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Spürhund brachte Polizei auf Fährte von Yves R.

Von t-online, dpa, ak

Aktualisiert am 17.07.2020Lesedauer: 2 Min.
SEK-Polizisten im Einsatz: Spezialkräfte suchten im Schwarzwald tagelang nach Yves R.
SEK-Polizisten im Einsatz: Spezialkräfte suchten im Schwarzwald tagelang nach Yves R. (Quelle: Montage: t-online.de/Philipp von Ditfurth/dpa-bilder)
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Seit Sonntag hat die Polizei ihn gesucht, nun wurde Yves R. gefasst. Der bewaffnete 31-Jährige wurde bei der Festnahme leicht verletzt – ebenso wie ein SEK-Beamter.

Nach einer mehrere Tage andauernden Fahndung ist der in den Wäldern um Oppenau im Schwarzwald abgetauchte Yves R. gefasst worden. Dabei sei R. "leicht verletzt" worden, wie Polizei-Einsatzleiter Jürgen Rieger auf einer Pressekonferenz erklärte. Bei der Festnahmen seien fünf Waffen gefunden worden. "Die vier Polizeiwaffen und eine zusätzliche Pistole", so Rieger. Da die Untersuchung der fünften Waffe noch läuft, wollte er keine genaueren Aussage zu dieser machen.


Mann entwaffnet Polizisten – Chronologie einer Verfolgungsjagd

Die Gemeinde Oppenau im mittleren Schwarzwald: Seit Sonntag, 12. Juli, herrscht der Ausnahmezustand. Ein 31-Jähriger hat vier Polizisten entwaffnet und ist danach geflüchtet. Eine Großfahndung wurde eingeleitet.
Vor einem Sportlerheim in Oppenau hat die Polizei einen Sammelplatz eingerichtet. Hunderte Beamte sind im Einsatz, dazu SpĂĽrhunde und ein Hubschrauber.
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Auf die Spur des 31-jährigen R. kamen die Beamten nach einem Hinweis von zwei Zeugen. Danach nahm ein Personenspürhund die Fährte auf und führte die Einsatzkräfte zu dem Flüchtigen. Bei der Festnahme wurde auch ein SEK-Beamter verletzt. Laut Rieger handele es sich aber lediglich um "oberflächliche Wunden, nichts Ernstes".

Ăśber 270 Hinweise eingegangen

Oppenaus Bürgermeister Uwe Gaiser präsentierte sich nach der Festnahme sichtlich erleichtert. Auf der Pressekonferenz sagte er: "Ich bin erleichtert, froh und dankbar, dass diese Ausnahmesituation für unsere Stadt beendet wurde." Nach dem 31-jährigen R. ohne festen Wohnsitz wurde seit letztem Sonntag gesucht. Er war nach einer Polizeikontrolle in einer illegal von ihm genutzten Hütte in den Wald geflohen. Zuvor hatte er vier Beamte mit einer Waffe bedroht und ihnen die Dienstwaffen abgenommen.

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Offenburgs Polizeipräsident Reinhard Renter war nach der Festnahme von Yves R. "überglücklich und zufrieden". Zuvor hatte er eindringlich an den Flüchtigen appelliert, Kontakt mit der Polizei aufzunehmen und sich zu stellen.
Offenburgs Polizeipräsident Reinhard Renter war nach der Festnahme von Yves R. "überglücklich und zufrieden". Zuvor hatte er eindringlich an den Flüchtigen appelliert, Kontakt mit der Polizei aufzunehmen und sich zu stellen. (Quelle: Benedikt Spether/dpa-bilder)

Es waren mehr als 270 Hinweise zu möglichen Aufenthaltsorten eingegangen. Die Suche in Höhlen, alten Bunkern und verlassene Gebäuden blieb jedoch tagelang ohne Erfolg. Zuletzt hatte die Polizei bei einer Pressekonferenz an den Mann appelliert, sich zu melden. "Nehmen Sie Kontakt zu uns auf", sagte Offenburgs Polizeipräsident Reinhard Renter.

Wegen Volksverhetzung verurteilt

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass der Mann als Jugendlicher unter anderem wegen Volksverhetzung verurteilt worden war. Er hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Alter von 15 Jahren das Schild eines Jugendwerks so verändert, dass die Aufschrift die Worte "Juden weg" enthielt. Zudem sei eine rechtsradikale Gesinnung zum Ausdruck gekommen, unter anderem durch Verwendung von Hakenkreuzen und SS-Symbolen sowie judenfeindlicher Äußerungen.

Die Jugendstrafe von acht Monaten mit Bewährung wurde nach einer Phase ohne weitere Vorkommnisse erlassen. Später habe es keine weiteren Ermittlungen wegen politisch motivierter Straftaten mehr gegeben. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten zuvor angegeben, dass sie von keinem rechtsextremen Hintergrund ausgingen.

Die vier von der Tat des 31-Jährigen betroffenen Beamten werden nach Angaben des Polizeipräsidenten weiterhin betreut. Auch der Polizist, den der Mann aus kurzer Entfernung direkt mit einer Schusswaffe bedroht hatte, habe seinen Dienst am Freitag wieder aufgenommen.

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