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Prozessbeginn in Augsburg: Neugeborenes auf Wiese zurückgelassen

Ungeschützt in praller Sonne  

Prozessbeginn: Mutter setzte Neugeborenes aus

07.07.2020, 20:14 Uhr | dpa

Prozessbeginn in Augsburg: Neugeborenes auf Wiese zurückgelassen. Polizeiwagen: Eine Frau setzte ihr Baby aus, dafür steht sie nun vor dem Augsburger Landgericht.  (Quelle: imago images/Die Videomanufaktur)

Polizeiwagen: Eine Frau setzte ihr Baby aus, dafür steht sie nun vor dem Augsburger Landgericht. (Quelle: Die Videomanufaktur/imago images)

Eine Frau hat im Juli 2019 allein ein Kind bekommen und es auf einer Wiese zurückgelassen. Der Junge überlebte. Nun muss sich die Mutter vor Gericht verantworten.

Eine 32-jährige Frau soll ihr Baby gleich nach der Geburt zum Sterben auf einer Wiese ausgesetzt haben. Nach eineinhalb Tagen fand ein Mann das wimmernde Baby. Ärzte konnten den kleinen Jungen retten. Der Fall wird nun vor Gericht verhandelt.

32-Jährige brachte Jungen allein zur Welt

Die Frau hatte laut Anklage im Juli 2019 auf einer Wiese in Blindheim (Baden-Württemberg) nachts allein einen Jungen zur Welt gebracht. Danach ließ sie ihr Kind unbekleidet im hohen Gras zurück. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Frau ihr Baby loswerden und den kleinen Jungen sterben lassen wollte.

Die Mutter habe bereits zwei Kinder und die neue Schwangerschaft vor Menschen in ihrer Umgebung geheim gehalten. Die Frau habe auch nicht genau gewusst, wer der Vater des Kindes sei. Sie habe die Sorge für ihren Sohn und dessen Erziehung nicht übernehmen wollen, heißt es in der Anklageschrift zum Motiv.

Baby erst nach 34 Stunden gefunden

Der Säugling lag mehr als einen Tag unentdeckt auf der Wiese, zeitweise in praller Sonne. Erst etwa 34 Stunden nach der Geburt entdeckte ein Anwohner das wimmernde Baby im Gras. Der Junge wurde in lebensbedrohlichem Zustand per Rettungshubschrauber in die Augsburger Universitätsklinik geflogen. Die Ärzte konnten ihn retten. Das Kind wird allerdings ein Leben lang unter den Folgen leiden, drei abgestorbene Zehen des Säuglings mussten amputiert werden. Später kam das Baby zu einer Pflegefamilie.

Die Mutter war wenige Stunden nach der Entdeckung des Säuglings in ihrer Wohnung festgenommen worden. Die Verteidigerin der Angeklagten wollte sich vor dem Prozess nicht zu den Vorwürfen gegen ihre Mandantin äußern. Für das Verfahren sind zunächst vier Verhandlungstage geplant. Das Urteil könnte am 21. Juli fallen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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