung ausgeschlossen.

Jahrzehntelange Missbrauchsserie

V. und S. gelten als Haupttäter der jahrzehntelangen Missbrauchsserie von Lügde, die Anfang des Jahres bekannt wurde und bundesweit Entsetzen auslöste. Wegen Beihilfe und Anstiftung verurteilte das Landgericht Detmold bereits am 17. Juli einen dritten Angeklagter zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Gegen dieses Urteil legte die Staatsanwaltschaft Revision ein.


Der lange unentdeckt gebliebene Missbrauch einer Vielzahl von Kindern auf dem Campingplatz Eichwald in Lügde-Elbrinxen gilt wegen polizeilicher Ermittlungspannen und Behördenversagens als einer der größten Skandale der vergangenen Jahre. Unter anderem verschwand bei der Polizei Lippe Beweismaterial. Auch das Verhalten von Jugendämtern im Tatzeitraum wurde scharf kritisiert.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen afp und dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal